Was ist Rollenspiel eigentlich?

Jetzt mal Butter bei die Fische: Was ist Rollenspiel eigentlich?

Jedenfalls kein „Schweinkram“, auch wenn man zugegeben bei Google oder Ebay schon recht „interessante“ Einträge finden kann, wenn man nach diesem Wort sucht. Besser sucht es sich nach „Pen&Paper“, aber das ist auch nur ein Teil des Ganzen. Improvisationstheater, aber ohne die Bühne und die Zuschauer kommt dem recht nahe.

Worum geht es konkret?

Ich schlüpfe in die Rolle einer anderen Person die eine Geschichte erlebt, die ich maßgeblich beeinflussen kann. Durch meine Entscheidungen bzw. die dieser Person. Dabei kann ich Entscheidungen treffen, die ich selber nicht unbedingt treffen würde, die diese Person aber aufgrund ihrer Erfahrungen treffen würde. Deren Erfahrungen können sich von meinen ganz fundamental unterscheiden – oder auch sehr ähnlich sein.

Diese andere Person erlaubt mir, andere Wege einzuschlagen, andere Entscheidungen zu treffen und zu sehen was dabei herauskommt. Ohne dass es Konsequenzen für mich hätte, es betrifft alles rein die Person und deren Umgebung. Dazu ist das Ganze auch noch ein kooperatives Spiel, meistens spielt man mit 3-5 Spieler:Innen mit ihren jeweiligen Charakteren und der Spielleitung, die die Geschichte kennt und die gesamte Umgebung beschreibt und spielt, also alles, was kein Charakter ist.

Was ist Rollenspiel nicht?

  • Nur für Kinder. Nein! Während Kinder meist einen leichteren Zugang dazu haben, dürfen auch Erwachsene Spaß daran haben ihre Fantasie zu nutzen. Wir „Großen“ lesen doch auch Bücher oder schauen Filme, träumen uns vielleicht in die Handlung hinein. Rollenspiel geht da „nur“ einen Schritt weiter, indem man selber zum Protagonisten wird und die Handlung mitbestimmt. Und je nach Setting gibt es durchaus Bereiche wo ich mich rein unter Erwachsenen besser aufgehoben fühle.
  • Rein für Realitätsverweigerer. Nein! Während ich es genieße in andere Welten und Problematiken abzutauchen, weiß ich genau, dass es sich dabei nicht um die Realität handelt. Und diese Trennung zwischen Spiel und Wirklichkeit ist wichtig und richtig.
  • Nur ein Spiel. Nein! Ja, es ist auch ein Spiel. Aber im Spiel lernen wir, also streiche bitte das „nur“. Lernen darf Spaß machen. Dann lernt es sich leicht. Und oftmal auch ohne dass man es sofort merkt.
  • Kann ich nicht. Während es sein kann, dass es Dir nicht gefällt (das ist ok), glaube ich nicht dass man es nicht kann. Vielleicht braucht es einfach andere Anleitung als bisher oder andere Szenen oder Charaktere.

Das Interessante am Rollenspiel ist auch, dass ich sehr tief eintauchen kann und die Geschichte sehr intensiv erleben kann, fast als wäre ich selber mittendrin. Je mehr es mich mitreißt, desto intensiver ist die Erfahrung. Und desto mehr nehme ich selber auch für mich daraus mit.

Ein Beispiel?

Zwei Ritter sind befreundet, haben schon das ein oder andere miteinander erlebt. Jetzt haben sie gerade einen Dieb aufgegriffen, der an einem Marktstand Äpfel geklaut hat. Der eine Ritter meint, der Dieb gehöre sofort dem Büttel übergeben für seine Missetat, der andere argumentiert, der Dieb habe aus Hunger gehandelt und brauche keine Strafe.

Ritter Rollenspiel

Jetzt stelle Dir vor, wie Du als einer dieser Ritter Argumente für Deine Sicht vorbringst (Du darfst Dir aussuchen welche Dir lieber ist), der andere kontert aber mit ebenso „guten“ Argumenten. Ein Streit. Der beliebig ausgehen kann. Die Ritter könnten sich sogar so weit in die Wolle bekommen, dass sie sich mit ihren Schwertern angehen. Oder vorher die Kurve bekommen und sich einigen, schließlich sind sie ja befreundet.

Wie gehe ich damit um?

Ich kann diesen Streit einfach so spielen, von außen, als wäre ich eine Art Puppenspieler.

Oder ich tauche in meinen Charakter ein, der plötzlich feststellt, dass sein Freund eine ganz andere Einstellung zu einem Wert hat, der mir wichtig ist.

Siehst Du da einen Unterschied?

Für mich macht es einen großen Unterschied darin, wie ich an meine Argumentation herangehe, auch wenn die Argumente per se dieselben sein werden. Ich versuche sie dann aber nicht nur vorzubringen, sondern appelliere zugleich an meinen Freund, mich zu verstehen. Und ihn ebenso zu verstehen.

Anders als „in real“ hat der Ausgang des Streits aber keinen echten Einfluss auf meine Mitspieler.

Am Ende mischt da natürlich noch die Spielleitung mit. Denn was mit dem Dieb passiert und wie er sich verhält, kann auch einen Einfluss auf die Charaktere haben. Vielleicht bietet er den Rittern seine Hilfe an falls es keine Strafe gab. Vielleicht entwickelt er eine große Abneigung gegen einen der Ritter (oder beide), wenn er bestraft wurde. Vielleicht auch umgekehrt. Da kann für den ein oder anderen Ritter schon ein Aha-Erlebnis dabei sein.

Meine Personen in den Rollenspielwelten haben üblicherweise Gründe für ihre Handlungen. Je länger man sie kennt, desto deutlicher wird das.

Als Spielleitung spiele ich das, was in einem Buch die Gestalten sind, die neben den Protagonisten existieren. Die, die nur mal einen kurzen Auftritt haben und die, die öfter auftauchen. Man kann diese also wie im realen Leben auch kennenlernen, entweder flüchtig oder besser. Freundschaften schließen oder Feindschaften beginnen.

