Mal mal Pause! – Wie bitte?

Warum pausieren können dazu gehört.


Vor einiger Zeit machte ich eine Radtour mit jemandem, der wesentlich fitter war als ich. Die Strecke war lang (für meine Verhältnisse) und es gab immer wieder kleine Steigungen. Irgendwann war der Punkt erreicht: ich brauchte dringend eine Pause. Das Rad fühlte sich wie festgewachsen an, der Gaumen war staubtrocken und die Muskeln sagten „ey, lass mal“.

Das war etwa auf der Hälfte der Strecke. Also haben wir angehalten, etwas getrunken, einmal den Po vom Sattel gelöst und sind ein paar Schritte gewankt. Nach 5 Minuten war ich so erholt, dass ich mit dem anderen sogar teilweise wieder Schritt halten konnte. Den Rest der Strecke fuhren wir dann in einem Rutsch – und hatten beide Spaß dabei.

So ähnlich ist es im Business auch: durchgehend schaffen und rotieren führt irgendwann dazu, dass wir total erschöpft sind. Aber es ist noch so viel zu tun. Das treibt uns an, noch weiter und weiter zu machen.

Dabei unterschätzen wir den Wert der Pause. Hätte ich diese Pause auf der Tour nicht gemacht, wäre ich immer langsamer und langsamer geworden, hätte am Ende vielleicht geschoben. Die Tour hätte sehr viel länger gedauert und wäre vermutlich auch sehr frustrierend gewesen.

Auch im Business hilft es viel mehr, eine Pause einzulegen, sich zu erholen und dann mit neuer Kraft loszulegen. Mit mehr Kraft und mehr Motivation als zuvor. Dass ich eine Pause brauche merke ich bei mir daran, dass Ideen ausbleiben, die ich sonst am laufenden Band habe. Dass mich andere mehr „nerven“ als dass ich Spaß daran habe mit anderen zu interagieren.


Woran merkst Du, dass Du eine Pause brauchst?

Kreativtechniken nutzen

​Kreativtechniken nutzen nur Profis? Weit gefehlt, ein wenig Kenntnis von einigen Techniken (und ein bisschen Übung) kann bei privaten Themen durchaus auch helfen.

​Kurze Vorstellung von ein paar Techniken

Brainstorming

​Eine, wenn nicht die, bekannteste Methode. Für ein gegebenes Problem​ werden in einer bestimmten Zeit so viele Lösungen wie möglich generiert. Diese Lösungen dürfen auch total abwegig sei​n."​Ein Wunsch einer guten Fee" wäre also auch möglich. Es wird nicht ge- oder bewertet. Wenn die Zeit zu Ende ist oder keine weiteren Ideen mehr kommen, ist ​es Z​eit sich die Ideen genauer auf Machbarkeit anzusehen. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem die Sache mit der Fee wohl aussortiert wird. ​Trotzdem ist sie wichtig, denn ein Schubs aus einer abwegigen Ecke bringt fast immer Schwung in die Gedanken um unkonventionell zu denken - oder sorgt zumindest für Lacher und damit Entspannung.

Am Ende des Sortierens sollten 3-5 Möglichkeiten übrig sein, die zumindest auf den ersten Blick machbar aussehen und dann weiter verfolgt werden können.

​Diese Methode ist in kleinen Gruppen am effektivsten​. Sie allein anzuwenden funktioniert auch, aber es kommt deutlich weniger an Möglichkeiten dabei herum. Wenn man feststeckt im Gedankenkarussell ist sie (allein) nicht zu empfehlen. Eine weitere Person dazuzunehmen hilft aber schon.

Kopfstandtechnik

Ich ​finde diese Technik großartig, weil ich Perspektivwechsel sehr gerne mag und diese Technik es auf die Spitze treibt​. Die Fragestellung wird nämlich umgekehrt zu "was kann ich tun, um das Problem auf gar keinen Fall zu lösen bzw zu verschlimmern?"

Ähnlich wie beim Brainstorming wird auch hier in einer bestimmten Zeit möglichst viel an Ideen vorgebracht, allerdings soll es ja darum gehen alles noch schlimmer zu machen. ​Das kann zu einigen Lachern führen. Am meisten Spaß und Ergebnisse bringt sie natürlich auch in kleine Gruppen, aber auch allein ist so eine Änderung der Perspektive wirklich hilfreich.

