Monatsrückblick September

Willkommen im Monatsrückblick auf den September des Ideenbrunnens. Es war privat einiges los, deshalb war ich ansonsten nicht so sichtbar.

Schule

Das große Kind ist jetzt ein Schulkind. Der erste Schultag war etwas aufregend und auch schön. Die Schule hat sich wirklich Mühe gegeben trotz der Sicherheitsvorkehrungen ein kleines Event daraus zu machen. Dass die Gruppen unter diesen Umständen deutlich kleiner waren habe allerdings nicht nur ich genossen. Massenveranstaltungen sind nicht so ganz meins und das Kind findet die auch selten gut. Rund um den ersten Schultag war natürlich auch einiges zu organisieren. Wer ein Schulkind hat weiß bestimmt was das Wort "Materialliste" bedeutet, speziell wenn man nur wenige Tage Zeit hat alles auf dieser Liste zu organisieren.

Freizeit

Ich bin endlich mal wieder bei Pferden und Ponys gewesen. Die Kinder haben das "Reiten" - geführt werden - genossen. Und auch dass sie die Ponys streicheln und füttern durften. Die Besitzerin des Hofes achtet sehr auf ihre Tiere und es gibt nicht nur Pferde und Ponys dort, sondern auch Katzen, Hühner, Schafe, Kühe, Lamas, Esel und sogar Kamele. Wer mithelfen will ist dort gerne gesehen, wurde mir gesagt.

Dann habe ich erfahren, dass es im Nachbarort einen Rollenspielverein gibt. Das hätte ich nicht geahnt. Die sind doch nicht so häufig, dachte ich. Einen Rollenspielladen gibt z.B. es in der ganzen Stadt nicht. Andererseits habe ich bisher auch nicht danach gesucht. Und dann spült mir der Zufall die Information in die Hände. Jetzt darf ich nur noch Zeit finden dort auch mal hin zu gehen.

September Rückblick

Außerdem wurde eine sehr lang andauernde Rollenspiel-Kampagne nach 10 Jahren Spielzeit beendet. Das ist ein Gefühl, als wenn man das letzte Kapitel eines lieb gewonnenen Buches fertig gelesen hat und das Buch zuklappt. Wissend, dass die Fortsetzung vielleicht nicht kommen wird. Aber es war so gut, dass man es am liebsten noch mal lesen würde. Ich möchte an dieser Stelle meinen langjährigen Mitspielern und vor allem dem Spielleiter danken, die trotz aller Widrigkeiten während dieser Zeit nie aufgegeben haben, so dass die Kampagne zu einem Abschluss kommen konnte.

Business

Das kam im September ziemlich kurz. Was zum größten Teil mit der Einschulung und dem damit verbundenen Chaos zu tun hatte. Mit dem ersten Schultag ist das Chaos ja nicht vorbei, da geht es erst richtig los, bis sich ein neuer Alltag findet. Falls Ihr Euch also gewundert habt wieso es noch keinen neuen Termin für den Wunschkund*Innen Workshop gibt: das liegt an der Schule. Also, auch an der Schule.

Ideen Brainstorming Rückblick

Was es aber weiterhin gibt: Brainstorming-Sessions mit mir: in 30 Minuten ca eine Seite Mitschrift voller Ideen (für mehr Sichtbarkeit zum Beispiel) inkl. bessere Laune. Schreib mir einfach.


Musik im Rollenspiel

Wer gerne spielt nutzt oft auch Musik. Für mich gehört Musik im Rollenspiel einfach dazu.

Wozu brauche ich Musik?

Zwingend erforderlich ist Musik nicht. Aber sie hilft oft eine Stimmung zu erzeugen bzw die vorhandene Stimmung zu verstärken. Wer kennt es nicht aus Filmen, wo die dramatische Musik den Auftritt des Oberschurken ankündigt? Die Liebesszene mit romantischer Musik unterlegt ist? Ein Kampf oder eine Verfolgungsjagd mit schneller und/oder aufpeitschender Musik.

Ähnlich wie einen Film betrachte ich auch Spielszenen. Selbst vorgelesene Texte können mit der richtigen Hintergrundmusik dazu deutlich dazugewinnen. Es erfordert ein bisschen Übung, wenn man das auch noch auf das Musikstück anpassen will. Aber der Effekt ist immer da: die Stimmung des Textes, der Erzählung, wird verstärkt.