Wenn Du Rollenspiel im Alltag mal ausprobieren willst, kannst Du Dir meine Mailserie ansehen. Einfach zum kostenlos ausprobieren.

Monatsrückblick Mai 2021

Es wird Zeit, mal wieder einen Monatsrückblick zu machen. Es ist nämlich einiges geschehen in diesem Mai.

Runder Geburtstag

In diesem Jahr durfte ich einen runden Geburtstag feiern. Oder zum zweiten Mal 39 werden. Ich bevorzuge aber tatsächlich die echte Zahl - 40. Eigentlich hatte ich eine große Party geplant mit vielen Gästen, bei gutem Wetter mit kleinem Pavillon am See. Aufgrund Corona durfte das nicht sein, also wurde es eine kleine online Runde mit ein paar guten Freunden. Aber groß feiern werde ich noch, versprochen! Und zwar richtig groß. Mit allen Freunden und Bekannten von überall her. Das muss nur noch etwas warten.

Geburtstag Löwenzahn

Jahrestag des online Mittelaltermarkts

Über den Markt habe ich bereits berichtet, trotzdem gehört er natürlich in den Monatsrückblick. Was aus einer spontanen und auf den ersten Blick ein bisschen verrückten Idee so alles werden kann, wenn nur ein paar Menschen mitziehen. Alleine die Begeisterung der Anderen war es wert, das umzusetzen.

Mittelaltermarkt Rückblick

Großer Kreativ-Boost

Anders kann man das nicht nennen. Zusammen mit der Medienmentorin nur ein paar Abende zusammengesteckt und schon flossen die Ideen nur so. Der Workshop "Mit Rollenspiel zum Wunschkunden" war nur der Anfang! Gerade arbeite ich an einer Mitmach-Geschichte, die ich nach und nach veröffentlichen werde. Ein weiterer Workshop schwebt mir als Konzept im Kopf herum. Ganz nebenbei habe ich Kalligraphie wieder für mich entdeckt und versuche mich - recht dilettantisch - am malen mit Aquarellstiften. Spaß macht es trotzdem. Auf meiner Liste steht auch noch ein Kinderbuch, auch wenn ich da nur sehr langsam vorankommen werde.

Kreativ Geschichte

Wie Mut zur Veränderung und Resilienz zusammenhängen

Ein Gastbeitrag von Stefanie (kindskraft.com)

Traust du dich, dein Leben auf den Kopf zu stellen? Oder hat dich das Leben in den letzten Monaten immer wieder dazu gezwungen? Für uns alle waren die letzten Monate mitunter sehr anstrengend, aufregend und doch auch spannend. Das Schöne: du darfst dein Leben gestalten, wie du es möchtest. Hab Mut, Dinge zu ändern, die sich nicht mehr gut anfühlen. Hier erfährst du, was all das mit Resilienz zu tun hat und wie du gestärkt durch dein Leben gehen kannst.

„Mut steht am Anfang des Handelns. Glück am Ende.“

In den letzten Monaten hat sich dein Leben verändert. Wahrscheinlich sehr unerwartet und vielleicht sind auch jetzt noch Dinge dabei, die du nicht möchtest.

Ja, das war ein Jahr der Veränderungen.

Ja, du wurdest ziemlich geschüttelt und gerüttelt.

Ja, du musstest dich mit vielen neuen Situationen, Gedanken und Sorgen auseinandersetzen.

Das ist eine mega Krise.

Jede von uns hat andere Probleme, die aufgrund dieser chaotischen Zeit aufgekommen sind.

Und weißt du, was das Gute daran ist?

Du darfst glücklich sein. Du darfst dein Leben so gestalten, wie du es möchtest.

Du darfst all deine Sorgen ablegen und dem Leben vertrauen.

Du meinst, das klappt nicht?

Du meinst, die Sorgen gehen deswegen nicht weg?

Ja, das stimmt, die Sorgen verschwinden nicht einfach so. Aber du kannst deine Einstellung gegenüber deinen Sorgen anpassen. Veränderung ist nötig, ohne diese geht es nicht weiter im Leben. Wir stecken oft in unserem Leben fest und halten an Routinen fest, die eigentlich längst alt und überflüssig sind. Oder aufgrund äußerer Einflüsse eben nicht mehr soo gut funktionieren.

Daraus entstehen deine Sorgen.

Dabei ist raus aus der Komfortzone die einzige Möglichkeit, mit einer Krise umzugehen.

Habe Mut!

Habe Mut. Mut ist magisch. Mut ist motivierend. Mut ist ansteckend.

Beobachte mal Kinder. Wenn sie in eine unbekannte oder ungewohnte Situation kommen. Zuerst beobachten sie, dann tasten sie sich wortwörtlich an das Neue heran. Du warst auch so ein Kind.

Ohne diese angeborene Neugier und den Mut hättest du niemals laufen gelernt.

Hättest niemals entdeckt, wie sich der Sand zwischen den Zehen anfühlt.

Ohne Mut wüsstest du nicht, wie schön es am Baum ist, auf den du als Kind hinaufgeklettert bist.

Mit all diesen Erlebnissen hast du als Kind dein Selbstwertgefühl gesteigert, bist daran gewachsen und hast dich weiterentwickelt. Trau dich! Auch als Erwachsene kannst du dich weiterentwickeln, aus Situationen lernen und an Herausforderungen wachsen.

Oft reden wir von „Problemen“. Das ist ein Wort, mit dem man sofort das Gefühl bekommt „ui, das ist schwierig oder gar unmöglich“. Tausche das Wort doch mal gegen „Herausforderung“ und sieh‘ es sportlich. So kannst du viel positiver an das Thema, das vor dir steht, herangehen und bist nicht von vornherein im Widerstand. Damit förderst du deine eigene Resilienz unglaublich.

Was heißt Resilienz eigentlich?

Wofür steht sie?