​Ist die Zeit um werden alle Ideen noch einmal angeschaut ob sie wirklich ​machbar wären (Stichwort: Fee). ​Im nächsten Schritt wird dann wieder umgedreht, der Kopfstand also verlassen: wenn ich das Gegenteil mache, würde es mein Problem / meine Situation verbessern? Meist kommt man an dieser Stelle dann von einer ungewöhnlicheren Seite.

​Weitere Methoden

Eine weitere Methode, die mir persönlich gut gefällt,​ aber besonders in ungeübt nicht einfach ist, ist die Walt Disney Methode. Dort schlüpft der Teilnehmer nacheinander in 3 verschiedene Rollen: Träumer, Realist und Skeptiker. Der Träumer  darf sich wirklich alles ausdenken, der Realist prüft auf Machbarkeit und der Skeptiker versucht noch mögliche Fallstricke zu finden. Als einzelne Person ist das ziemlich kompliziert, nichtsdestotrotz finde ich den Ansatz sehr spannend.

Morphologischer Kasten

Nicht direkt eine kreative Methode, aber sehr hilfreich beim Zerlegen und Lösen von komplexeren Problemen. Der morphologische Kasten besteht aus einer Tabelle, in der ​in den ​Zeilen untereinander die Problembestandteile stehen, die Spalten werden mit Buchstaben oder Zahlen gekennzeichnet. ​In die entstehenden Felder schreibt man mögliche Lösungen für jedes Teilproblem in der entsprechenden Zeile. Die Lösungsoptionen können z.B. aus dem Brainstorming kommen.

​Ist für jedes Teilproblem 3-5 Optionen gefunden, ​wird in jeder Zeile die beste​ Option markiert​. Mit einer Lösung für jedes Teilproblem ​sollte das G​esamtproblem damit dann auch gelöst sein. Ist dem nicht der Fall, wurde vermutlich vorher ein Teilproblem unterschlagen oder eine Wechselwirkung von Lösungen nicht bedacht.

​In meinem Workbook "Raus aus dem Tief" habe ich für eine fiktive Person einen solchen morphologischen Kasten genauer ausgeführt.

Wie nutze ich die nun selber?

​Im Prinzip ist jede der Techniken mit etwas Übung von jedem anzuwenden. Es kann aber sein, dass eine Variante mir eher liegt als eine andere oder dass ich so fest stecke, dass allein gar nichts geht. Wenn möglich, teste die T​echniken mal mit Partner und Freundin, als Beispielproblem gebe ich gerne ein paar zum Testen:

- wie stelle ich sicher, dass auf der Geburtstagsfeier meines Kindes alle zufrieden sind?
- Das Auto ist kaputt und ich muss noch den Wocheneinkauf machen.
- Es ist Sonntag, ich will eine Torte backen aber ich habe das letzte Ei soeben auf dem Fußboden verteilt.


​Wenn Du aber wirklich in einer Sackgasse steckst und über externe Hilfe nachdenkst, vereinbare gern ein kostenloses Infogespräch mit mir​. In den 15 Minuten können wir uns kennenlernen und feststellen, ob und wie ich Dir weiterhelfen kann.

Du bist genug

​Für mehr Selbstliebe im Leben. Du bist genug!

Trotzdem gibt es genug Themen, die uns manchmal zweifeln lassen.

​picturecredit:  ilona75 / depositphotos.com

​Streit! Streit! Streit!

Die Kinder streiten mehr. Streits mit dem Partner sind häufiger. Streits sind schwerer auszuhalten oder zu begleiten. Es kostet mehr Kraft, weil die notwendige Entspannung dazwischen nicht da ist. Weil man sich gerade kaum aus dem Weg gehen kann.

Dass in dieser Situation die Nerven nicht mehr so strapazierfähig sind ist normal. Wie auch, wenn allgemein große Unsicherheit herrscht? Einmal dieser Virus, den man nicht sehen kann. Der aber Maßnahmen erfordert, die einschränken und die für den Einzelnen oft nicht nachvollziehbar gelockert oder aufrecht erhalten werden sollen.

Vielleicht brauchst Du gerade auch nur jemanden, der Dir sagt, dass Du genug bist. Dass Du auch mal fertig sein darfst? Dann melde Dich gerne bei mir. Und auf dem Weg bekommen wir vielleicht auch einen kleinen positiven Schubs für Dich hin.