Ich habe eine ganze Liste an Songs für verschiedene Szenen oder Stimmungen. Die meisten sind tatsächlich ohne Gesang, wobei es einzelne Stücke gibt, die einfach auch vom Text her sehr gut passen. Dann ist es allerdings meist auch im Spiel ein Musiker, der den Gesang vorträgt, als Hintergrundmusik ist es eher weniger geeignet.

Wenn die Musik wirklich gut zur Szene und/oder zur Stimmung passt dann erzeugt das Zusammenspiel sehr oft fast schon Gänsehaut. Manchmal auch Tränen, wo allein die Beschreibung der Szene vielleicht nicht ausgereicht hätte.

Als Spieler habe ich mit einer Bardin hier und da auch vorhandene Stücke genutzt um Szenen zu untermalen. Ich selber kann nicht gut singen, die Bardin schon, da lag es nahe einfach gute Stücke mit einer Sängerin zu nehmen. Nicht jeden Abend, aber bei besonderen Ereignissen kam das durchaus vor und wurde auch gut angenommen. Einige der Stücke wecken immer noch Erinnerungen an diese Szenen. Das ist für mich ein weiterer Grund, Musik im Spiel zu verwenden.


Musik im Spiel

4 Fragen zum Rollenspiel

Es tauchen immer mal wieder Fragen auf, die manchmal gar nicht so leicht zu beantworten sind. Ich habe hier einmal welche gesammelt, die entweder besonders häufig gefragt werden - oder besonders interessant sind. Eine generelle Einführung findest Du im Artikel "Was ist Rollenspiel eigentlich".

Rollenspiel Würfel

Kann man zu sehr in eine Rolle hinein fallen und am Ende nicht mehr heraus kommen?

Das ist eine weit verbreitete Befürchtung. Tatsächlich habe ich das sogar mal von einer Psychologin gehört. Die besorgte Frage ob es mir nicht schwerfallen würde sich wieder auf die reale Welt zu konzentrieren. Die kurze Antwort war da: nein.

Tatsächlich ist es so: hätte ich damit wirklich ein Problem, sollte ich auch keine intensiven Filme schauen, keine Computer(rollen)spiele spielen und keine guten Bücher lesen. In alles kann ich tief, sehr tief eintauchen. Und ja, es kommt auch vor, dass ich im Nachgang noch eine Weile weiter "träume", so wie ich nach einem Kinobesuch auch noch ein Weilchen im Film sein kann.

Tatsächlich wird das Thema auch in Rollenspielforen öfter diskutiert.

Was kann ich denn machen damit ein Ausstieg gut klappt?

Der Ausstieg aus der Rolle geht in meiner Erfahrung dann am leichtesten, wenn ich im Anschluss noch mit jemandem darüber sprechen kann was im Spiel passiert ist. Man geht sozusagen sanft über die Metaebene aus dem Spiel raus. Ähnlich wie man sich vielleicht nach einem tollen Brettspielabend noch über die besten Züge unterhält.

Alternativ sich bewusst machen dass das Spiel zu Ende ist und sich noch eine Tasse Tee oder Kaffee erlauben um "runterzukommen".

Tee zum Rollenspiel



Gibt es Dinge, die man beachten sollte, wenn man z.B. psychisch nicht ganz stabil ist

Grundsätzlich gilt: suche Dir Deinen Spielleiter und Deine Gruppe weise. Ihr solltet ähnliche Werte haben und es hilft ungemein, wenn der Spielleiter zumindest etwas Fingerspitzengefühl hat was Stimmungen am Tisch angeht.

Ansonsten gehört diese Frage ein bisschen zu der Frage darüber. Natürlich kann man sich auch in den Fantasiewelten verlieren. Das ist dann aber kein Problem des Rollenspiels an sich, sondern der Psyche des Menschen der spielt. Wenn man sich eine Parallelwelt aufbaut, die besser/schöner ist als die reale und sich dann da hinein flüchtet. Ich habe das bisher nur in einem Fall erlebt, dass ich den Eindruck hatte eine Person verkriecht sich eher in einem mächtigen Charakter und dessen Welt. Grundsätzlich ist wie immer das Maß entscheidend.

