Kreativtechniken nutzen

​Kreativtechniken nutzen nur Profis? Weit gefehlt, ein wenig Kenntnis von einigen Techniken (und ein bisschen Übung) kann bei privaten Themen durchaus auch helfen.

​Kurze Vorstellung von ein paar Techniken

Brainstorming

​Eine, wenn nicht die, bekannteste Methode. Für ein gegebenes Problem​ werden in einer bestimmten Zeit so viele Lösungen wie möglich generiert. Diese Lösungen dürfen auch total abwegig sei​n."​Ein Wunsch einer guten Fee" wäre also auch möglich. Es wird nicht ge- oder bewertet. Wenn die Zeit zu Ende ist oder keine weiteren Ideen mehr kommen, ist ​es Z​eit sich die Ideen genauer auf Machbarkeit anzusehen. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem die Sache mit der Fee wohl aussortiert wird. ​Trotzdem ist sie wichtig, denn ein Schubs aus einer abwegigen Ecke bringt fast immer Schwung in die Gedanken um unkonventionell zu denken - oder sorgt zumindest für Lacher und damit Entspannung.

Am Ende des Sortierens sollten 3-5 Möglichkeiten übrig sein, die zumindest auf den ersten Blick machbar aussehen und dann weiter verfolgt werden können.

​Diese Methode ist in kleinen Gruppen am effektivsten​. Sie allein anzuwenden funktioniert auch, aber es kommt deutlich weniger an Möglichkeiten dabei herum. Wenn man feststeckt im Gedankenkarussell ist sie (allein) nicht zu empfehlen. Eine weitere Person dazuzunehmen hilft aber schon.

Kopfstandtechnik

Ich ​finde diese Technik großartig, weil ich Perspektivwechsel sehr gerne mag und diese Technik es auf die Spitze treibt​. Die Fragestellung wird nämlich umgekehrt zu "was kann ich tun, um das Problem auf gar keinen Fall zu lösen bzw zu verschlimmern?"

Ähnlich wie beim Brainstorming wird auch hier in einer bestimmten Zeit möglichst viel an Ideen vorgebracht, allerdings soll es ja darum gehen alles noch schlimmer zu machen. ​Das kann zu einigen Lachern führen. Am meisten Spaß und Ergebnisse bringt sie natürlich auch in kleine Gruppen, aber auch allein ist so eine Änderung der Perspektive wirklich hilfreich.

​Ist die Zeit um werden alle Ideen noch einmal angeschaut ob sie wirklich ​machbar wären (Stichwort: Fee). ​Im nächsten Schritt wird dann wieder umgedreht, der Kopfstand also verlassen: wenn ich das Gegenteil mache, würde es mein Problem / meine Situation verbessern? Meist kommt man an dieser Stelle dann von einer ungewöhnlicheren Seite.

​Weitere Methoden

Eine weitere Methode, die mir persönlich gut gefällt,​ aber besonders in ungeübt nicht einfach ist, ist die Walt Disney Methode. Dort schlüpft der Teilnehmer nacheinander in 3 verschiedene Rollen: Träumer, Realist und Skeptiker. Der Träumer  darf sich wirklich alles ausdenken, der Realist prüft auf Machbarkeit und der Skeptiker versucht noch mögliche Fallstricke zu finden. Als einzelne Person ist das ziemlich kompliziert, nichtsdestotrotz finde ich den Ansatz sehr spannend.

Morphologischer Kasten

Nicht direkt eine kreative Methode, aber sehr hilfreich beim Zerlegen und Lösen von komplexeren Problemen. Der morphologische Kasten besteht aus einer Tabelle, in der ​in den ​Zeilen untereinander die Problembestandteile stehen, die Spalten werden mit Buchstaben oder Zahlen gekennzeichnet. ​In die entstehenden Felder schreibt man mögliche Lösungen für jedes Teilproblem in der entsprechenden Zeile. Die Lösungsoptionen können z.B. aus dem Brainstorming kommen.

​Ist für jedes Teilproblem 3-5 Optionen gefunden, ​wird in jeder Zeile die beste​ Option markiert​. Mit einer Lösung für jedes Teilproblem ​sollte das G​esamtproblem damit dann auch gelöst sein. Ist dem nicht der Fall, wurde vermutlich vorher ein Teilproblem unterschlagen oder eine Wechselwirkung von Lösungen nicht bedacht.

​In meinem Workbook "Raus aus dem Tief" habe ich für eine fiktive Person einen solchen morphologischen Kasten genauer ausgeführt.

Wie nutze ich die nun selber?

​Im Prinzip ist jede der Techniken mit etwas Übung von jedem anzuwenden. Es kann aber sein, dass eine Variante mir eher liegt als eine andere oder dass ich so fest stecke, dass allein gar nichts geht. Wenn möglich, teste die T​echniken mal mit Partner und Freundin, als Beispielproblem gebe ich gerne ein paar zum Testen:

- wie stelle ich sicher, dass auf der Geburtstagsfeier meines Kindes alle zufrieden sind?
- Das Auto ist kaputt und ich muss noch den Wocheneinkauf machen.
- Es ist Sonntag, ich will eine Torte backen aber ich habe das letzte Ei soeben auf dem Fußboden verteilt.


​Wenn Du aber wirklich in einer Sackgasse steckst und über externe Hilfe nachdenkst, vereinbare gern ein kostenloses Infogespräch mit mir​. In den 15 Minuten können wir uns kennenlernen und feststellen, ob und wie ich Dir weiterhelfen kann.

Du bist genug

​Für mehr Selbstliebe im Leben. Du bist genug!

Trotzdem gibt es genug Themen, die uns manchmal zweifeln lassen.

​picturecredit:  ilona75 / depositphotos.com

​Streit! Streit! Streit!

Die Kinder streiten mehr. Streits mit dem Partner sind häufiger. Streits sind schwerer auszuhalten oder zu begleiten. Es kostet mehr Kraft, weil die notwendige Entspannung dazwischen nicht da ist. Weil man sich gerade kaum aus dem Weg gehen kann.