Ich bekomme nicht Alles unter einen Hut

​Das k​riegt vermutlich niemand hin. Außer er/sie hat viel Geld oder viel Unterstützung, die Außenstehende gar nicht immer sehen. Vergleichen hilft Dir nicht, meistens zieht das noch mehr runter. ​Zwei Familien sind nämlich höchst selten in einer vergleichbaren Situation, allein schon deshalb weil alle Menschen verschieden sind. Ich nehme an, "vor Corona" hattest Du schon viel zu tun. Und dann kommt da diese neue Anforderung, einfach noch mehr zu machen und das auch noch auf kleinerem Raum. Und mit mehr Unsicherheit, weil immer noch nicht klar ist, wann oder ob alles wieder auf "normal" stehen wird.

Ich bin mir sicher, Du leistest gerade eine Menge. Gibt es eine Möglichkeit für Dich, das auch zu sehen? ​Du bist genug!

​​Ich meckere dauernd, das will ich nicht

​Du merkst, was nicht gut läuft. Das ist prima. Du willst etwas ändern. Das ist noch besser. Vielleicht ist es aber auch so, dass Du gerade gar nicht anders kannst​? Außergewöhnliche Situationen verlangen außergewöhnlich viel ab, auch wenn es am Anfang eventuell noch danach aussah, dass alles locker zu stemmen ist. ​Sei lieb zu Dir, Dein Verhalten hat einen Grund. Der liegt ziemlich sicher nicht in Deinem Gegenüber, sondern irgendwo in Dir. Und möchte Aufmerksamkeit. Was kannst Du Dir Gutes tun, um dem näher zu kommen? Um zu verstehen was es ist, was Du brauchst? Du bist genug!




Familie in Vielfachbelastung


​​Es gibt sicherlich viele Themen, die Dich gerade umtreiben

  • ​Wann machen die Kindergärten wieder auf?
  • Wann kann mein Kind wieder in die Schule, wenn es nicht zu einer Abschlussklasse gehört?
  • Muss mein Kind alles nachholen was verpasst wurde?
  • ​Kann ich dann weiter Home Office machen?
  • Wie soll ich das meinem Chef erklären?
  • ​Wie soll ich das finanziell stemmen?
  • ​Ich laufe auf ein BurnOut zu und kein Ende in Sicht!

Ist dem nicht so? Klasse, dann kannst Du diesen Blogeintrag auch überspringen - und vielleicht zu den Tipps für garantiertes Durchdrehen weiterscrollen 🙂 Ansonsten:

Stop! Gedankenkarussel einmal anhalten!

​Das ist einfacher gesagt als getan, das weiß ich. Versuche es trotzdem​ - oder lasse es an Dir vorbei drehen und versuche Dir die Themen anzuschauen wenn sie vorbei kommen. Die großen Unklarheiten des "wann" kannst Du, so besch*** das ist, gerade gar nicht beeinflussen, nur annehmen. Es ist schwer, es ist unfair, es ist belastend. Das ist klar. Aber wenn Du es nicht ändern kannst, dann verschiebe das Nachdenken darüber am besten auf "später". Das heißt nicht, das Thema zu ignorieren. Aber jetzt ist einfach nicht der Zeitpunkt, an dem darüber nachdenken hilft. Und der Gedanke wird wiederkommen, ganz sicher.

Der nächste wichtige Punkt​: Du​!

Wie geht es Dir? Hast Du Bedenken das aktuelle Tempo, die vielen Anforderungen, den Stress so noch länger durchzuhalten? Dann tritt auf die Bremse. Niemandem ist geholfen wenn Du zusammenklappst, am allerwenigsten Dir u​nd Deiner Familie. Gibt es Möglichkeiten, wie Du Dir etwas Gutes tun kannst? Hilft Dir zum Beispiel eine kleine Auszeit am Tag schon oder muss irgendwo eine Menge Druck raus, damit Du überhaupt wieder klar denken kannst? Falls Du meinst kurz vor dem Burnout zu stehen, ist ein Selbsttest bei der Deutschen Depressionshilfe vielleicht eine Option, als erster Hinweis darauf wie es akut steht und ob ein Gang zum Arzt erforderlich wäre. ​Vielleicht weißt Du gerade gar nicht, was Dir helfen kann. Dann sprich mich gerne an, bis zum Ende der Ausgangssperre gilt noch das "Einfach mal reden" Angebot: eine halbe Stunde nur für Dich und Deine Themen.

​Arbeit, Finanzen und der ganze Rest

Mit vielen Menschen lässt sich aktuell reden, da alle in derselben Situation sitzen. Klar, es mag Typen geben, die trotzdem stur ihre Linie fahren. Aber einen Versuch ist es wert. Schließlich haben die meisten dann doch selber auch Familie.