Resilienz: deine geheime Stärke

Das Wort Resilienz kommt als „resilience“ aus der Werkstoffphysik und dem lateinischen Begriff „resilire“ (=zurückspringen) und bezeichnet die auf Elastizität beruhende Widerstandsfähigkeit eines Materials. Was so viel heißt wie: ein Material wird bearbeitet oder bewegt und springt danach in seinen Ursprungszustand zurück.

In der Psychologie bedeutet es, dass eine Person mit belastenden Situationen oder unerwarteten Lebensumständen gut umgehen kann und Wege findet, sich anzupassen, ohne emotional oder psychisch langfristig darunter zu leiden.

Ohne Resilienz gibt es keine Veränderung. Wieso?

Weil du in deiner Komfortzone stecken bleibst und nicht aus der unangenehmen Situation herauskommst. Oder an Gewohnheiten festhältst, von denen du weißt, du willst sie nicht mehr, aber dir fehlt der Mut, etwas daran zu ändern. Nur wenn du bereit dazu bist, das Alte gehen zu lassen und mutig auf das Neue zugehst, erkennst du, wie wertvoll alles Neue ist.

Wie funktioniert Resilienz denn nun?

Ja, das ist die große Frage. Denn auf Knopfdruck funktionieren leider die wenigsten Dinge. Aber mit ein wenig Übung kannst du dich herantasten und ich verspreche dir, dein Leben wird um vieles leichter, ruhige, entspannter und gelassener sein.

Resilienz kann mit 7 Säulen erklärt werden, die die Teilbereiche von Resilienz beschreiben. Je mehr dieser Säulen ein Mensch in sich trägt und verkörpert, umso besser kann er Krisen bewältigen und sich mutig ins kalte Wasser stürzen.

Säule 1: Optimismus

Du kannst in jeder Situation etwas Gutes finden. Das mag auf den ersten Blick etwas unrealistisch klingen. Ich gebe dir ein paar Beispiele:

Jobverlust: kein Stress mit Hin- und Herfahren, dein Fokus auf das Privatleben ist möglich

Schlechtes Wetter: Zeit für Entspannung, kein Freizeitstress mehr

Kind krank: keine zeitraubenden Termine außerhalb möglich, dein Fokus liegt auf dem Kind, viel kuscheln ist möglich

Säule 2: Akzeptanz

Wenn dir etwas vermeintlich Schlechtes passiert, hast du zwei Möglichkeiten: entweder du akzeptierst es (die bessere Alternative) oder du ärgerst dich permanent darüber (schlechtere Alternative, weil sie unglaublich viel Energie verschlingt). Gerade in Krisenzeiten brauchst du deine ganze Energie. Vergeude diese nicht mit Wut über eine Situation, die du nicht mehr ändern kannst.

Säule 3: Lösungsorientierung

Jedem Menschen passieren Dinge im Leben, die er nicht so toll findet. Lass dich von diesen Dingen nicht aus der Ruhe bringen sondern nutze sie, um voranzukommen. Fragen wie „Wieso passiert mir das?“ bringen dich nicht weiter. Frage dich: „Was kann ich tun, um mich so schnell wie möglich aus dieser Situation zu befreien?“.

Säule 4: Opferrolle verlassen

Fühlst du dich als Opfer der Situation, bist du hilflos und bleibst in diese Hilflosigkeit stecken. Das heißt, du gibst dir selbst das Gefühl, nichts daran ändern zu können. Wie du bereits oben gelesen hast, stimmt das aber nicht. Finde heraus, welchen Anteil du an der Situation hast.

Säule 5: Verantwortung übernehmen

Sobald dir klar ist, du kannst selbst ganz viel dazu beitragen, dass die Situation angenehmer für dich sein kann, indem DU etwas daran änderst, übernimmst du klar Verantwortung über dich und dein Leben. Und allein dieses Gefühl wird dir so viel Kraft verleihen, dass du viel besser vorankommst.

Säule 6: Netzwerke aufbauen

Verbünde dich mit Gleichgesinnten. Du bist nicht allein. Deine Herausforderungen hatten schon viele andere Menschen vor dir und können dich unterstützen. Bitte andere um Unterstützung und du wirst spüren, es wird alles noch leichter.

Säule 7: Zukunft planen

Überlege dir schon prophylaktisch, wie du an gewisse Herausforderungen in deiner Zukunft herangehen könntest. Je eher du dich mit gewissen Eventualitäten auseinandersetzt, umso gefasster wirst du in die Zukunft schauen, weil du keine Angst davor haben musst.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Misserfolge und Probleme gehören zum Leben dazu. Würde immer nur die Sonne scheinen, wüssten wir diese nicht mehr zu schätzen. Es muss auch Regentage geben, um wortwörtlich wachgerüttelt zu werden.

Gerade in der aktuellen Zeit merken wir das ja ganz stark. Momentan freuen wir uns alle, dass langsam Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist.

Und vor allem: dreh dich mal und schau zurück. Schau, wie viel du schon geschafft hast. Hättest du dir im März 2020 gedacht, dass du mal hier stehen wirst und weißt, du hast all diese Monate mit all seinen Herausforderungen gut hinter dich gebracht? Klopf‘ dir mal richtig auf die Schulter. Lach‘ dich im Spiegel an und feiere dich. Du darfst mächtig stolz auf dich sein.

Jede Krise ist eine Chance. Mit jeder Krise wächst du.

Jedes Mal, wenn du die Komfortzone verlässt, wächst du und bist danach viel glücklicher. Du fühlst dich belebt, dankbar und deine Persönlichkeit hat sich einfach unglaublich weiterentwickelt. Ohne einen mutigen Sprung wäre all das nicht möglich.

Daher: habe Mut, dich zu verändern. Auch ohne Krise. Du wirst staunen, was alles in deinem Leben möglich ist und welches Potenzial auf dich wartet.

Und wenn du Hilfe dabei brauchst, meld‘ dich bei mir, ich unterstütze dich.