Wann man aufpassen sollte? Immer.

Dazu kommt, dass im Rollenspiel diverse Dinge geschehen können, die eine Person mit gewisser negativer Vorerfahrung triggern könnten. Für mich gehört deshalb zu jeder Runde eine Vorbesprechung, wo abgeklopft wird, wo für die einzelnen Personen die No Gos sind. Das muss auch nicht vor allen erzählt werden, es gibt auch Wege das nur dem Spielleiter zukommen zu lassen. Ehrlichkeit hilft, es ist keinem geholfen nichts zu sagen und dann in eine blöde Situation zu schliddern. In jedem Fall gilt ein No Go eines Spielers dann für alle. Es gibt ein paar krasse Themen wie z.B. Folter, die ich von meiner Seite aus sowieso generell ausschließen würde. Für mich gewinnt absolut niemand wenn solche Szenen Teil des Spiels sind. Außerdem gibt es bei mir immer die Option bei einer Szene zu sagen "Stop", aus welchen Gründen auch immer. Manchmal will der Spieler dann eben für die Szene raus gehen, manchmal ist es sinnvoller direkt zu fade to black zu springen. 

Es hilft als Spielleiter auch, seine Spieler zu kennen und mögliche Triggerpunkte, die sich vielleicht gerade eben erst durch das Privatleben des Spieler ergeben haben, zu benennen und zu klären bevor es in solche Szenen geht.

Kann das Spiel auch helfen?

Ein interessanter Nebeneffekt ist, dass eben durch das Erleben im Rollenspiel auch eigene Themen angegangen werden können. Wenn ich einen Charakter habe, der mir etwas ähnlich ist und etwas ähnliche Themen mit sich herum schleppt, dann kann der Charakter Lösungen für sich finden - die vielleicht auch dem Spieler helfen können. Sei es, dass ich feststelle, dass Streits/Konflikte gar nicht so schlimm sind wie ich immer dachte. Oder dass es im Spiel keine richtigen und falschen Entscheidungen gibt, weil das Spiel trotzdem weiter geht.

Was ist das schönste Gefühl daran?

Für mich definitiv alle Szenen, die emotional aufgeladen sind. Konflikte so als allererstes Beispiel. Ich bin eigentlich ein Harmoniebärchen, aber im Rollenspiel finde ich Konflikte großartig, weil ich mich da so richtig austoben kann und das komische Gefühl im Bauch dabei nicht als belastend empfinde. Ich mag es wenn der Charakter sich verliebt, wenn es romantische Szenen gibt. Oder auch sehr traurige, wenn ein lange Jahre gespielter Charakter stirbt. Oder auch die Szenen, wenn sich einer für den anderen in die Bresche wirft und sich in Gefahr begibt um jemand anderen zu retten. Gänsehaut!

On top sind die meisten dieser Geschichten ja auch so aufgebaut, dass man (bzw der eigene Charakter) Spuren in der Spielwelt hinterlässt, also wirklich einen Einfluss hat. Meist geht es um den Kampf gegen einen (übermächtigen) Feind in irgendeiner Form.



Wie divers sind denn die "Mitspieler"

Das Vorurteil mit den Techniknerds ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Zumindest ist in den Kreisen die Rollenspielerdichte etwas höher. Die größte Gruppe machen aber wohl Schüler generell aus, Studenten sowieso (da eben vermehrt die technischen Studiengänge, aber ich habe schon aus jeder Fakultät jemanden am Spieltisch gehabt). Etwas verwunderlich auf den ersten Blick ist es wohl wenn man Anwälte und Richter sieht. Aber die benötigen vermutlich genauso einen kreativen Ausgleich wie die "Techniker".



Wieso mache ich das hier überhaupt?

Rollenspiel

Da rede ich in letzter Zeit so oft von Spiel und Rollenspiel. Aber wieso mache ich das? Was ist mein Grund dahinter?

Ich glaube, dass wir mehr Spiel und damit Freude in unser Leben lassen dürfen. Spielerisch lernen. Das, was die Kinder können und viele von uns verlernt haben.

Das (Rollen)Spiel ist ein Teil von mir und bereitet mir so viel Freude, dass ich sie mit anderen teilen will. Sich in andere Menschen hineinzuversetzen ist sowieso eine Fähigkeit, die viel zu selten genutzt wird.