Es gibt verschiedene finanzielle Hilfen, die beantragt werden können​. Und für die Bildungssituation formieren sich gerade einige Gruppen und Petitionen.​ Falls Du dafür gerade keine Kraft hast ​sind das übrigens​ auch Themen, bei de​nen ich Dir von außen Unterstützung liefern kann.

​Was sind aktuell Deine größten Herausforderungen? 

​Lass es mich wissen, ich nehme gerne dazu Stellung.

Durchdrehen leicht gemacht

​Eine Anleitung für garantierten Wahnsinn während der Corona-Krise. Folge einfach dem Plan hier Schritt für Schritt und schon nach wenigen Tagen wirst Du merken, wie Dir langsam nach Schreien zu Mute sein wird. Dann nach Flucht. Oder zumindest einer Auszeit in der Arktis. Durchdrehen leicht gemacht eben.

Schritt 1: mache Dir einen detaillierten Tagesplan

​Gestalte den Plan so detailliert und umfangreich wie möglich. Du hast Kinder? Prima, noch mehr Aufgaben für die To Do Liste. Speziell wenn es Schulkinder sind, denn dann hast Du die Möglichkeit auch noch Schulaufgaben zu notieren. Und damit ist es nicht getan, diese Liste ist natürlich auch abzuarbeiten. Nach Termin. Klar, oder?

Schritt 2: gehe über Deine Grenzen

Je mehr, je besser. Hunger, Durst, Pipi? Überbewertet. Augen zu und durch. Aufwischen kannst Du später. Ach ja, das gehört dann auch auf den ​Tagesplan! Müdigkeit? Gibt es nicht. Schlafen kannst Du danach, wann auch immer "danach" ist. Raus musst Du auch nicht - außer es gehört zu einer von Deinen Aufgaben auf der Liste. ​Und verm​eide tunlichst alles, was Dir gut tun würde.

Schritt 3: fange Streit mit Deinem Partner an

Nichtigkeiten reichen dafür aus. Wichtig ist, auf gar keinen Fall zurückzurudern und im Anschluss auch nicht ein ​Gespräch zu suchen. Beharre auf Deiner Meinung. Immer. Als Bonus kannst Du das Thema auch imemr wieder auf den Tisch bringen, ob es gerade passt oder nicht. Gute Stimmung in der Familie ist so dauerhaft gesichert.

Schritt 4:​ lade Dir noch mehr Aufgaben auf

Der Nachbar ​klagt so über Mückenstiche? Dann kannst Du ja anbieten den Einkauf für ihn mit zu übernehmen. Oder der netten Lehrerin, die so wenige Aufgaben bereit stellt, die Kopien für die Aufgabenblätter auf Deinem Drucker zu machen. Außerdem wäre es jetzt ja an der Zeit auszumisten - bei den Schwiegereltern, mit genügend Abstand zu diesen natürlich.


Ich denke, diese Schritte sollten reichen um mit Sicherheit nach spätestens einer Woche durchzudrehen. Ist das nicht der Fall... hast Du offensichtlich ein besonders starkes Gemüt. Dann herzlichen Glückwunsch. 🙂

Ein Tag in Bildern

​Ein typischer Tag während der Ausgangsbeschränkung

Typische Spielzeugecke. Man beachte das Männchen mit den Weinflaschen ganz vorne

Rausgehen um den Kopf frei zu kriegen. Hier beim Radrennen mit Sohn

Ziel erreicht. Gähnende Leere auf dem Spielplatz. Der sowieso gesperrt ist.

Dann eben puzzlen mit der Tochter daheim

Oder Wasserspiele mit und ohne Legosteine auf dem Balkon

...und wenn man mal nicht hinschaut weil man das Essen macht...

Spiele daheim erfinden

​Wie geht das überhaupt, Spiele daheim erfinden? Wenn alle Spielsachen langsam langweilig zu werden beginnen, man nicht ständig neues kaufen kann oder will und alle Bewegung brauchen. Dann schlägt die Stunde der kreativen Nutzung von vorhandenen Gegenständen.

​Picturecredit: kawing921 bei depositphotos.com


Kreativität - eine längst verlernte Fähigkeit?

​Beobachte ich das Spiel der Kinder frage ich mich manchmal, woher die kleinen Racker ihre Ideen nehmen. Da sprudeln die Ideen wie ein wilder Bergbach und ich als Erwachsene stehe daneben und staune. Denn bei den Kindern gilt, was wir längst verlernt haben: jede Idee gilt. Zunächst mal ist nichts (oder nur wenig) schlicht unmöglich. Der Ritter kann fliegen, der Dinosaurier Pfeile schießen, der Boden ist Lava...