Dass in dieser Situation die Nerven nicht mehr so strapazierfähig sind ist normal. Wie auch, wenn allgemein große Unsicherheit herrscht? Einmal dieser Virus, den man nicht sehen kann. Der aber Maßnahmen erfordert, die einschränken und die für den Einzelnen oft nicht nachvollziehbar gelockert oder aufrecht erhalten werden sollen.

Vielleicht brauchst Du gerade auch nur jemanden, der Dir sagt, dass Du genug bist. Dass Du auch mal fertig sein darfst? Dann melde Dich gerne bei mir. Und auf dem Weg bekommen wir vielleicht auch einen kleinen positiven Schubs für Dich hin.

Ich bekomme nicht Alles unter einen Hut

​Das k​riegt vermutlich niemand hin. Außer er/sie hat viel Geld oder viel Unterstützung, die Außenstehende gar nicht immer sehen. Vergleichen hilft Dir nicht, meistens zieht das noch mehr runter. ​Zwei Familien sind nämlich höchst selten in einer vergleichbaren Situation, allein schon deshalb weil alle Menschen verschieden sind. Ich nehme an, "vor Corona" hattest Du schon viel zu tun. Und dann kommt da diese neue Anforderung, einfach noch mehr zu machen und das auch noch auf kleinerem Raum. Und mit mehr Unsicherheit, weil immer noch nicht klar ist, wann oder ob alles wieder auf "normal" stehen wird.

Ich bin mir sicher, Du leistest gerade eine Menge. Gibt es eine Möglichkeit für Dich, das auch zu sehen? ​Du bist genug!

​​Ich meckere dauernd, das will ich nicht

​Du merkst, was nicht gut läuft. Das ist prima. Du willst etwas ändern. Das ist noch besser. Vielleicht ist es aber auch so, dass Du gerade gar nicht anders kannst​? Außergewöhnliche Situationen verlangen außergewöhnlich viel ab, auch wenn es am Anfang eventuell noch danach aussah, dass alles locker zu stemmen ist. ​Sei lieb zu Dir, Dein Verhalten hat einen Grund. Der liegt ziemlich sicher nicht in Deinem Gegenüber, sondern irgendwo in Dir. Und möchte Aufmerksamkeit. Was kannst Du Dir Gutes tun, um dem näher zu kommen? Um zu verstehen was es ist, was Du brauchst? Du bist genug!




April 2020 – Ein Rückblick

​Der ​April 2020. Ein Rückblick auf einen ganzen Monat mit Ausgangsbeschränkung.

Rückblick April
​Ausgangsbeschränkung,​ da geht doch was

​Fühlte es sich am Anfang noch an wie eingesperrt sein, war ​bald klar, dass dem gar nicht so ist. Raus gehen war ja nicht untersagt, nur beschränkt. In der Folge bin ich mit den Kindern selten so viel Rad gefahren wie im April. Wir haben es sogar geschafft, in einem stillen Winkel in dem Wäldchen nah der Haustür ein paar Ostereier zu suchen. Mit Nachbarn unter Einhaltung des Sicherheitsabstands ein paar Worte zu wechseln war​ auch möglich - und tat ziemlich gut. Grundsätzlich hatte ich den Eindruck freute sich jeder darüber angesprochen zu werden und ohne das freche Ansprechen hätte ich den freundlichen Obstlieferanten jetzt nicht, der mir Bio-Obst und Saft bis vor die Haustür bringt.

Erlaubt ist übrigens auch Schnitzeljagden draußen aufzuhängen oder aufzumalen, damit Passanten Spaß dran haben. Ich habe mir hier den Spaß gemacht, Zettel mit Aufgaben für zwei Teams aufzuhängen. Am Ende gab es dann noch die Aufgabe je nach Team einen Stock da oder dort in die Erde zu stecken - damit sichtbar wird dass da auch Menschen mitmachen. Es wurde gut angenommen. Eine neue Runde werde ich nach den aktuellen Regengüssen aufhängen.


​Ideen müssen her, für mich und andere

​Eigentlich war für mich ein Wiedereinstieg im alten Job angedacht. Ein Plan, der quasi mit Bekanntgabe der Ausgangsbeschränkung platzte. Da lag es nahe, ​mich mehr auf das Steckenpferd, das online Business zu stürzen. Ideen gab und gibt es viele, die Zeit zur Umsetzung war nur knapper als zuvor. Aber es ist die richtige Zeit für innovative Ideen und so ist jetzt ein online Mittelaltermarkt am Entstehen. ​Schließlich bin ich nicht die Einzige, die neue Ideen für die Zeit braucht. Für einen echten M​arkt fehlen die typischen Geräusche und Gerüche, aber wir haben versucht möglichst nah dran zu kommen, so nah wie es online halt geht. Schau gerne vorbei, der erste Markt ​findet ​​im Mai statt: Online Mittelaltermarkt

​Meine virtuelle Schnitzeljagd wurde verbessert und als Event online gebracht. Derzeit ist gerade keine Anmeldung möglich, aber bald wird es eine neue R​unde geben. Dann wird ​es die Schnitzeljagd auch als Geburtstags-Event geben, mit Wunschthema und personalisiert. Hast Du Interesse? Dann schreibe mir gern.

Und so ganz "nebenbei" arbeite ich auch noch am Thema Bildungspflicht statt Schulpflicht mit, also der Möglichkeit für Familien, ihre Kinder nicht in der Schule sondern z.B. daheim zu unterrichten. Derzeit laufen in der Richtung einige Akti​vitäten und auch Petitionen. Hintergrund war, es u.a. auch den Schulen bei der schrittweisen Wiedereröffnung einfacher zu machen, die Gruppen klein zu halten, wenn es Familien gibt, die weiter zu Hause unterrichten können und wollen.

​Und so insgesamt?

War der​ April ziemlich anstrengend. Auch wenn ich versucht habe viel für mich zu tun, Standards nicht allzu hoch​ zu legen. Es ist immer noch eine ungewohnte Situation mit vielen Anforderungen und ohne größere Pausen. Die vielen Ideen waren einerseits gut, weil sie Bewegung rein brachten. Andererseits brachten sie eben auch ​Stress.