Weil ich weiß und selber erfahren habe welche erstaunlichen Veränderungen passieren können, wenn man sich ganz und gar auf ein Spiel einlässt. Denn ein bisschen "Ich" ist in jedem Charakter drin.

Durch ein spielerisches Element können viele Dinge ihren Schrecken verlieren. Ich kann mich in sicherer Umgebung ausprobieren, ohne dass meine Aktionen reale Konsequenzen haben. Auch wenn ich nicht der geborene Anführer bin, kann ich diese Rolle ausprobieren, darin lernen und daran wachsen. Ich kann Konflikte austragen und gleichzeitig übe ich es damit.

Und generell liebe ich es einfach, gemeinsam eine Geschichte zu erschaffen und dabei selber nie genau zu wissen, wo es mich hinführen wird. Rollenspiel ist Teamwork! Es ist kreativ. Es ist spannend. Und es kann auch sehr intensiv sein.

Klingt das interessant? Du kannst es ausprobieren.
Am 09.07.21 wird es einen Workshop mit mir geben zum Thema "Im Rollenspiel zur Wunschkundin".

Gastbeitrag: Hintergrundgeschichte

Die Hintergrundgeschichte eines Rollenspielcharakters als Gastbeitrag von Sabine, einer Freundin von mir. Der Text ist auf Englisch, da er ursprünglich für eine englische Seite geschrieben wurde.

Eine Hintergrundgeschichte dient dazu, sich den Charakter besser vorstellen zu können. Sie erklärt wo er her kommt und was er erlebt hat bevor das eigentliche Spiel beginnt und was ihn mit dem Setting verbindet. Nicht selten ist so eine Hintergrundgeschichte alles andere als friedlich. So auch hier.

Mittelalter Markt

Picture Credit: jevgenes @depositphotos.com

Leto Rath

My sleep is rudely interrupted by the harsh cry of an eagle and when I don’t rise immediately it is urgently punctuated by a painful nip on my shoulder. With a sharp intake of breath I sit up, fighting the impulse to berate Astraios about his manners. I know him well enough that the part of my brain that’s fully awake by now tells me he will have a good reason to wake me like this. I look up at the proud griffon who has his piercing gaze fixed on something in the lowlands. I follow the look and my heart stops for a moment. A dark plume of cloud is rising roughly where I know Sentinel Rush, my home village, to be.

Not bothering with making heads or tails out of it for now I jump up and rush to Astraios’ side. I would have swung onto his back without a saddle, but he pushes me back. We are still a few hours flight away, after all, that is why we camped on this rock ledge at the edge of the mountains and didn’t fly through into the night. He is right of course. I know it, even though my heart wants to be on the wing now, this instant, and not in a few minutes.

Hastily I gather the few things I needed to make camp, stow them away and strap all the gear down onto the griffon’s back. Faster than I would have thought and a lot slower than I would have liked, we are ready to go. With a powerful jump Astraios launches himself from the ledge, heading towards the rising smoke. A thick fog lies over the lowlands, obscuring the forest. Only the tops of a the tallest trees manage to poke through to bask in the early morning sun. Lone sentinels in a sea of white and grey. There is an analogy there. Those stalwart trees are much like the scattered outposts of a once caring and dominating Empire, now abandoned to stand alone against the flood of greed and destruction pushing into our land from the north.

