Problemlösung (im Rollenspiel)

Der Kern eines (verbalen) Konfliktes sind üblicherweise unterschiedliche Vorstellungen, wie etwas zu sein hätte. In der Situation selber fällt es uns schwer, auf den anderen einzugehen. Außer man ist vielleicht schon sehr geübt in der Gewaltfreien Kommunikation oder ruht so sehr in sich, dass man einfach nicht „eskaliert“. Alle anderen kennen das sicher: ein Wort gibt das andere und am Ende sind beide beleidigt.

Nach dem Konflikt bietet das Rollenspiel eine gute Möglichkeit. Man kann in sicherem Rahmen den Konflikt mit vertauschten Rollen noch einmal durchleben und lernt so die Seite des „anderen“ kennen. Augenmerk ist dabei nicht auf den reinen Worten, sondern besonders auf den Gefühlen der Teilnehmer. Also in der Art „Wie fühlt es sich an wenn er/sie das zu Dir sagt?“ Damit erzeuge ich ein Grundverständnis für den anderen und seine Gefühle. Und diese Basis dient dann dazu, den Konflikt ursächlich zu lösen.

Eine Weiterführung ist das Ganze als Elternteil aus der Sicht des Kindes zu erleben. Also bewusst in die Rolle des Kindes zu schlüpfen, das sich gerade „daneben benommen“ hat und dafür eine Reaktion des Elternteils erlebte, auf das dieses vielleicht nicht so stolz ist.

Friedvolle Elternschaft und Rollenspiel?

Ein Gedanke, der seit kurzem immer mal wieder in meinem Kopf kreist, ist: kann man bzw. ich friedvolle Elternschaft und Rollenspiel miteinander verbinden?

Auf den ersten Blick hat es wenig miteinander gemein: friedvolle Elternschaft ist ein Ziel, eine Art kleine Menschen zu sehen, eine Einstellung. Rollenspiel ist ein Hobby, bei dem es darum geht jemanden darzustellen, der man nicht ist.

Moment mal… der man nicht ist? Ist da vielleicht doch ein Zusammenhang? Wer von uns kann schon direkt von sich behaupten “jop, ich bin ein friedvolles Elternteil, ich hab das voll drauf”? Wäre da nicht ein Punkt, sich an seltsame Themen heranzutasten und “was wäre wenn” zu spielen? Mit dem tollen Vorteil, dass man das in einer sicheren Umgebung tut, denn man kann so viel Distanz zu der handelnden Person (dem Alter Ego oder Charakter) behalten wie man möchte und man experimentiert nicht mit den (eigenen) Kindern. Auf der anderen Seite kann man sich aber auch recht tief in Situationen reinfühlen. Beim Spielleiter ist da natürlich Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen gefragt, aber gerade das finde ich unglaublich spannend.