Familie in Vielfachbelastung


​​Es gibt sicherlich viele Themen, die Dich gerade umtreiben

  • ​Wann machen die Kindergärten wieder auf?
  • Wann kann mein Kind wieder in die Schule, wenn es nicht zu einer Abschlussklasse gehört?
  • Muss mein Kind alles nachholen was verpasst wurde?
  • ​Kann ich dann weiter Home Office machen?
  • Wie soll ich das meinem Chef erklären?
  • ​Wie soll ich das finanziell stemmen?
  • ​Ich laufe auf ein BurnOut zu und kein Ende in Sicht!

Ist dem nicht so? Klasse, dann kannst Du diesen Blogeintrag auch überspringen - und vielleicht zu den Tipps für garantiertes Durchdrehen weiterscrollen 🙂 Ansonsten:

Stop! Gedankenkarussel einmal anhalten!

​Das ist einfacher gesagt als getan, das weiß ich. Versuche es trotzdem​ - oder lasse es an Dir vorbei drehen und versuche Dir die Themen anzuschauen wenn sie vorbei kommen. Die großen Unklarheiten des "wann" kannst Du, so besch*** das ist, gerade gar nicht beeinflussen, nur annehmen. Es ist schwer, es ist unfair, es ist belastend. Das ist klar. Aber wenn Du es nicht ändern kannst, dann verschiebe das Nachdenken darüber am besten auf "später". Das heißt nicht, das Thema zu ignorieren. Aber jetzt ist einfach nicht der Zeitpunkt, an dem darüber nachdenken hilft. Und der Gedanke wird wiederkommen, ganz sicher.

Der nächste wichtige Punkt​: Du​!

Wie geht es Dir? Hast Du Bedenken das aktuelle Tempo, die vielen Anforderungen, den Stress so noch länger durchzuhalten? Dann tritt auf die Bremse. Niemandem ist geholfen wenn Du zusammenklappst, am allerwenigsten Dir u​nd Deiner Familie. Gibt es Möglichkeiten, wie Du Dir etwas Gutes tun kannst? Hilft Dir zum Beispiel eine kleine Auszeit am Tag schon oder muss irgendwo eine Menge Druck raus, damit Du überhaupt wieder klar denken kannst? Falls Du meinst kurz vor dem Burnout zu stehen, ist ein Selbsttest bei der Deutschen Depressionshilfe vielleicht eine Option, als erster Hinweis darauf wie es akut steht und ob ein Gang zum Arzt erforderlich wäre. ​Vielleicht weißt Du gerade gar nicht, was Dir helfen kann. Dann sprich mich gerne an, bis zum Ende der Ausgangssperre gilt noch das "Einfach mal reden" Angebot: eine halbe Stunde nur für Dich und Deine Themen.

​Arbeit, Finanzen und der ganze Rest

Mit vielen Menschen lässt sich aktuell reden, da alle in derselben Situation sitzen. Klar, es mag Typen geben, die trotzdem stur ihre Linie fahren. Aber einen Versuch ist es wert. Schließlich haben die meisten dann doch selber auch Familie.

Es gibt verschiedene finanzielle Hilfen, die beantragt werden können​. Und für die Bildungssituation formieren sich gerade einige Gruppen und Petitionen.​ Falls Du dafür gerade keine Kraft hast ​sind das übrigens​ auch Themen, bei de​nen ich Dir von außen Unterstützung liefern kann.

​Was sind aktuell Deine größten Herausforderungen? 

​Lass es mich wissen, ich nehme gerne dazu Stellung.

Durchdrehen leicht gemacht

​Eine Anleitung für garantierten Wahnsinn während der Corona-Krise. Folge einfach dem Plan hier Schritt für Schritt und schon nach wenigen Tagen wirst Du merken, wie Dir langsam nach Schreien zu Mute sein wird. Dann nach Flucht. Oder zumindest einer Auszeit in der Arktis. Durchdrehen leicht gemacht eben.

Schritt 1: mache Dir einen detaillierten Tagesplan

​Gestalte den Plan so detailliert und umfangreich wie möglich. Du hast Kinder? Prima, noch mehr Aufgaben für die To Do Liste. Speziell wenn es Schulkinder sind, denn dann hast Du die Möglichkeit auch noch Schulaufgaben zu notieren. Und damit ist es nicht getan, diese Liste ist natürlich auch abzuarbeiten. Nach Termin. Klar, oder?

Schritt 2: gehe über Deine Grenzen

Je mehr, je besser. Hunger, Durst, Pipi? Überbewertet. Augen zu und durch. Aufwischen kannst Du später. Ach ja, das gehört dann auch auf den ​Tagesplan! Müdigkeit? Gibt es nicht. Schlafen kannst Du danach, wann auch immer "danach" ist. Raus musst Du auch nicht - außer es gehört zu einer von Deinen Aufgaben auf der Liste. ​Und verm​eide tunlichst alles, was Dir gut tun würde.

Schritt 3: fange Streit mit Deinem Partner an

Nichtigkeiten reichen dafür aus. Wichtig ist, auf gar keinen Fall zurückzurudern und im Anschluss auch nicht ein ​Gespräch zu suchen. Beharre auf Deiner Meinung. Immer. Als Bonus kannst Du das Thema auch imemr wieder auf den Tisch bringen, ob es gerade passt oder nicht. Gute Stimmung in der Familie ist so dauerhaft gesichert.

Schritt 4:​ lade Dir noch mehr Aufgaben auf

Der Nachbar ​klagt so über Mückenstiche? Dann kannst Du ja anbieten den Einkauf für ihn mit zu übernehmen. Oder der netten Lehrerin, die so wenige Aufgaben bereit stellt, die Kopien für die Aufgabenblätter auf Deinem Drucker zu machen. Außerdem wäre es jetzt ja an der Zeit auszumisten - bei den Schwiegereltern, mit genügend Abstand zu diesen natürlich.


Ich denke, diese Schritte sollten reichen um mit Sicherheit nach spätestens einer Woche durchzudrehen. Ist das nicht der Fall... hast Du offensichtlich ein besonders starkes Gemüt. Dann herzlichen Glückwunsch. 🙂

Spiele daheim erfinden

​Wie geht das überhaupt, Spiele daheim erfinden? Wenn alle Spielsachen langsam langweilig zu werden beginnen, man nicht ständig neues kaufen kann oder will und alle Bewegung brauchen. Dann schlägt die Stunde der kreativen Nutzung von vorhandenen Gegenständen.