It is hard to decide if the trolls or the barbarians are the worse news. Probably the trolls. At least the barbarians do not try to eat the locals, though ultimately dead is dead. I hope that whichever faction has attacked Sentinel Rush - for I just don’t think it is a simple fire I am seeing - was noticed by the guards that the village should have been posting. If they have been entirely taken by surprise… No, I will not consider that. I have to trust that Old Deadeye’s favour has not abandoned us.

~~~~~

The flight seems to take forever while a second, third and fourth plume of smoke rises from the forest. I can’t be sure, but I think the whole village is burning by now. When I can finally smell the smoke on the air, I urge Astraios to put on as much of a burst of speed as he can. He can likely feel my worry, sharing some of it. For some reason he has really taken to the twins, going so far as to having allowed them on his back in the past. Wings beating frantically, we get closer and closer. My bow is in my hands, arrows ready to take on whatever foes we will meet. The first sounds of fighting reaches us and I breathe a little easier. If there is still fighting going on, that means at least some of the villagers are alive, holed up in the old stone tower that stands at the edge of the village. It also means that it won’t be trolls - as formidable as the tower could be with a few dedicated archers manning it, it would never stand up to the sheer destructive power of the giant creatures.

I guide Astraios a little to the side, making sure the sun is not behind us and no shadow will warn the barbarians that death approaches on brown-golden wings. The bow in my hands starts to glow softly as I send a prayer to Old Deadeye, asking for his favor in the fight to come. We come in low and can finally see the village. Four of the five houses are burning and there are several bodies on the ground. I am too focused on the men and women arrayed around the base of the tower to let anxiety over some of those bodies possibly being my family take a hold of me. Instead I take comfort in the fact that there are also obviously barbarians down and out of the fight.

Only a soft rustling of feathers announces our arrival and it is lost in the shouts on the ground. One, two, three, four arrows are in the air before the first one even finds its mark, but find it it does. All four find a target, albeit the last one only barely. If I didn’t have everyone’s attention then, Astraios snatching up one of the attackers and depositing him unceremoniously into one of the burning buildings as he wings away again certainly does the trick. I can hear relieved shouts from the survivors inside the tower as we come around for another attack.

The rest of the fight passes as if in a blur. A few desperate arrows from the barbarians find their mark in Astraios’ and my flesh, but none of them are enough to stop us. We put a bloody end to their fantasies of conquest and plunder and amidst broken bodies beside the tower I dismount and let Astraios go look for any unlucky survivors while I wait anxiously for the door in tower’s side to open and the ladder to be let down. A look towards the burning houses shows what the smoke already suggested - there is nothing to be saved there. The tanner’s home is the only one still standing - likely due to being a little off from the village proper. I guess it is better than nothing, but staying here seems like an ill advised choice for the survivors.

The door finally opens and the first face I see is that of my beautiful wife Sintas. One of the heavy loads weighing on my mind falls off of me as I smile up at her. Her face is drawn with pain and there is a blood stained bandage on her shoulder. As soon as the ladder has been let down, I scramble up, taking her into my arms, healing the wound as we embrace. The twins join us, much to my relief. I dare hope a little more. Hope that at least for my family this day will have a happy end. "Leto.." she sobs and I tense. There is so much grief in her voice that it smothers the hope that blossomed in my chest. "Gordin, he.. he didn’t get to the tower."

My mind goes blank as I hear the name of our firstborn. It couldn’t be, mustn’t be. I draw back a little, look into her blue eyes that are brimming with tears. "He told us to run," Darius, the older of the twins, chimes in. I have trouble breathing. Dread going back down to look for him. But I have to. I just have to know. From a pouch at my belt I retrieve a couple of healing potions and push them into Sintas’ hands. She will see that those most in need of them will get them. Any other wounds can wait. I make my way back down the ladder, stumbling over one of the dead bodies on the ground when I set off towards our house.

I do not need to search for long. When I come around the edge of the house, I see his body lying broken a few steps away. One look is enough to confirm that any help is coming too late. My old shield is strapped to his arm and an axe lies close to his lifeless fingers. I note with a detached feeling of pride that there is blood on the blade. It doesn’t change the outcome of the uneven fight between a thirteen year old boy and a battle hardened warrior. I fall to my knees beside him, tears streaming freely down my face. No father should outlive his son. I don’t know how long I have knelt there, with his head in my lap when I become aware of Sintas and Astraios having joined me. I don’t even realize how unusual that is until much later. The two of them don’t really like each other.

She reminds me of my duties to the living and I cannot help but admire her strength. We have both lost a son, yet here she is, reminding me that grief does not help the survivors. With great effort I let go of Gordin and it pains me to turn my back on him to make my way over to the other villagers.

~~~~~

Wounds were healed, the dead buried and goodbyes were said to the only home some of the villagers had known for all their lives. I still don’t know how, but I did manage to convince them all that Sentinel Rush was no longer safe. And so they have moved away from there, closer to Valejo. And I have left them, left my family, to answer Mayor Strafgen’s call for aid. My instincts tell me to stay, but my mind understands that the battle we are fighting will not be won in each individual settlement. If the incursions cannot be stopped, then the whole north will be lost. And Astraios and I are more than able to do our part to that end.