Zum Gastautor:

Stephanie, Gründerin von www.kindskraft.com, 36 Jahre alt, glücklich verheiratet, Mama von zwei süßen Grundschulbuben, Stiefmama eines ebenso süßen Grundschulbuben. Als Kindergartenpädagogin weiß ich, wie schwierig es sein kann, alle Bedürfnisse auf einen Nenner zu bringen. Ich weiß auch, wie mühsam es ist, das eigene Leben mit Arbeit, Familie und Haushalt zu schaukeln. Da ich knapp 2 Jahre alleinerziehend war, weiß ich auch, wie sehr dich das Leben manchmal beutelt. Damit du ebenso erkennst, wie sehr du deine Welt rockst, zeige ich dir viele Tricks und Ideen für deinen entspannten Mama-Alltag. Dabei unterstütze ich dich mit meinem ganzen Mentaltrainerwissen und meiner Erfahrung als psychologische Beraterin. Ich freu mich auf die Arbeit mit dir. Und falls du alleine arbeiten möchtest, lade dir dein kindSkraft SOS-Paket herunter. So holst du dir im ersten Schritt deine innere Ruhe und Kraft als berufstätige Mama zurück.

Jahrestag meines ersten Projektes

Am 23.5.21 hat mein erstes Projekt, geboren aus einer wilden Idee, Jahrestag.

Zeit zu Feiern!

Mittelalter Markt

Picturecredit: jevgenes @depositphotos.com

Wie es zu dem Projekt kam

Im März 2020 war schon klar, dass es speziell für die Veranstaltungsbranche harte Zeiten werden würden. Je mehr "offline" die Veranstaltungen waren, desto schwieriger. Es öffneten sich die ersten Facebookgruppen von und für Betroffene. Da ich der Mittelaltermarktszene recht nahe stehe, kam ich der Einladung zu einer der Gruppen nach. Einige machten sich sehr große Sorgen um ihre Zukunft, teilweise wurden schon Spenden gesammelt, da absehbar war, dass der Zustand ohne Märkte sicherlich einige Monate anhalten würde. Sehr viele der Darsteller waren auf die Märkte finanziell angewiesen.

Viele Veranstalter gingen gerade online. Künstler versuchten sich an online Ausstellungen. Rollenspielrunden verlegten sich auf Treffen über Zoom oder andere Medien. Warum sollte etwas, mit Einschränkungen, nicht auch für Mittelaltermärkte möglich sein? Zumindest als Ergänzung zu den "richtigen" Märkten. Ich fragte bei Freunden und Betroffenen ein bisschen herum. Tatsächlich waren unter den Handwerkern und Künstlern der Szene nicht wenige, die dieser Idee sehr offen gegenüber standen. Jetzt stellte sich nur noch die Frage der

Mittelalter Markt Becher

Umsetzung

Meine Freundin Julia brachte mich auf den Gedanken, bei den Menschen von Flohmarkt-online nachzufragen. Die bereits eine Software hatten, um Märkte online stattfinden zu lassen. Eine Anfrage-Email später kam eine Einladung zu einem Planungsgespräch mit dem Leiter des Unternehmes und dem zuständigen Programmierer. Anderthalb Stunden dauerte es, dann hatten wir einen Plan für den allerersten online Mittelaltermarkt.

Meine Aufgabe: Händler, Bands und Künstler auftreiben, die den Markt beschicken wollen. Und natürlich Werbung machen. Tatsächlich habe ich bei diesem ersten Versuch eine Menge Leute persönlich angeschrieben, mit einigen auch telefoniert. Ein paar Absagen kassiert, aber auch sehr viele Zusagen für dieses Experiment bekommen. Mit einigen der Künstler der ersten Stunde habe ich immer noch Kontakt, u.a. Monika von der Band Amarok Avari.

Markttag

So kam es an

Dafür, dass niemand von uns genau wusste, wie groß das Interesse wirklich sein würde und ohne Budget für Werbung, gelang es uns trotzdem über 500 Besucher auf den Markt zu bekommen. Natürlich hatte das System noch ein paar kleinere technische Schwierigkeiten und es gab Rückmeldungen zu weiteren möglichen Verbesserungen, aber der Anfang war gemacht. Der Beschluss nach Abschluss des ersten Marktes war eindeutig: das machen wir wieder.

Seitdem findet in jedem Monat ein Mittelaltermarkt online statt.

Warum ich Perspektivwechsel liebe

Heute schon auf dem Kopf gestanden? Wenn man mich fragt, welche Sache ich an meiner Arbeit am meisten liebe, dann ist das ganz klar der Perspektivwechsel. Und es hat sehr gute Gründe, warum das so ist.

Was ist ein Perspektivwechsel?

Eigentlich ist ein einfacher physischer Schritt zur Seite schon eine Art Wechsel der Perspektive, zumindest Dinge nah an mir dran sehe ich dann aus einem leicht anderen Winkel. Manchmal finde ich dann Dinge, die vorher durch etwas anderes verdeckt waren. "Ach, da ist der Stift, den sich die Kinder gestern ausgeliehen hatten."

Vielleicht hast Du als Kind auch mal beim Turnen kopfüber geschaut und Dich kaputtgelacht, weil plötzlich alle "an der Decke" entlang zu laufen schienen? Oder vom Klettergerüst ganz oben auf alle runtergeschaut, die plötzlich alle viel kleiner wirkten?

Ich kann auch versuchen, mich in mein Gegenüber hineinzuversetzen. Sowohl physisch (was sieht er:sie wohl gerade) als auch psychisch (wie geht es ihm:ihr wohl gerade). Eine interessante Frage finde ich oft "Was würde ich meiner Freundin raten" wäre sie in der Situation, in der ich jetzt bin.

Warum will ich meine Perspektive ändern?

Bei Problemen drehe ich mich oft im Kreis, die Gedanken kreisen auch. Immer wieder erscheint da, warum es nicht geht. Lösungen finden? Schwierig, wenn ich im Hamsterrad meiner Gedanken und Ansichten fest hänge. Im Endeffekt ist das, wie in einem dunklen Tal zu sitzen, rundherum Berggipfel, aber ein Weg raus ist einfach nicht in Sicht.