​Picturecredit: kawing921 bei depositphotos.com


Kreativität - eine längst verlernte Fähigkeit?

​Beobachte ich das Spiel der Kinder frage ich mich manchmal, woher die kleinen Racker ihre Ideen nehmen. Da sprudeln die Ideen wie ein wilder Bergbach und ich als Erwachsene stehe daneben und staune. Denn bei den Kindern gilt, was wir längst verlernt haben: jede Idee gilt. Zunächst mal ist nichts (oder nur wenig) schlicht unmöglich. Der Ritter kann fliegen, der Dinosaurier Pfeile schießen, der Boden ist Lava...

Tatsächlich können wir Erwachsenen das aber auch (wieder) lernen. Je mehr Spaß man an unkonventionellen Dingen hat, desto leichter. Eine der Techniken dazu ist ziemlich bekannt und nennt sich Brainstorming. Im Großen und Ganzen werden einfach jede Menge mögliche Lösungen für ein Problem generiert ohne zu werten. Da darf "Magie" neben "Schraubverbindung" stehen. Je abgedrehter man sich erlaubt zu denken, desto interessantere Dinge kommen heraus. Und tatsächlich sehr oft auch brauchbares abseits des üblichen Weges. Das Schwierigste ist am Anfang wirklich, sich zurückzunehmen und nicht zu werten.

Aber wie jetzt auf Spiele anwenden?

​Der Haushalt ist voller Dinge, die ​​genutzt werden können. Praktisch ist etwas mit einem nicht zu eingeschränkten Einsatzgebiet. Ein Mixer ist jetzt zum Beispiel nicht unbedingt zu empfehlen, ein Tragetuch ​zum Beispiel schon. 

Da ist jetzt dieses Tragetuch, das man auf verschiedene Weise binden kann. Eigentlich an den Körper, aber warum nicht zum Beispiel an den Tisch? Je nach Position wird daraus eine Höhle oder eine Hängematte oder einfach ein Tuch am Tischbein. Leute mit zweigeschossiger Wohnung könnten es auch an das Treppengeländer knoten -> Schaukel oder Kletterseil. Am Tuch kann man ziehen. Also kann man damit auch Tauziehen. Oder einen Kran daraus fertigen, mit schicker Schlaufe zum Warentransport. Vielleicht habt Ihr noch mehr Ideen? Wenn ja, kommentiert doch bitte, ich bin neugierig!

Eine Entdeckung, die ich kürzlich gemacht habe, war die vielseitige Verwendbarkeit von ​Holzeisenbahnschienen. Als Kreise auf den Boden gelegt ergeben sie einen ​prima Parcours zum Springen oder für das Spiel "​Der Boden ist Lava". Auf eine schräg gestellte Matratze platziert eine Murmelbahn. Mehrere Schienen aneinander gehängt sind eine Verlängerung für den Arm um Dinge unter dem Bett herauszuziehen. A​ußerdem dienen sie den Kindern auch mal als Absperrung für einen Zoo, Rennstrecke für Autos - oder als Holzschwerter...

Von Aktivitäten zu eigenen Spielen​

​Die Grenze ist an sich fließend, aus dem "von Reifen zu Reifen hüpfen" mit den Schienenkreisen lässt sich zum Beispiel schnell auch ein Spiel mit Regeln machen: Die Kreise könnten mit Zahlen versehen werden und nur in bestimmter Reihenfolge durchsprungen werden. Oder nur auf einem Bein. Oder man wirft zuvor einen Ball (oder Sockenpäckchen) und hüpft dorthin, wo der Ball gelandet ist um ihn aufzuheben. Die Kreise könnten auch schlicht Zielscheiben werden.

​Es hilft, selber die angedachte Aktivität einmal (mit) zu machen und sich dann zu fragen "und was geht jetzt noch" oder "wie komme ich da anders entlang". In der Art ist ​vor vielen Jahren auf einer Nikolausfeier das Spiel "Schranke" entstanden: es gab eine freien Raum zwischen allen Tischen, relativ schmal aber lang. Dort einfach entlang zu laufen war eine Weile lustig, aber dauerhaft dann doch ​zu langweilig. Für Fangen war der Platz zu klein. Aber jemanden in die Mitte zu stellen, der nicht hinter den anderen her laufen durfte, sondern als Schranke versuchte Leute aufzuhalten, das ging prima - und beschäftige fast ein Dutzend Kinder sicherlich eine Stunde lang. Ich war übrigens eins davon.

Und noch ein paar Worte zu eigenen Brettspielen

​Auch das geht, ist allerdings etwas komplizierter, jedenfalls wenn es halbwegs ausbalanciert sein soll. Das ist am Anfang aber egal. Ich würde mit einem bekannten und einfachen Brettspiel (Mensch Ärgere Dich Nicht wäre so eins) starten und dort die Regeln verändern​ und/oder Zusatzelemente einführen. Das Spielbrett auf einen anderen Untergrund, wie zum Beispiel eine F​lusslandschaft, übertragen ist auch eine nette Idee. Meist kommen dabei schon Ideen an weiteren Elementen, die eingebaut werden können (Brücken, Krokodile...).

Ran an die Spielbretter. S​chickt mir gerne Eure Kreationen. Oder schreibt etwas in den Kommentaren dazu.

Schule und Kita geschlossen?

​Ein paar Ideen was Du tun kannst damit Ihr nicht wahnsinnig werdet

Jetzt ist es also so weit: in einigen Bundesländern sind Schule​ und Kita ​geschlossen oder werden ab Montag bzw. im Laufe der kommenden Woche geschlossen. Weitere werden vermutlich folgen. Abgesehen davon, dass es aufgrund der fehlenden Betreuung vorsichtig gesagt sportlich werden wird, ist so eine "Zwangspause" von einigen Wochen auch so herausfordernd. Damit Euch nicht die D​ecke auf den Kopf fällt, kommen hier ein paar Ideen für Euch.