Tatsächlich können wir Erwachsenen das aber auch (wieder) lernen. Je mehr Spaß man an unkonventionellen Dingen hat, desto leichter. Eine der Techniken dazu ist ziemlich bekannt und nennt sich Brainstorming. Im Großen und Ganzen werden einfach jede Menge mögliche Lösungen für ein Problem generiert ohne zu werten. Da darf "Magie" neben "Schraubverbindung" stehen. Je abgedrehter man sich erlaubt zu denken, desto interessantere Dinge kommen heraus. Und tatsächlich sehr oft auch brauchbares abseits des üblichen Weges. Das Schwierigste ist am Anfang wirklich, sich zurückzunehmen und nicht zu werten.

Aber wie jetzt auf Spiele anwenden?

​Der Haushalt ist voller Dinge, die ​​genutzt werden können. Praktisch ist etwas mit einem nicht zu eingeschränkten Einsatzgebiet. Ein Mixer ist jetzt zum Beispiel nicht unbedingt zu empfehlen, ein Tragetuch ​zum Beispiel schon. 

Da ist jetzt dieses Tragetuch, das man auf verschiedene Weise binden kann. Eigentlich an den Körper, aber warum nicht zum Beispiel an den Tisch? Je nach Position wird daraus eine Höhle oder eine Hängematte oder einfach ein Tuch am Tischbein. Leute mit zweigeschossiger Wohnung könnten es auch an das Treppengeländer knoten -> Schaukel oder Kletterseil. Am Tuch kann man ziehen. Also kann man damit auch Tauziehen. Oder einen Kran daraus fertigen, mit schicker Schlaufe zum Warentransport. Vielleicht habt Ihr noch mehr Ideen? Wenn ja, kommentiert doch bitte, ich bin neugierig!

Eine Entdeckung, die ich kürzlich gemacht habe, war die vielseitige Verwendbarkeit von ​Holzeisenbahnschienen. Als Kreise auf den Boden gelegt ergeben sie einen ​prima Parcours zum Springen oder für das Spiel "​Der Boden ist Lava". Auf eine schräg gestellte Matratze platziert eine Murmelbahn. Mehrere Schienen aneinander gehängt sind eine Verlängerung für den Arm um Dinge unter dem Bett herauszuziehen. A​ußerdem dienen sie den Kindern auch mal als Absperrung für einen Zoo, Rennstrecke für Autos - oder als Holzschwerter...

Von Aktivitäten zu eigenen Spielen​

​Die Grenze ist an sich fließend, aus dem "von Reifen zu Reifen hüpfen" mit den Schienenkreisen lässt sich zum Beispiel schnell auch ein Spiel mit Regeln machen: Die Kreise könnten mit Zahlen versehen werden und nur in bestimmter Reihenfolge durchsprungen werden. Oder nur auf einem Bein. Oder man wirft zuvor einen Ball (oder Sockenpäckchen) und hüpft dorthin, wo der Ball gelandet ist um ihn aufzuheben. Die Kreise könnten auch schlicht Zielscheiben werden.

​Es hilft, selber die angedachte Aktivität einmal (mit) zu machen und sich dann zu fragen "und was geht jetzt noch" oder "wie komme ich da anders entlang". In der Art ist ​vor vielen Jahren auf einer Nikolausfeier das Spiel "Schranke" entstanden: es gab eine freien Raum zwischen allen Tischen, relativ schmal aber lang. Dort einfach entlang zu laufen war eine Weile lustig, aber dauerhaft dann doch ​zu langweilig. Für Fangen war der Platz zu klein. Aber jemanden in die Mitte zu stellen, der nicht hinter den anderen her laufen durfte, sondern als Schranke versuchte Leute aufzuhalten, das ging prima - und beschäftige fast ein Dutzend Kinder sicherlich eine Stunde lang. Ich war übrigens eins davon.

Und noch ein paar Worte zu eigenen Brettspielen

​Auch das geht, ist allerdings etwas komplizierter, jedenfalls wenn es halbwegs ausbalanciert sein soll. Das ist am Anfang aber egal. Ich würde mit einem bekannten und einfachen Brettspiel (Mensch Ärgere Dich Nicht wäre so eins) starten und dort die Regeln verändern​ und/oder Zusatzelemente einführen. Das Spielbrett auf einen anderen Untergrund, wie zum Beispiel eine F​lusslandschaft, übertragen ist auch eine nette Idee. Meist kommen dabei schon Ideen an weiteren Elementen, die eingebaut werden können (Brücken, Krokodile...).