Wie schön, wenn es möglich ist, den Blick aus der Vogelperspektive auf das Tal zu lenken. Von oben einen Weg zu erkennen und dann unten am Boden diese Richtung einschlagen.

Oft eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, wenn ich ein Problem aus der Sicht einer anderen Person betrachte. Was würde ich dieser Person raten? Könnte ich diesen Rat selber annehmen? Und, ganz interessant: wenn nein, was hindert mich daran?

Es hilft mir persönlich aber auch, andere Menschen besser zu verstehen. Die Frage zu stellen, warum er:sie jetzt so handelt. Das macht oft eine Menge aus und erlaubt mir, anders zu reagieren.

Kann ich das lernen?

Ich bin mir sicher, dass Du das schon kannst, es vielleicht nur gar nicht so merkst. Unter den Schreibtisch gucken, wenn Du etwas suchst? Kennst Du sicher. Dich zu fragen wie xy das lösen würde? Kennst Du vielleicht auch.

Es hilft, ein paar Tage bewusster hinzusehen, bewusst einmal einen Schritt zur Seite oder nach hinten zu machen. Physisch oder in Gedanken.

Was mir dabei am meisten Spaß macht

Als Rollenspieler bin ich ja sowieso ein Freund von verschiedenen Blickwinkeln. Besonders viel Spaß macht mir bei vielen Themen die sogenannte Kopfstandtechnik. Da wird die Fragestellung ins Gegenteil verkehrt. Es ist nahezu hundertprozentig sicher, dass dabei sehr witzige Fragen und entsprechend auch sehr kreative Antworten entstehen. Problemlösung und dabei lachen müssen. Gibt es etwas genialeres?

Veränderung


Freebie: Veränderungschallenge

Hast Du Bock bekommen, irgendwas zu ändern, aber gerade noch keinen Plan was genau? Dann schau mal in meine Veränderungschallenge. 3x30 Ideen für kleine Veränderungen im Alltag, die ganz nebenbei noch die Komfortzone etwas erweitern können. 90 Möglichkeiten, eine neue Sichtweise einzunehmen, ein kleines Ritual zu entwickeln oder gänzlich neue Wege zu erobern. Kostenlos für Dich!

Warum ich nicht Peter Pan sein will

Ich hatte mir als Kind einmal vorgenommen, niemals erwachsen zu werden. So wie Peter Pan. Mittlerweile bin ich mir aber sicher, dass ich nicht ganz wie Peter Pan sein will. Und das ist nicht einmal ein Widerspruch zu meinem Kindheitswunsch.

Peter Pan

Picturecredit: fonafona @depositphotos.com

Der Wunsch danach nicht erwachsen zu werden

Ein zentrales Thema bei Peter Pan ist der Wunsch, niemals erwachsen zu werden. Genau das habe ich mir als Kind auch gewünscht: nicht erwachsen werden. Für mich waren Erwachsene immer die, die kaum bis keine Zeit zum Spielen hatten. Die sich immer Sorgen machten. Die immer so viel tun "mussten" und irgendwie immer von Pflichten getrieben waren, die ihnen auch anscheinend keinen Spaß machten. Ich wollte mir Spielen und Spaß haben erhalten. Das ganze "das muss eben sein" anders machen. Und "irgendwie anders" mit Sorgen umgehen. Über das Wie habe ich mir keine Gedanken gemacht, es war halt ein Wunsch.

Was an erwachsen sein cool ist

Was ich als Kind noch nicht verstanden habe war, dass man als Erwachsener die Verantwortung hat und die komplette Entscheidungsgewalt. Und dass das eben nicht nur Stress, Sorgen, Pflichten und wenig Zeit mit sich bringt, sondern auch ein Weg ist, eben das zu reduzieren. Ich kann Entscheidungen treffen. Für oder auch gegen etwas. Ich habe eine Macht, die ich als Kind (meistens) nicht habe. Diese Macht kann ich einsetzen, wie ich das für richtig erachte.

Es ist kein Widerspruch erwachsen und "Kind" zu sein

Denn wie viel Spiel und Spaß ich im Leben habe, ist zum großen Teil meine Entscheidung. Die ich als Erwachsener treffen darf. Ich darf entscheiden wie viel ich "muss" (ehrlich gesagt ist das verdammt wenig) und was ich freiwillig auf mich nehme. Denn sobald ich in meine Verantwortung komme, sehe ich auch, dass viele von den so genannten Pflichten selbst auferlegte und damit bewusste Entscheidungen von mir sind. Damit habe ich auch die Freiheit mich anders zu entscheiden, oder mir klar zu machen, dass etwas für mich wichtig ist. Damit wird es weniger ein Zwang von außen, sondern eine eigene Entscheidung. Das gibt mir auch die Freiheit zu entscheiden, wie viel an Spiel oder Spaß ich im Leben haben will. In meinem Fall: bitte viel! Denn ich habe unglaublich viele Freude beim Spielen. Vermutlich bin ich deshalb auch ein engagierter Rollenspieler.

Hast Du Dir als Kind auch Gedanken über das Erwachsenwerden gemacht? Wenn ja, wie hast Du es damals gesehen? Und wie denkst Du heute darüber?

10 Ideen für kleine Veränderungen im Alltag

Du möchtest etwas verändern, aber weißt nicht genau wo Du anfangen sollst? Hier kommen 10 Ideen für kleine Veränderungen im Alltag, zum Ausprobieren, mutiger werden und Spaß dabei haben.

Veränderung
1. Abendroutine - sage Dir am Abend etwas Nettes

Hast Du schon versucht Dir am Abend einfach etwas Nettes zu sagen? Das kann ein "Ich mag mich" sein oder ein "ich mag mein Lächeln" oder auch "das lief heute gut".
Am Anfang mag es sich vielleicht etwas komisch anfühlen. Das macht nichts. Freundlich zu uns sein dürfen wir alle noch üben.