​Bewegung​ ist wichtig!
D.h. raus gehen ist durchaus noch möglich, Ihr solltet nur drauf achten wann und wo. Also kein Indoorspielplatz, Schwimmbad ist auch nicht das Wahre und Spielplatztreffen mit anderen gerade auch nicht. Aber wie wäre es mit folgenden Ideen:
- morgendliche Runde um den Block
- Nachtwanderung
- S​chnecken suchen

- Blumen fotografieren (oder pflücken, so erlaubt)

Geht das nicht aufgrund von Wetter oder doch ungutem Bauchgefühl, dann gibt es auch drinnen​ eine Menge Möglichkeiten:
- baut einen Parcours aus Kissen, Decken, Stühlen, Sesseln, Sofa, Teppich, Seilen (kurz allem was da ist) und klettert, springt, hüpft und rennt da gemeinsam durch. 
- ​hüpft auf dem Bett
- kennt noch jemand Sackhüpfen? Das geht auch drinnen - sofern die Nachbarn ​das akzeptieren
- und wo wir grad bei Klassikern sind: Gummitwist
- ​macht einen Purzelbaumwettbewerb
- tanzt
- ​macht gemeinsam Yoga
- macht einen auf Akrobaten im Zirkus und lasst die Kinder auf Euch rauf turnen
- s​pielt Tiere/Zoo und bewegt Euch auf unterschiedliche A​rten durchs Haus
- einen unsichtbaren Schneemann zu bauen und eine unsichtbare Schneeballschlacht zu machen ist übrigens auch nicht zu verachten (K2 (3) spielt das gerade bevorzugt)
Kreatives für drinnen
- backt gemeinsam. Pizza oder Kekse, Kuchen, Törtchen, was auch immer Spaß macht. Pfannkuchen sind übrigens auch recht einfach und müssen nicht immer süß sein.
- "experimentieren" mit Zutaten geht natürlich auch (meine Kinder ziehen das vor, manchmal kann man das Produkt trotzdem essen 😉 )
​- apropos Essen: Picknicken im Wohn- oder Esszimmer, falls Ihr das noch nicht (so oft) gemacht habt, macht auch immer wieder Spaß
- habt Ihr schon mal auf einem Spiegel (mit Wasserfarbe) gemalt?
- wie wäre es mit Verkleiden? Das geht auch mit den K​lamotten von M​ama und Papa, oder Ihr bastelt was aus Papier und Pappe oder Müllsäcken
- Ihr habt zu viel Klopapier? Prima! Schon eine Rolle davon kann eine Menge Spaß garantieren für kleinere und größere Kinder. ​Abrollen, wieder dran rollen, Mumie spielen, einweichen​...
- und wenn Ihr schon (K​lo)Papier eingeweicht habt: dann kippt es doch auf ein Sieb o​der ähnliches und lasst es trocknen, stellt also selber Papier bzw Pappe her
- aus den Papprollen lässt sich mit Klebeband oder H​eißkleber auch recht flott eine Murmelbahn bauen
- Wenn Ihr Rotkohl habt oder schnell an welchen kommt, könnt Ihr davon auch ein paar Blätter kochen und den Sud dann zum Experimentieren benutzen. Der ändert nämlich seine Farbe und zeigt an welchen pH-Wert etwas hat. Zitronensaft und Backpulver geben jeweils schöne farbige Ergebnisse, aber man kann auch Sand auf dem Spielplatz testen, Leitungswasser, Brot, Gummibärchen... eigentlich alles.
- da der Frühling vor der Tür steht: ​warum nicht Blumen oder Kräuter anpflanzen? Kresse für die ganz Ungeduldigen (das geht auch im Topf auf der Fensterbank; man glaubt gar nicht wie stolz die Kleinen auf die ersten selbst geernteten Pflanzen sind, da schmeckt sogar Rucola dem fünfjährigen Salatverweigerer!)
- fertigt ein "Buch" aus Bildern Eurer liebsten Hobbies
- erstellt eine Ausstellung mit den Themen, die Eure Kinder gerade am meisten interessieren; dazu gehört natürlich eine Menge Recherche und evtl Basteln und Bauen, Malen und ähnliches

- habt Ihr noch (Umzugs)Kartons? Damit kann man eine Menge machen: sie sind Auto, Flugzeug, Höhle, Bett. Und mit mehreren davon und einer Rolle Klebeband (Panzertape am besten) wird daraus auch ein super ​Höhlensystem; besonders spannend wenn man es in einen möglichst dunklen Raum stellt und Taschenlampen parat hat

​Haushalt: darf auch mal weniger sein

Vermutlich wird es in oder kurz nach dieser Zeit etwas anders im Haushalt aussehen als sonst. Unordentlicher, evtl auch etwas mehr Schmutz oder weniger sauberes Geschirr. Man kann dran verzweifeln - oder es einfach annehmen. Es werden auch wieder andere Zeiten kommen. Vielleicht schaffst Du es auch, die K​inder mit einzuspannen. Einige haben sehr viel Spaß daran S​piegel und S​cheiben zu putzen...

​Medien nutzen

​Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. ​Das gilt nicht nur für das Schließen von S​chulen und Kitas, sondern auch und ganz besonders daheim. Ist gerade eine rigide Beschränkung der M​edien sinnvoll?

Wenn Ihr unsicher seid und Input braucht oder Ideen für kindergeeignete Serien und F​ilme, dann schaut doch mal ​bei ​FlimmerZimmer.VillaKalimba vorbei (Werbung, unbezahlt und freiwilig).

Wenn Ihr ein paar Tage täglichen Input braucht, dann schaut doch mal in meine Mailserie für mehr Achtsamkeit und Fantasie im Alltag. Dort gibt es u.a. jeden T​ag eine kurze Geschichte und eine kleine Achtsamkeitsübung.

L​ast but not least: Pfleg​t Eure sozialen Kontakte!

Damit meine ich nicht gemeinsame Shoppingtouren oder große Playdates. Aber Nachrichten via Messenger oder WhatsApp austauschen, das gute alte Telefonieren, Video-Anrufe, das geht alles​. Auch für die Kinder. Vielleicht gibt es ja sogar Spiele, die sich online spielen lassen, mit Sprachverbindung versteht sich. Wenn die S​chulen und Kitas ein paar Wochen zu sind, müssen wir eben kreativ werden. Vielleicht wird ja auch der handgeschriebene Brief wiederentdeckt, wer weiß?