Was ist Rollenspiel eigentlich?

Jetzt mal Butter bei die Fische: Was ist Rollenspiel eigentlich?

Jedenfalls kein „Schweinkram“, auch wenn man zugegeben bei Google oder Ebay schon recht „interessante“ Einträge finden kann, wenn man nach diesem Wort sucht. Besser sucht es sich nach „Pen&Paper“, aber das ist auch nur ein Teil des Ganzen. Improvisationstheater, aber ohne die Bühne und die Zuschauer kommt dem recht nahe.

Worum geht es konkret?

Ich schlüpfe in die Rolle einer anderen Person die eine Geschichte erlebt, die ich maßgeblich beeinflussen kann. Durch meine Entscheidungen bzw. die dieser Person. Dabei kann ich Entscheidungen treffen, die ich selber nicht unbedingt treffen würde, die diese Person aber aufgrund ihrer Erfahrungen treffen würde. Deren Erfahrungen können sich von meinen ganz fundamental unterscheiden – oder auch sehr ähnlich sein.

Diese andere Person erlaubt mir, andere Wege einzuschlagen, andere Entscheidungen zu treffen und zu sehen was dabei herauskommt. Ohne dass es Konsequenzen für mich hätte, es betrifft alles rein die Person und deren Umgebung. Dazu ist das Ganze auch noch ein kooperatives Spiel, meistens spielt man mit 3-5 Spieler:Innen mit ihren jeweiligen Charakteren und der Spielleitung, die die Geschichte kennt und die gesamte Umgebung beschreibt und spielt, also alles, was kein Charakter ist.

Was ist Rollenspiel nicht?

  • Nur für Kinder. Nein! Während Kinder meist einen leichteren Zugang dazu haben, dürfen auch Erwachsene Spaß daran haben ihre Fantasie zu nutzen. Wir „Großen“ lesen doch auch Bücher oder schauen Filme, träumen uns vielleicht in die Handlung hinein. Rollenspiel geht da „nur“ einen Schritt weiter, indem man selber zum Protagonisten wird und die Handlung mitbestimmt. Und je nach Setting gibt es durchaus Bereiche wo ich mich rein unter Erwachsenen besser aufgehoben fühle.
  • Rein für Realitätsverweigerer. Nein! Während ich es genieße in andere Welten und Problematiken abzutauchen, weiß ich genau, dass es sich dabei nicht um die Realität handelt. Und diese Trennung zwischen Spiel und Wirklichkeit ist wichtig und richtig.
  • Nur ein Spiel. Nein! Ja, es ist auch ein Spiel. Aber im Spiel lernen wir, also streiche bitte das „nur“. Lernen darf Spaß machen. Dann lernt es sich leicht. Und oftmal auch ohne dass man es sofort merkt.
  • Kann ich nicht. Während es sein kann, dass es Dir nicht gefällt (das ist ok), glaube ich nicht dass man es nicht kann. Vielleicht braucht es einfach andere Anleitung als bisher oder andere Szenen oder Charaktere.

Das Interessante am Rollenspiel ist auch, dass ich sehr tief eintauchen kann und die Geschichte sehr intensiv erleben kann, fast als wäre ich selber mittendrin. Je mehr es mich mitreißt, desto intensiver ist die Erfahrung. Und desto mehr nehme ich selber auch für mich daraus mit.

Ein Beispiel?

Zwei Ritter sind befreundet, haben schon das ein oder andere miteinander erlebt. Jetzt haben sie gerade einen Dieb aufgegriffen, der an einem Marktstand Äpfel geklaut hat. Der eine Ritter meint, der Dieb gehöre sofort dem Büttel übergeben für seine Missetat, der andere argumentiert, der Dieb habe aus Hunger gehandelt und brauche keine Strafe.

Ritter Rollenspiel

Jetzt stelle Dir vor, wie Du als einer dieser Ritter Argumente für Deine Sicht vorbringst (Du darfst Dir aussuchen welche Dir lieber ist), der andere kontert aber mit ebenso „guten“ Argumenten. Ein Streit. Der beliebig ausgehen kann. Die Ritter könnten sich sogar so weit in die Wolle bekommen, dass sie sich mit ihren Schwertern angehen. Oder vorher die Kurve bekommen und sich einigen, schließlich sind sie ja befreundet.