2. Welche Farbe hat mein Essen?

Warum nicht mal blaue Nudeln, grünen Blumenkohl oder rote Pommes? Um dann zu testen ob es auch noch so schmeckt wie "normal". Vielleicht ist es mit Kindern einfacher, zumindest was Ideen angeht wie man etwas färben könnte. Und es könnte ebenso Mut erfordern tatsächlich den ersten Bissen zu sich zu nehmen.

3. Kekse zum Frühstück

Ernährung sollte ausgewogen sein, kein Süßkram zum Frühstück... Lassen wir solche Aussagen mal einen Tag beseite und probieren einfach aus, Fünfe gerade sein zu lassen und mal was ganz anders zu machen. Es geht einzig um das Gefühl etwas anders zu machen als sonst, den Mut zum Versuch. Und wie immer gilt: ist es Dir zu unangenehm, suche Dir etwas anderes aus.

4. Beginne eine neue Sprache zu lernen

Da reichen die ersten Floskeln: Ja, nein, bitte, danke, Hallo und Auf Wiedersehen. Vielleicht noch ein Getränk zu bestellen. Wer weiß, vielleicht macht es Dir genug Spaß, um noch mehr zu lernen? Auf jeden Fall kannst Du mit dem (bisschen) Wissen wahrscheinlich schon Menschen begeistern, dass Du Dir die Mühe gemacht hast ihre Sprache zu lernen. Meine beide kreativsten Versuche in die Richtung waren Irisch Gälisch und Suaheli (es hilft eine Nachbarin zu haben, die die Sprache spricht).

5. Erster aus den Federn!

Warum nicht mal eher aufstehen als sonst? Und schauen ob es für Dich taugt. Ich genieße meine morgendliche halbe Stunde für mich sehr. Nicht jeden Tag, manchmal ist mir der Schlaf wichtiger. Aber es war eine Entdeckung, die mir hilft. Dir vielleicht auch?

6. Messer und Gabel vertauschen

Das ist eher ein Spiel zum Aufmischen alter Bewegungsmuster. Vermutlich geht eine sinnvolle Benutzung nicht gleich beim ersten Versuch. Aber so schnell wird ja keiner aufgeben. Oder?

7. Mit der anderen Hand schreiben

Ähnlich wie beim Tauschen von Messer und Gabel hier noch ein Versuch mit eingeübten Bewegungsmustern. Bekommst Du Deinen Namen beim ersten Versuch leserlich hin?

8. Jobbörse durchsuchen

Dir gefällt Dein Job? Kein Problem, Du musst Dich ja nicht gleich bewerben. Manchmal ist das Stöbern nach Dingen, die aktuell so gesucht werden, aber sehr interessant. Und es kann absolut nichts passieren, wenn Du mal nach ganz anderen Themenfeldern suchst, die Dich interessieren.

9. Ja zu Dir - auch mal Nein sagen

Bist Du jemand, der oft "klar, mach ich" sagt? Dann ist das hier der Versuch für Dich! Sage einfach einmal "Nein" um Dir Zeit und Mühe zu sparen, wenn Du es nicht unbedingt willst. Das ist ein Ja zu Dir. Es kann sehr schwer sein, ich kenne das von mir. Aber es ist sehr hilfreich, es zu können.

10. Grüße eine unbekannte Person

Warum nur Menschen grüßen, die Du kennst? Genauso kannst Du jemandem, den Du zufällig triffst, einfach einen Guten Tag wünschen. Und wer weiß, vielleicht läuft man sich öfter über den Weg und beginnt irgendwann sich zu unterhalten? Ich mache das mittlerweile sehr oft und finde es immer wieder spannend. Tatsächlich erfahre ich so oft viel über die Menschen, denen ich so täglich über den Weg renne und die ich nie kennengelernt hätte, hätte ich nicht einmal Hallo gesagt.


Haben Dir die Ideen gefallen? So gut, dass Du mehr davon möchtest? Dann findest Du in meinem Freebie insgesamt 90 Ideen für ganz kleine Verändungen und Herausforderungen und dazu eine Menge Platz um Deine Erkenntnisse dazu zu notieren.

Rollenspiel und eigene Konflikte

Ich gebe Dir hier einen Einblick wie Rollenspiel eigene Konflikte ändern kann. Tatsächlich ohne dass das eigentliche Thema selber dabei auch nur berührt wird. Es geht hier um meine ganz eigenen Erfahrungen damit.

Rollenspiel

Picturecredit: paulzhuk @depositphotos.com


Ich bin seit fast 26 Jahren Rollenspielerin, davon auch die meiste Zeit Spielleiterin. D.h. der Mensch, der die Geschichte erzählt auf die die Mitspieler*innen, bzw deren Charaktere, reagieren. Ich habe schon eine Menge Geschichten erzählt und als Spielerin erlebt, ebenso eine große Menge unterschiedlicher Charaktere gespielt.

Wie es begann

Der Beginn war eher unspektakulär. Frühling 2002. Eine neue Geschichte sollte beginnen und jede*r sollte sich dafür einen Charakter aussuchen. Normalerweise suchte ich mir Charaktere, die eher im Hintergrund agierten, den anderen halfen aber selten wirklich im Rampenlicht standen. Das ging dieses Mal nicht, meine Wunschrolle war bereits vergeben. "Dann spiele ich eine Amazone", war die Aussage, die alles ins Rollen brachte. Eine Kämpferin in der Welt des Schwarzen Auges, mit sehr festen Wertvorstellungen, in der Lage sich nicht nur mit der Waffe durchzusetzen. So absolut nicht ich, kein bisschen.

Dieser Charakter war so ziemlich der schwierigste, den ich jemals gespielt habe. Weil ich konstant aus meiner Komfortzone heraustreten durfte. Entscheidungen treffen musste anstatt mich hinten anzustellen. Forderungen stellen musste. Zum Teil waren die Entscheidungen nicht unbedingt "gut", für den Charakter in der Situation aber das Beste, was sie tun konnte. Und: es war nicht schlimm! Nie! Auch und gerade aus solchen "Fehlern" entstanden die intensivsten und teilweise schönsten Erinnerungen an diese Geschichte. Auch dank der Mitspieler, die auch (für die Spieler) offensichtliche Fehlentscheidungen unterstützten und eben mitspielten.