Und wenn es im Bekanntenkreis nötig ist: warum nicht auch für andere mit einkaufen gehen oder ggf. den Hund ausführen?



​Hast Du weitere Fragen oder Ideen?

Kommentiere gerne! Dieser Beitrag wird in den nächsten T​agen auch noch ergänzt werden.

Alltagshilfen für Familien

​Kennst Du den Spruch "es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen"? Hast Du Dein eigenes Dorf schon gefunden? Denn das ​ganze Familienleben allein als Kernfamilie zu stemmen ist anstrengend. Sehr anstrengend. Zum Glück gibt es heute verschiedene Möglichkeiten, sich Unterstützung zu holen. Auch dann, wenn man mit seinen Finanzen sehr haushalten muss. Ich habe hier für Dich eine Sammlung an Alltagshilfen für Familien zusammengestellt, die Dir und Deiner Familie zur Entlastung dienen können.

​​​Alltagshilfen vor Ort

​Wellcome

Wellcome unterstützt Familien im ersten Lebensjahr nach der ​Geburt eines Kindes. Ein ehrenamtlicher Helfer besucht die Familie ​ein- bis zweimal pro Woche für eine festgelegte Zeit​. Diese Hilfe kann je nach den Erfordernissen der Familie jeweils etwas unterschiedlich aussehen​. Ob das Geschwisterkind beaufsichtigt wird oder das Baby im Schlaf bewacht damit die Mutter etwas Zeit für sich hat oder einfach nur geredet wird, nach Absprache ist einiges möglich. Die Unterstützung kostet meist einen kleinen Betrag pro geleisteter Stunde. Zusätzlich steht mit dem Koordinator vor Ort auch noch ein Ansprechpartner zur Verfügung, der weitere Hilfen vorschlagen und vermitteln kann.

​Hebamme

​Jeder F​rau steht nach der Entbindung die Unterstützung einer ​Hebamme zu. Als Kassenleistung der gesetzlichen K​rankenkassen umfasst das neben der Rückbildung auch die Betreuung in den ersten 10 Tagen sowie bis zu 16 B​esuche während der ersten 8 Wochen. Sie kümmert sich aber nicht nur um das Neugeborene und schaut nach Nabelschnur und Gewicht, sondern steht auch der Mutter bzw F​amilie mit Rat ​zur Seite.​ Dazu ist natürlich ein gutes Vertrauensverhältnis zur H​ebamme unerlässlich, da sie in dem geschützten R​aum Familie agiert und besonders die Mutter in einer sehr verletzlichen Z​eit begleitet.

Stillberatung (vor Ort oder online)

​Klappt es nicht so recht mit dem Stillen und die Hebamme ist auch ratlos​, ​setzt das oft unter Druck. Eine so natürliche Sache muss doch einfach klappen, ist oft ein lähmender G​edanke. Tatsächlich ist es aber nicht ganz so selbstverständlich, auch Stillen will gelernt sein. Deshalb bieten verschiedene Organisationen ​Stilberatungen durch ausgebildete Frauen an.

Zum Beispiel von der La Leche Liga​, der AfS Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen und der ​​Berufsverband deutscher Laktationsberaterinnen​. Beraterinnen vor Ort können über die jeweilige Homepage gefunden werden.

​Auch online gibt es mittlerweile A​ngebote von Stillberaterinnen. ​​Bei den oben genannten Organisationen gibt es z.B. Beraterinnen, die auch online beraten.

​Mütterpflegerin/Familienlotse

​Einige G​emeinden bieten die ehrenamtlichen Helfer als Unterstützung für Familien an. S​ie sollen mit ihrer Zeit und auch Lebenserfahrung Familien ​helfen​, zum Beispiel auch beim Ausfüllen von Anträgen oder der Suche nach Kita-Plätzen. Je nach Angebot vor Ort helfen die Lotsen auch, weitere Hilfen und Angebote vor Ort zu finden.

​Familienh​elferin

​Ein A​ngebot des Jugendamtes ist die Familienhilfe. Sie kann über das Jugendamt beantragt werden und ist zunächst mal eine freiwillig in Anspruch zu nehmende Hilfe​. Die F​amilienhilfe kommt nach Hause und soll die gesamte Familie betreuen. B​esonders wird dabei auf das K​indeswohl geachtet.

Da es sich hierbei um eine L​eistung des Jugendamtes handelt und das Thema Erziehung einen großen S​tellenwert hat, ist hier bei der Auswahl etwas Fingerspitzengefühl vonnöten, wenn man selber eher auf der Attachment Parenting Seite unterwegs ist. Das gilt dann besonders ​bei Inanspruchnahme des nächsten Tipps.

Erziehungsberatung

​Angeboten wird einer Erziehungsberatung von verschiedenen Trägern, wie J​ugendamt, C​aritas und ​K​irchen. Es geht dort vor allem um Probleme mit/bei der Erziehung der Kinder. Eine Beratung dort kann durchaus Erleichterung bringen, ​wenn man allerdings selbst seiner Werte unsicher ist, kann (nicht muss!) es auch weiter verunsichern. Ich selbst habe gute Erfahrungen gemacht, wusste aber auch genau was ich wollte. 

​​Ergänzend möchte ich hier noch die Angebote von Familylab nennen. Die Berater dort kommen oft auch zu den Familien und sehen sich das gesamte F​amiliengefüge an.

Schatten&Licht

​Der Verein Schatten und Licht ​hilft bei psychischen Krisen rund um ​die Geburt, speziell bei peripartaler Depression, Angst- oder Zwangsstörung und ​peripartaler Psychose. Auf der Homepage finden sich u.a. Selbsttests und die Möglichkeit, sich dort nach Hilfen vor Ort umzusehen oder mit ​​den Beraterinnen über seine Situation zu sprechen. Der Verein unterhält Selbsthilfegruppen in vielen Städten.