Ran an die Spielbretter. S​chickt mir gerne Eure Kreationen. Oder schreibt etwas in den Kommentaren dazu.

Angst vor Veränderung

​​​Wer kennt es nicht: dieses Bauchkribbeln bis -grummeln, wenn eine größere Entscheidung ansteht? ​Wenn unklar ist, ob die Entscheidung eine gute sein wird? Wenn sich eine ungewisse vage Angst​ breit macht vor dem, was kommen mag, wenn man sich entschieden hat? Diese Angst, dieses Bauchgrummeln will Dir etwas sagen.

Was Dir die Angst sagen möchte

​Tatsächlich möchte dieses G​efühl, diese Angst vor Veränderung, D​ich schützen, vor unbedachten Entscheidungen und vor "Gefahren". Ein interner Warnmechanismus, der mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann. Üblicherweise sind es aber wenige Entscheidungen, die wirklich gefährlich für uns werden können​. ​Heutzutage lauern eher wenige Tiger in den Wäldern und Flusspferde sind bei uns auch nicht heimisch. Natürlich verlassen wir die Komfortzone, wenn wir z.B. einen Job kündigen oder in die Selbständigkeit wollen​. ​Oder falls wir uns für eine in unserer Gesellschaft eher unübliche Art der Betreuung oder S​chule entscheiden. Aber wirklich gefährlich, im Sinne von G​efahr für Leib und Leben, besteht üblicherweise nicht. Es ist also sehr nett von dem Gefühl uns warnen zu wollen, in den meisten Fällen ist es aber übervorsichtig. ​

​Was kannst Du der Angst vor Veränderung entgegensetzen?

Ob eine Entscheidung letztlich "richtig" ist oder nicht, kann niemand vorher wissen. ​Das heißt, es ist eine Entscheidung. Nicht mehr und nicht weniger. Sie wird Konsequenzen haben, einige davon werden Dir vorher bewusst sein, andere tauchen später auf. Und dann ist immer noch Zeit darauf einzugehen. Es kann auch sein, dass Du beschließt, dass die Entscheidung nicht das Richtige wahr (zu diesem Zeitpunkt). Auch das darf sein. ​Dann hast Du ​etwas wichtiges gelernt. Aber: das ist kein Scheitern! Auch wenn die innere Stimme dann vielleicht sagt "Wusste ich es doch!".

​Um der Angst zu begegnen, oder sie ein bisschen auszutricksen, kannst Du versuchen, 2-3 Schritte weiter in die Zukunft zu denken. ​Wie wirst Du Dich fühlen, wenn die Entscheidung gemacht ist​, wenn die ersten Schritte "danach" hinter Dir liegen? Wäre Dir leichter zu Mute? Fühlst Du allein beim G​edanken eine große Welle an Energie? Das ist ein gutes Indiz dafür, dass die Entscheidung Dich eher in Deine Richtung führen wird. Es fehlt nur ein kleiner Schubs für den ersten Schritt. Fühlt es sich hingegen unsicher oder schwer an, dann ist es vielleicht noch nicht der richtige Zeitpunkt.

Und w​enn​ die​se Angst vor Veränderung alles irgendwie blockiert?

Vorweg: weg geht sie nicht, sie hat einen wichtigen Grund da zu sein. Aber Du kannst Dich ihr stellen. ​Und: Du musst das auch nicht allein tun. Oft hilft es, wenn man sich mit anderen Menschen austauscht. Die Pro und Kontra Punkte noch mal durchgeht. Die Angst vor der Entscheidung ​anspricht oder ausspricht. Denn die kennt fast jeder in irgendeiner Art und Weise.

​Ich helfe Dir gerne dabei, den ersten Schritt zu machen. Melde Dich einfach für ein kostenloses und unverbindliches ​Kennenlerngespräch an.


März 2021 – Zurück aus der Zukunft

​Ich versuche die aktuelle Situation heute einmal aus dem Blick "März 2021 - zurück aus der Zukunft" zu beleuchten. Sie ist, vielleicht, ein bisschen positiver eingefärbt als vielen gerade zu Mute ist. Aber ich mag positives Denken und ich sehe die Krise gerade, neben dem ganzen Mist den sie bringt, auch als Chance für die G​esellschaft.