Und obwohl es nur ein Charakter war, den ich dort gespielt habe, in einer Welt, die mit unserer nichts zu tun hat, hatte das Auswirkungen auf mich, den Spieler. Ich wurde mutiger mit jedem Schritt aus der Komfortzone, den ich mit dem Charakter machen durfte. Der sichere Rahmen, den der Spielleiter und die Mitspieler dabei gesetzt haben, hatte auch einen großen Anteil daran. Wir haben immer mit- und nie gegeneinander gespielt, das Ziel war gemeinsame Freude zu haben.

Und wie es weitergeht

Was das mit Dir zu tun hat, fragst Du Dich vielleicht? Ich weiß durch eigene Erfahrungen, wie wichtig ein sicherer Rahmen ist und wie hilfreich, wenn das Heraustreten aus der eigenen Komfortzone nicht allein geschieht. Durch diese Erfahrungen kann ich sichere Räume schaffen und weiß wie man sie hält. Dazu kommen ein sehr treffsicheres Gespür für Stimmungen bei meinem Gegenüber, für Zwischentöne und ein kreativer Funke, der manchmal ungewöhnliche Fragen stellt. 

Zum Ausprobieren für Dich habe ich extra eine Mailserie entwickelt, wo Du für Dich selber verschiedene Rollen ausprobieren kannst. Ganz ohne weiteres Hintergrundwissen.


1.3.2021 Equal Care Day

equal care day

Picturecredit: Kostia777 @depositphotos.com


Was ist der Equal Care Day und was verbindet mich mit ihm?

Am Equal Care Day machen wir darauf aufmerksam, wo überall Care-Arbeit geleistet wird. Und dass diese bestenfalls mangelhaft wertgeschätzt wird und zudem auch noch unfair verteilt ist. Teilweise ist gar nicht bekannt, wie viel an Arbeit eigentlich als unbezahlte Arbeit (oder nicht-ausreichend bezahlte) täglich geleistet wird.

Dieses Jahr wird eine Gruppe aus Frauen des Familienleicht Business Clubs sich dem Thema widmen und jede für sich ihre Sicht zu dem Thema darstellen.
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Was hinter den Kulissen geleistet wird, ist eine Menge! Es wird geplant und organisiert (Kalender mit Terminen, wer führt den bei Dir?), rechtzeitig an Geburtstage und Geschenke gedacht, Arztbesuche durchgeführt, Kindergarten- und/oder Schulfeste mitgemacht, Hausaufgaben angeschaut oder mit dem Lehrer über selbige gesprochen, Entwicklungsgespräche geführt, Wäsche rechtzeitig gewaschen und getrocknet, Essen eingekauft und gekocht... Jetzt sag mir noch mal einer, dass das nichts ist! Es zahlt bloß keiner.
Und was keiner zahlt ist auch nichts wert. Oder?!?

Ich bin Lucie, studierte Luft- und Raumfahrttechnikerin, Mama von 2 Kindern, optimistische Pragmatikerin mit haufenweise Ideen. Wenn Du aus dieser Rolle der unsichtbar Arbeit leistenden raus möchtest, reiche ich Dir die Hand.

equal care day
Von wem wünschst Du Dir Wertschätzung und in welcher Form

Auch wenn ich mittlerweile durchaus auch selber in der Lage bin, meine Leistung anzuerkennen, so ist es doch um einiges schöner, wenn auch aus dem Außen Wertschätzung kommt. Da wäre einmal der Partner, der nicht selten mit der Erwerbsarbeit seinen Teil als erledigt ansieht. Immer noch, und wir haben 2021!
Arbeitgeber, die aus mir unerfindlichen Gründen der Meinung sind, Teilzeitkräfte hätten „frei“ nach Erwerb-Arbeitsende. Die dann auch zu oft Unverständnis äußern, wenn man nur selten (oder gar nicht) über die vereinbarte Zeit hinaus arbeiten kann.
Die Politik ist auch nicht gerade hilfreich. Bei der berühmten „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ geht es doch eigentlich nur darum, dass die Kinder besser verstaut sind, damit die Eltern beide erwerbstätig sein können. Ist das wertschätzend für die Familie, bei der (mindestens) einer Teilzeit arbeitet oder gleich ganz daheim ist – und das auch so möchte?

Besser wäre für mich wenn...


Partner und Arbeitgeber sollen anerkennen, dass Care-Arbeit auch Arbeit ist. Das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Ich kenne zwar Chefs, die das wissen, leider sind es sehr wenige.
Die Politik soll, statt immer weitere längere Betreuung für Kinder zu fordern und fördern, auch flexible Arbeitszeit- und -ort-Modelle versuchen zu unterstützen. Soziale Berufe besser bezahlen lassen. Oder, den Gedanken fand ich sehr faszinierend, sich von dem Gedanken „Mehr Geld für mehr Leistung“ trennen, der tatsächlich genauer betrachtet gar nicht so genau zu definieren ist. Oder will mir jemand sagen, dass die Arbeit von Pflegekräften keine oder eine geringere Leistung ist als das, was z.B. ein Ingenieur in der Automobilbranche macht? Der eine hatte eine längere Ausbildung, der andere die körperlich (und psychisch) anstrengendere Tätigkeit. Wer „leistet“ jetzt mehr?

Was müsste Carearbeit kosten wenn sie bezahlt werden würde?