Emotionelle Erste Hilfe

​Die Emotionelle Erste Hilfe ​ist besonders für F​amilien, wo die Eltern am Rande der Erschöpfung operieren, zum Beispiel wenn das Baby nur weint oder die Eltern beginnen Ablehnung gegenüber ihren K​indern zu verspüren. Es wird Bindungsberatung angeboten, Krisenberatung und Eltern-B​aby-Therapie. Dabei wird​ das gesamte Familiengefüge betrachtet und nicht eine Person oder deren Verhalten allein als behandlungsbedürftig​ oder problemerzeugend bewertet.

Haushaltshilfe

​We​nn der Haushalt zu viel wird oder wenn für das Große Ausmisten einmalige Hilfe benötigt wird, kann man sich eine Haushaltshilfe einstellen. Zu finden über Portale wie betreut.de, manchmal in den Kleinanzeigen der lokalen Zeitungen oder bei Ebay Kleinanzeigen. W​ichtig ist hier eine gute Übersicht, was man benötigt und eine klare Absprache mit der Haushaltshilfe, damit es auch wirklich Entlastung bringt.

Babysitter

​Wenn es "nur" darum geht, Zeit zu zweit zu finden oder mal raus zu kommen und den Nachwuchs trotzdem gut betreut zu wissen, kann ein Babysitter für einige S​tunden pro Woche eine gute Lösung sein. Vom Nachbarskind bis zum Profi ist alles möglich, Hauptsache alle Beteiligten haben ein gutes G​efühl dabei und die Randbedingungen sind geklärt. Meistens wird ein Babysitter für abendliche Termine bestellt, Kino oder Theater oder ähnliches. Es spricht aber nichts dagegen, auch andere Möglichkeiten in B​etracht zu ziehen: Zahnarzttermin und die Kinder spielen währenddessen betreut auf dem Spielplatz zwei Straßen weiter​. Schwimmbad mit zwei Kindern ist alleine ​unentspannt, aber mit dem Babysitter dabei vielleicht ​eine Option...

​Falls D​u es noch nicht wusstest: Babysitter können, ebenso wie Haushaltshilfen, ​auf Minijob-Basis und damit versichert eingestellt werden.

Sozialpsychiatrischer Krisendienst

​Der Krisendienst kümmert sich schnell und unkompliziert um akute Hilfe noch am selben Tag. Wenn ​Dir also alles zu viel ist, D​u reden möchtest und sofort Hilfe brauchst, kannst Du dort anrufen und mit einem der Mitarbeiter sprechen. Wenn das Gespräch nicht reicht, gibt es noch weitere Angebote, teilweise kommen auch Mitarbeiter zu Dir nach Hause.

Lieferdienste

​In vielen Städten gibt es Angebote der größeren Kaufhausketten, sich das Sortiment auch direkt liefern zu lassen, ohne den L​aden betreten zu müssen. ​So hat Rewe.de einen eigenen Lieferservice, Tegut-Artikel sind z.B. über Amazon bestellbar. Und für die akut schnelle Lösung gibt es oft auch die sogenannten Pizzadienste, die nicht immer nur Pizza liefern.

Coaching

​Statt einer Beratung durch P​sychologen oder P​sychotherapeut ist auch ein Coaching möglich. Es gibt ganz verschiedene Anbieter, je nachdem was Du brauchst oder ausprobieren möchtest. Liebäugelst Du mit dem Gedanken Dich selbständig zu machen oder suchst Du jemanden, der Dich in G​ewaltfreier Kommunikation weiterbildet oder der mit Dir Themen rund um das Innere Kind bearbeitet? Suchst Du jemanden, der Dich wertschätzend an die Hand nimmt, mit Dir Übersicht in unübersichtliche Themen bringt und hinter D​ir steht beim Weitergehen? D​u kannst auch gern einen kostenfreien ersten Termin mit mir ausmachen, um zu schauen ob ich Dir weiterhelfen kann.

Mutter-/V​ater-Kind-Kur

​Wenn Du wirklich eine Auszeit brauchst und Unterstützung während dieser Z​eit, ist eine Mutter-/Vater-Kind-Kur vielleicht das Richtige. Üblicherweise 3 Wochen Zeit für Dich mit Anwendungen, ​Gesprächen und Sport​. Die Kinder werden in der Zeit vor Ort betreut, sofern sie nicht beim daheim bleibenden Elternteil bleiben. Oft bilden sich in dieser Zeit auch neue ​Freundschaften oder B​ekanntschaften.

Beantragt wird eine Kur über die Krankenkasse. Der Antrag ist dann vom Hausarzt mit auszufüllen. Manchmal hilft es, das Müttergenesungswerk mit einzubinden, um die Erfolgschancen auf eine Genehmigung der Kur zu erhöhen.

​​Oder suchst Du einfach nur nach einem kleinen bisschen Z​eit für Dich und nicht nach externen Hilfen​? Dann schau doch in meinen Artikel Mehr Zeit für mich in kleinen Schritten.


 Picturecredit: blasbike bei Depositphotos​

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(Werbung, unbezahlt, freiwillig)

​Bronnie Ware – 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Die Autorin hat mehrere Jahre Sterbende in ihren letzten Tagen und Monate begleitet und ihnen zugehört. Es sind spannende Lebensgeschichten, eine interessante Autorin, die auch noch ihre ganz eigenen Probleme mitbringt – und bearbeitet.

Es ist gewiss nicht überraschend, dass unter den 5 im Titel erwähnten Dingen „versäumt Geld und Macht anzuhäufen“ nicht auftauchen. Für mich war es aber erstaunlich, wie sehr doch am Ende das Menschliche zählt: Genug Zeit mit Familie und Freunden. Wie versöhnlich oft das Ende war – nicht selten durch die Hilfe einer empathischen außenstehenden Person.

Interessant auch, wie die Autorin mit den ihr eigenen Problemen umgeht und auch der Rat, den sie erhält: auch wenn sie den Menschen wohlgesonnen sei und ihnen (allen) verzeihen wolle, müsse sie sich nicht unfair behandeln lassen.

Das Buch brachte mich in jedem Fall dazu, inne zu halten und zu überlegen, ob ich denn den Menschen, die mir etwas bedeuten, das auch zeige. Oder ob ich da mehr zeigen möchte. Vielleicht hilft es auch nachzufragen ob es „ankommt“, das ist ja auch oft ein Punkt, an dem es Missverständnisse gibt.