​Was bis zum März 2021 alles geschah

Jeder zeigte sein wahres G​esicht​

Nicht jeder g​ing mit einer Krise gleich um. Manche gerieten in Panik und hamsterten alles mögliche, am liebsten Klopapier und Nudeln, aber auch ander Hygieneartikel und FErtiggerichte waren sehr begehrt. Andere besannen sich auf innere Werte und versuchten, trotz physischer Distanz, soziale Nähe aufrecht zu erhalten. Für die Politik war die Krise ein Prüfstein: jede Aktion wurde genauestens beobachtet und bewertet. Manche nett gemeinten Aktionen gingen eher nach hinten los, da jetzt auch viele der schlecht bezahlten Berufe wirklich realisierten, welch wichtige und systemrelevante Arbeit sie da tun. Ein einfaches "applaudieren für die Pflegekräfte" erschien da eher wie ein Hohn. Erste Regungen in Form von Petitionen zeigten sich, um auf Missstände aufmerksam zu machen und Forderungen für während und nach der Krise zu stelen.

S​chule​ - Anwesenheit ist Pflicht?

​Familien stellten fest, dass ihre Kinder sich veränderten, als sie nicht mehr zur Schule gingen. Plötzlich ging es nicht mehr darum, eine bestimmte Art von Lehrstoff zu einer festgelegten Zeit zu verinnerlichen - außer man hielt sich strikt an ebenso strikte Vorgaben von wirklich strikten Schulen. Kinder, so lernte man, lernten ganz von selbst Dinge. Nicht immer das, was auf dem Lehrplan stand, aber doch teilweise mit erstaunlicher Hartnäckigkeit​. Es wurden sogar Wege gefunden, sich trotzdem mit Freunden zu treffen, virtuell nur aber immerhin.

Lehrer stellten fest, dass Schüler auf neue Ideen kommen, wenn man offenere Aufgaben stellt. Es stellte sich eine andere Form von Beziehung zwischen L​ehrer und S​chüler ein.

Jetzt, 2021 ist Schule ist nicht mehr mit Anwesenheitspflicht verknüpft. Es gibt virtuelle Klassen. Freilerner und Homeschooler sind erlaubt, wenn auch noch mit einer Menge Bürokratie versehen (so ganz können wir dann doch nicht aus unserer Haut). Die "alte Form" der Schule gibt es ebenfalls noch, es ist aber jetzt eine von vielen Möglichkeiten.

​Schöne neue Arbeitswelt

Arbeitgeber realisierten, dass Home Office tatsächlich funktioniert, dass Abgabetermine trotz allem gehalten werden. Meetings müssen nicht zu 100% vor Ort stattfinden, eine Videokonferenz kann durchaus ausreichen. ​Einige Arbeitnehmer wirkten entspannter aufgrund der wegfallenden Pendelei. Andere schienen mehr angespannt. Und man gewöhnte sich an das Geräusch und den Anblick spielender Kinder im Hintergrund. Tatsächlich war das weit weniger oft ein Problem, als man allgemein vorher geglaubt hatte.

Es begannen sich mehr und mehr Arbeitgeber mit der Möglichkeit flexiblerer Arbeitsplätze und -zeiten auseinander zu setzen. Und es geschah ein Umdenken im Bezug auf die Niedriglöhner, man brauchte plötzlich einen Plan B um die Menschen, die sonst saisonal wenig beliebte Arbeiten übernahmen, durch lokale Kräfte zu ersetzen und das möglichst unbürokratisch.

​Die systemrelevanten Berufe bekamen mehr A​ufmerksamkeit. ​Und nicht nur das, es wurde auch an höherer Wertschätzung durch bessere B​ezahlung gearbeitet. Es ist noch ein Weg zu gehen, aber der Anfang wurde gemacht.

​Tipps aus der Zukunft

​Die Krise als Chance

​Ich höre schon die Stimmen, die mich fragen: Chance? Wir dürfen kaum raus gehen, die Arbeit wird mich vermutlich kündigen, ich weiß nicht wie ich die Miete bezahlen soll und Du redest von einer Chance? G​eht's noch?

N​ur mal als Versuch des Umdenkens: der Job, der jetzt gerade auf der Kippe steht, hast Du ihn wirklich gerne gemacht? Oder ist das jetzt eventuell der Schubs, sich (endlich) etwas anderes zu suchen? Ich sage nicht, dass es leicht wird, ich versuche nur die Perspektive zu verschieben. Ist ein Arbeitgeber, der so agiert, wirklich jemand, bei dem D​u langfristig bleiben willst?

Kannst Du mit Deinem Vermieter reden, vielleicht eine individuelle Lösung finden für die aktuelle Situation?

Gibt es eventuell sogar Hilfsprojekte, die sich gerade jetzt gründen - oder von Dir initiiert werden können - die Leuten in miesen Situationen helfen können?

​Denkt an die Empathie!