Wie gehe ich damit um?

Ich kann diesen Streit einfach so spielen, von außen, als wäre ich eine Art Puppenspieler.

Oder ich tauche in meinen Charakter ein, der plötzlich feststellt, dass sein Freund eine ganz andere Einstellung zu einem Wert hat, der mir wichtig ist.

Siehst Du da einen Unterschied?

Für mich macht es einen großen Unterschied darin, wie ich an meine Argumentation herangehe, auch wenn die Argumente per se dieselben sein werden. Ich versuche sie dann aber nicht nur vorzubringen, sondern appelliere zugleich an meinen Freund, mich zu verstehen. Und ihn ebenso zu verstehen.

Anders als „in real“ hat der Ausgang des Streits aber keinen echten Einfluss auf meine Mitspieler.

Am Ende mischt da natürlich noch die Spielleitung mit. Denn was mit dem Dieb passiert und wie er sich verhält, kann auch einen Einfluss auf die Charaktere haben. Vielleicht bietet er den Rittern seine Hilfe an falls es keine Strafe gab. Vielleicht entwickelt er eine große Abneigung gegen einen der Ritter (oder beide), wenn er bestraft wurde. Vielleicht auch umgekehrt. Da kann für den ein oder anderen Ritter schon ein Aha-Erlebnis dabei sein.

Meine Personen in den Rollenspielwelten haben üblicherweise Gründe für ihre Handlungen. Je länger man sie kennt, desto deutlicher wird das.

Als Spielleitung spiele ich das, was in einem Buch die Gestalten sind, die neben den Protagonisten existieren. Die, die nur mal einen kurzen Auftritt haben und die, die öfter auftauchen. Man kann diese also wie im realen Leben auch kennenlernen, entweder flüchtig oder besser. Freundschaften schließen oder Feindschaften beginnen.

Wenn Du Rollenspiel im Alltag mal ausprobieren willst, kannst Du Dir meine Mailserie ansehen. Einfach zum kostenlos ausprobieren.

Rollenspiel und eigene Konflikte

Ich gebe Dir hier einen Einblick wie Rollenspiel eigene Konflikte ändern kann. Tatsächlich ohne dass das eigentliche Thema selber dabei auch nur berührt wird. Es geht hier um meine ganz eigenen Erfahrungen damit.

Rollenspiel

Picturecredit: paulzhuk @depositphotos.com


Ich bin seit fast 26 Jahren Rollenspielerin, davon auch die meiste Zeit Spielleiterin. D.h. der Mensch, der die Geschichte erzählt auf die die Mitspieler*innen, bzw deren Charaktere, reagieren. Ich habe schon eine Menge Geschichten erzählt und als Spielerin erlebt, ebenso eine große Menge unterschiedlicher Charaktere gespielt.

Wie es begann

Der Beginn war eher unspektakulär. Frühling 2002. Eine neue Geschichte sollte beginnen und jede*r sollte sich dafür einen Charakter aussuchen. Normalerweise suchte ich mir Charaktere, die eher im Hintergrund agierten, den anderen halfen aber selten wirklich im Rampenlicht standen. Das ging dieses Mal nicht, meine Wunschrolle war bereits vergeben. "Dann spiele ich eine Amazone", war die Aussage, die alles ins Rollen brachte. Eine Kämpferin in der Welt des Schwarzen Auges, mit sehr festen Wertvorstellungen, in der Lage sich nicht nur mit der Waffe durchzusetzen. So absolut nicht ich, kein bisschen.

Dieser Charakter war so ziemlich der schwierigste, den ich jemals gespielt habe. Weil ich konstant aus meiner Komfortzone heraustreten durfte. Entscheidungen treffen musste anstatt mich hinten anzustellen. Forderungen stellen musste. Zum Teil waren die Entscheidungen nicht unbedingt "gut", für den Charakter in der Situation aber das Beste, was sie tun konnte. Und: es war nicht schlimm! Nie! Auch und gerade aus solchen "Fehlern" entstanden die intensivsten und teilweise schönsten Erinnerungen an diese Geschichte. Auch dank der Mitspieler, die auch (für die Spieler) offensichtliche Fehlentscheidungen unterstützten und eben mitspielten.