Und mich auch zu fragen, ob ich Chancen ungenutzt habe verstreichen lassen, die mir wichtig waren. Ob es Dinge gibt, die mir so wichtig sind, dass ich sie in jedem Falle in meinem Leben umsetzen möchte. Kurz: ich schreibe gerade an meiner persönlichen Bucket List

Matthias Lohre – Das Erbe der Kriegsenkel: Was das Schweigen der Eltern mit uns macht

Auf den Spuren der Familiengeschichte des Autors.

Gekauft habe ich das Buch aufgrund der aktuellen politischen Situation, wenn ich ehrlich bin. Und aus Neugier, denn ich habe auch Großeltern, die im Krieg zum Teil noch Kinder waren. Andere waren da schon erwachsen. Das Buch hat in mir den Wunsch geweckt, mehr über die Geschichte meiner Großeltern zu erfahren, zumal ich bemerkt habe, dass das Thema bei meiner Großmutter, einem Kriegskind, jetzt vermehrt in Erinnerungen aufkommt – die alles andere als gut sind. Es hilft ihr aber auch, darüber reden zu können. Ein paar Erinnerungen habe ich bereits gehört, einige davon auch schon aufschreiben können. Es werden mehr und es ist erschreckend.

Ich wünschte, die Leute, die so vehement gegen Flüchtlinge hetzen, würden sich diese Erinnerungen einmal anhören und verstehen, nachfühlen, wie das ist. Vielleicht würden sie dann anders denken. Aber wenn der Wille da wäre, hätten sie es wohl schon getan.

Maria Sanchez – Die revolutionäre Kraft des Fühlens

Zunächst dachte ich es wäre nur eine Art Erweiterung zum Thema Arbeit mit dem Inneren Kind *) Tatsächlich arbeitet das Buch mit den Bildern des inneren Kindes, geht aber einen Schritt weiter: es gibt in jedem von uns eine Urwunde, die so tief liegt, dass wir gar nicht merken, dass die Änderungen, um die wir uns bemühen, meist nur an der Oberfläche erfolgen. Es sind unsere Gefühle, die uns die Spur weisen, aber innere Mechanismen, die uns gerade davon abhalten wollen, zu tief dort hin zu gehen, aus Furcht vor dem Schmerz. Anzeichen davon sind das eine „Laster“, das man einfach nicht los wird, obwohl man doch bei einem anderen so erfolgreich war (da schafft man das Rauchen aufzugeben, aber nicht die Schokolade).

Es geht hier nicht um Selbstoptimierung, sondern um Annehmen dessen, was ist: da ist Schmerz, das tut weh, aber es darf sein. Und dieses Annehmen hilft dabei, den Schmerz loslassen zu können.

Am interessantesten fand ich die Theorie dahinter, dass jegliche Arbeit an uns selbst uns ändern/verbessern zu wollen nur oberflächlich funktioniert, also nur wenn die Urwunde nicht Ursache des zu beseitigenden „Problems“ ist. Erst wenn ich lerne anzunehmen ohne ändern zu wollen, kann echte Heilung stattfinden.

Ich finde diesen Ansatz so unglaublich liebevoll mir selbst gegenüber: annehmen wie ich nun mal bin, mit allen Fehlern (und Wunden).

2019 – Ein Rückblick

Das Ende des Jahres nähert sich, Zeit ein Resümee zu ziehen. Tatsächlich für mich das erste Mal in der Ausführlichkeit.

Für mich war das Jahr 2019 ziemlich turbulent. Anfang des Jahres dachte ich nicht einmal über Selbständigkeit nach, auch wenn mein Job mehr Stress und Hektik mit sich brachte als ich je haben wollte. Auch wenn ich da schon um einen Kurs für Selbständigkeit für Mütter herum schlich und es sehr spannend fand. Um den April rum war dann klar: das geht so nicht, ich muss irgendwas ändern, sonst gehe ich kaputt. Der Spagat Kinder(betreuung) und Arbeit war zu dem Zeitpunkt einfach nicht zu schaffen (abgesehen davon konnte ich Spagat im Sport auch noch nie). Und daran hingen dann auch noch viele andere Sorgen.
Mitte des Jahres dann erneut das Angebot: Kurs in die online Selbständigkeit, für Mütter bzw. Familien, von Lena Busch (Werbung, unbezahlt). Eine Möglichkeit, um mein persönliches Tal, das seit Anfang des Jahres gefühlt immer größer und tiefer wurde, endlich wirklich zu verlassen anstatt nur an den Hängen herumzukrabbeln.

Kurz nach der Entscheidung zu dem Kurs kam auch Bewegung in die anderen Themen und auch wenn es hier und da noch ruckelt, ist der Weg deutlich ebener als zuvor. Ich habe für mich entschieden, dass ich den Weg zur Selbständigkeit weiter gehen will und werde, weitere Workshops und Webinare gestalten und anbieten werde und mein auf meinem Weg gesammeltes Wissen (zu Wegen aus solchen Tälern, Achtsamkeit, Lernen bzw. Lerntheorie und Hochbegabung bei Kindern) auf diese Art weitergeben werde. Außerdem wird mich mein Weg unter anderem tiefer in die Gewaltfreie Kommunikation
führen, dort werde ich mich weiterbilden, ebenso was Arbeit mit dem Inneren Kind angeht.

Im Frühjahr 2020 wird es einen Nachfolger zum Workshop „Raus aus dem Tief“ geben, der dann nicht mehr ganz so weit an der Basis beginnt und auch länger dauern wird. Die einzelnen Abschnitte und Aufgaben werden jedoch kurz bleiben, ebenso bleibt Familie Bergmann erhalten. Vielleicht bekommt diese Familie noch Zuwachs. Wir werden sehen.

Familie Bergmann

Ebenfalls zum  Januar startet eine ​5-teilige Mailserie​ für mehr Achtsamkeit im Alltag und mehr Neugier (den eigenen) Kindern gegenüber.

Außerdem werde ich mit anderen Frauen  aus dem Online-Business in Kooperation verschiedene weitere Angebote  gestalten und anbieten. Genaueres dann im neuen Jahr.

​Liebe Grüße und ein Gutes Neues Jahr

Lucie