Erinnert Euch an das Wichtigste: Empathie. Anderen gegenüber, aber gerade auch Euch selber! Ja, die Situation ist großer Mist und es ist ok so zu fühlen. Auch wenn es "anderen aber schlechter geht". D​ein Leben, Deine G​efühle. Sei nett zu Dir. Tue, was Dir hilft, soweit es möglich ist.​

Und wenn es Dir selber einigermaßen gut geht, dann hast Du auch die Ressourcen, Dich um andere zu kümmern. Sei es in Gedanken oder real.

Es ist wichtig, dass wir als Menschen gerade zusammenhalten. Uns helfen. Andere nicht verurteilen. Neue Wege finden sich dann, wenn wir zusammen danach suchen, nach einem Weg der für alle gangbar ist.


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Daheimkoller! Alles ist zu viel!

​Da ist sie nun, die Ausgangsbeschränkung in Deutschland. Für viele eine ganz neue S​ituation. Mal ein Wochenende möglich, vielleicht auch eine Woche. Aber dann? Es droht der ​Daheimkoller. Alles ist zu viel. Allein der G​edanke daran macht Dir jetzt schon Herzklopfen? Du siehst streitende Kinder, schreiende Eltern? Würdest am liebsten schnell raus und die Tür hinter Dir zu knallen? Mooment! Nimm Dir doch kurz Zeit hier zu lesen. Das dauert nicht lange, versprochen.

Was könnte Dir jetzt helfen?​

Ganz wichtig: es ist eine Ausgangsbeschränkung, keine Ausgangssperre. Rausgehen ist nicht verboten, sondern nur eingeschränkt. Bevor Ihr Euch also daheim beginnt wirklich zu zoffen, geht vielleicht doch ​vor die Tür. Einzeln oder als Familie, frische Luft und Bewegung machen oft den Kopf wieder freier. Haltet Abstand zu anderen, meidet Spielplätze und andere öffentliche Orte. ​Aber Spaß haben ist erlaubt. E​in Wettrennen den nächsten Weg entlang, Fangen... oder einfach spazieren. 

Fehlt Dir vor allem der Austausch mit anderen Menschen? Kannst Du Dir vorstellen, mit Bekannten und Freunde​n per Videoschaltung zu sprechen? ​Es gibt diverse Möglichkeiten dafür: Zoom, Skype, Facetime, um mal die gängigsten zu nennen. Wenn Du aufgeschlossen bist und gerne neue Leute kennenlernst, dann sei Dir auch meine wöchentliche K​affeerunde am Abend über Zoom empfohlen, jeden Sonntag um 21 Uhr.

​Hast Du den Eindruck, dass Du Zeit für Dich alleine brauchst? Aber die schwer zu bekommen ist? Wenn es Dir möglich ist ein paar Minuten allein vor die Tür zu gehen, versuche das. Es ist nicht viel, aber mag helfen den Kopf klar genug zu halten. Und Du kannst in meinen Artikel zu "Mehr Zeit für mich in kleinen Schritten" schauen, vielleicht ist da für Dich auch noch etwas dabei.

​​Ganz nett, reicht aber noch nicht?

​Es gibt ja noch ganz andere Themen, die jetzt durch die aktuelle Situation zusätzlich drücken: Sorgen im Job​, Finanzen, Miete, wie erkläre ich es den Kindern... ​Die liebe Verena von Familiengeflecht hat ​tolle Ideen wie man Kinder durch diese Zeit begleiten kann.

​Aber m​anchmal ist es wichtig, sich Hilfe von außen zu suchen. Das geht auch ziemlich unbürokratisch per telefonischer Erstberatung. Du kannst auch die Möglichkeit nutzen, bei mir ein halbstündiges ​Notgespräch zu machen, kostenlos.

Es gibt deutschlandweite Notfallnummern, bei denen Du üblicherweise schnell und unbürokratisch mit einem Experten sprechen kannst. Auf dem Bild vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend findest Du einige wichtige Nummern. 

​Und was wenn es schon länger doof läuft?

Es ist gar nicht nur der aktuelle Lagerkoller? Es ist so schon alles zu viel? Hast Du schon länger das G​efühl, dass Du gar nicht mehr so richtig auf einen grünen Z​weig kommst? Dann möchte ich Dir gerne den Selbsttest der Deutschen Depressionshilfe ans Herz legen. Als ersten Schritt ​um mal zu prüfen, ob nicht vielleicht etwas ärgeres als "Nur" die aktuelle Situation - die wirklich schwierig ist - dahinter liegen könnte.​