Und obwohl es nur ein Charakter war, den ich dort gespielt habe, in einer Welt, die mit unserer nichts zu tun hat, hatte das Auswirkungen auf mich, den Spieler. Ich wurde mutiger mit jedem Schritt aus der Komfortzone, den ich mit dem Charakter machen durfte. Der sichere Rahmen, den der Spielleiter und die Mitspieler dabei gesetzt haben, hatte auch einen großen Anteil daran. Wir haben immer mit- und nie gegeneinander gespielt, das Ziel war gemeinsame Freude zu haben.

Und wie es weitergeht

Was das mit Dir zu tun hat, fragst Du Dich vielleicht? Ich weiß durch eigene Erfahrungen, wie wichtig ein sicherer Rahmen ist und wie hilfreich, wenn das Heraustreten aus der eigenen Komfortzone nicht allein geschieht. Durch diese Erfahrungen kann ich sichere Räume schaffen und weiß wie man sie hält. Dazu kommen ein sehr treffsicheres Gespür für Stimmungen bei meinem Gegenüber, für Zwischentöne und ein kreativer Funke, der manchmal ungewöhnliche Fragen stellt. 

Zum Ausprobieren für Dich habe ich extra eine Mailserie entwickelt, wo Du für Dich selber verschiedene Rollen ausprobieren kannst. Ganz ohne weiteres Hintergrundwissen.


Problemlösung (im Rollenspiel)

Der Kern eines (verbalen) Konfliktes sind üblicherweise unterschiedliche Vorstellungen, wie etwas zu sein hätte. In der Situation selber fällt es uns schwer, auf den anderen einzugehen. Außer man ist vielleicht schon sehr geübt in der Gewaltfreien Kommunikation oder ruht so sehr in sich, dass man einfach nicht „eskaliert“. Alle anderen kennen das sicher: ein Wort gibt das andere und am Ende sind beide beleidigt.

Nach dem Konflikt bietet das Rollenspiel eine gute Möglichkeit. Man kann in sicherem Rahmen den Konflikt mit vertauschten Rollen noch einmal durchleben und lernt so die Seite des „anderen“ kennen. Augenmerk ist dabei nicht auf den reinen Worten, sondern besonders auf den Gefühlen der Teilnehmer. Also in der Art „Wie fühlt es sich an wenn er/sie das zu Dir sagt?“ Damit erzeuge ich ein Grundverständnis für den anderen und seine Gefühle. Und diese Basis dient dann dazu, den Konflikt ursächlich zu lösen.

Eine Weiterführung ist das Ganze als Elternteil aus der Sicht des Kindes zu erleben. Also bewusst in die Rolle des Kindes zu schlüpfen, das sich gerade „daneben benommen“ hat und dafür eine Reaktion des Elternteils erlebte, auf das dieses vielleicht nicht so stolz ist.

Friedvolle Elternschaft und Rollenspiel?

Ein Gedanke, der seit kurzem immer mal wieder in meinem Kopf kreist, ist: kann man bzw. ich friedvolle Elternschaft und Rollenspiel miteinander verbinden?

Auf den ersten Blick hat es wenig miteinander gemein: friedvolle Elternschaft ist ein Ziel, eine Art kleine Menschen zu sehen, eine Einstellung. Rollenspiel ist ein Hobby, bei dem es darum geht jemanden darzustellen, der man nicht ist.

Moment mal… der man nicht ist? Ist da vielleicht doch ein Zusammenhang? Wer von uns kann schon direkt von sich behaupten “jop, ich bin ein friedvolles Elternteil, ich hab das voll drauf”? Wäre da nicht ein Punkt, sich an seltsame Themen heranzutasten und “was wäre wenn” zu spielen? Mit dem tollen Vorteil, dass man das in einer sicheren Umgebung tut, denn man kann so viel Distanz zu der handelnden Person (dem Alter Ego oder Charakter) behalten wie man möchte und man experimentiert nicht mit den (eigenen) Kindern. Auf der anderen Seite kann man sich aber auch recht tief in Situationen reinfühlen. Beim Spielleiter ist da natürlich Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen gefragt, aber gerade das finde ich unglaublich spannend.