Ich finde, dass den Dingen, die keinen wirklichen Wert für die Gesellschaft an sich haben (Konsumgüter...), ein zu großer materieller Wert beigemessen wird und den Berufen, die sich um Menschen kümmern, seien es Kinder, alte oder Kranke, ein zu kleiner materieller Wert. Und dann gibt es eben noch die, deren Arbeit gar keinen Wert zu haben scheint, da sie nicht bezahlt wird. Die, die die Arbeit Zuhause leisten und Kinder aufziehen, den Haushalt schmeißen, einkaufen, Termine ausmachen...
Was müsste Care-Arbeit also kosten? Ich mag mich ungern auf einen festen Betrag in Euro festlegen. "Genug, dass die jeweilige Familie davon auch leben kann ohne zu knapsen“ fände ich fair. Das kann dann, je nach Größe der Familie und anderen Randbedingungen, durchaus unterschiedlich sein

Mit welchen Entscheidungen kann ich heute schon das Morgen mitdenken und Rücksicht auf die nehmen, die nach mir kommen?

Politische Entscheidungen jetzt stellen die Weichen für wirklich große Themen. Die beiden größten aktuellen dabei die Pandemie und der Klimawandel. Vor allem die Pandemie zeigt, welche Berufe und Tätigkeiten wirklich relevant sind. Nämlich genau die, die viel zu wenig Wertschätzung erfahren. Treffen wir jetzt Entscheidungen, sozialer zu werden als Gesellschaft. Davon profitieren am Ende alle. Das ist für die Wirtschaft ein verdammt radikaler Schritt. Aber das ewige Schneller Höher Weiter wird uns irgendwann überholen und zwar gründlich. Um dann wieder zu zeigen, dass die sozialen Aspekte in einer Gesellschaft die wirklich wichtigen sind.

Im Kleinen kann ich auch Einfluss nehmen: lokale Betriebe und Händler unterstützen. Meinen eigenen Konsum überdenken, mich sozial engagieren. "Haushaltsnahe Dienstleistungen" wertschätzend bezahlen. Carearbeit weniger auslagern oder wenn, dann fair(er) bezahlen. Für kreative Lösungen für Familien einstehen, abseits von "Kinder anderweitig unterbringen".

Aber auch: mir mein Leben gestalten, wie ich es selber will. Wie es für mich und meine Familie am besten ist. Denn wenn es mir selber nicht besonders gut geht, ist an andere denken schwerer.
Ich überlege mir, welche Werte ich meinen Kindern vorleben möchte, welches Vorbild ich sein möchte.

Und das ist auch meine Vision: Frauen dabei helfen, ihre Vision von ihrem Leben auszugraben und Wege zu finden, loszugehen. Das vage "etwas stimmt nicht, ich will etwas ändern" Gefühl konkreter benennen zu können.

Manchmal fühle ich mich von der Carearbeit überfordert

Manchmal ist es einfach zu viel. Als einzelne Person die komplette Planung eines 3 (oder mehr) Personen-Haushaltes zu machen ist ziemlich anstrengend. Schlimm genug, wenn es nur die üblichen Dinge, wie Einkauf, Haushalt, Vorsorgeuntersuchungen und Elterngespräche sind. Kommt dann noch weiterer Bedarf dazu – und dazu muss nur einer krank werden – fängt das Rotieren an.
Natürlich bin vor allem ich selber dafür zuständig, mich wertzuschätzen. Aber ganz ehrlich: wenn von außen vermittelt wird, dass das, was man den ganzen Tag (und die Nacht!) tut, „nichts“ ist, dann ist das ziemlich frustrierend. Die Aussage „Du musst doch nur was sagen“ hilft auch nur bedingt, denn davon wird der mental load ja nicht kleiner. Im Gegenteil: ich muss darüber nachdenken, wann und in welchem Ton ich was anspreche, dass es für mich eine Entlastung ist und kein zusätzlicher Stress.

Welche Bedeutung hat Carearbeit in unserer Gesellschaft?

Gefühlt hat Carearbeit aktuell zu wenig Bedeutung. Die Rahmenbedingungen werden von Menschen gesetzt, die anscheinend nicht selber betroffen sind – oder Personal haben und sich darüber keinen Kopf machen müssen.
In Wahrheit ist aber genau das Kümmern das, was eine Gesellschaft aus sozialen Wesen ausmacht. Ich habe gelernt, der Mensch sei ein zutiefst soziales Wesen. Es gibt diverse Studien, die belegen, dass jeder Mensch Teil der Gesellschaft sein möchte. Alt oder jung, krank oder gesund. Wenn sich aber keiner kümmert, wenn diese Menschen das Gefühl haben wertlos zu sein, dann gehen Menschen daran zugrunde.
Oder verschimmeln in Flüchtlingslagern, weil Debatten über wer hat und muss jetzt wie viele wann wo hin schicken wichtiger sind, als Menschenleben. Da wird mit Zahlen jongliert statt an die Menschen gedacht.


Mobbing – Tu was dagegen!

Tu was gegen Mobbing! Am 22.02. ist Behaupte-Dich-gegen-Mobbing-Tag. Aber auch abseits davon sollte jeder etwas gegen Mobbing tun.


Mobbing Tu was Opfer

Picturecredit: Mikdam @depositphotos.com

Du willst wissen warum?

Kennst Du folgende Aussagen?

  • stell Dich nicht so an
  • ist doch nicht so schlimm
  • sei nicht so empfindlich

Das hat bestimmt jeder von uns hier und da mal gehört. Aber fühltest Du Dich jemals besser, nachdem man Dir so etwas sagte? Fühltest Du Dich verstanden? Ernst genommen?

Natürlich ist nicht jeder Konflikt sofort Mobbing. Konflikte gehören dazu. Wenn aber regelmäßig Konflikte entstehen, wenn es vornehmlich eine einzelne Person irgendwie immer trifft, wenn vielleicht noch auffällt, dass sich an reinen Äußerlichkeiten (Kleidung, Aussehen, Wortwahl...) gestört wird, dann ist es Zeit aktiv zu werden. Manchmal reicht es schon, der Person zuzuhören, sie ernst zu nehmen, da zu sein - und das auch zu zeigen. Denn wenn das "Opfer" nicht mehr allein ist, ist es oft gar nicht mehr so sehr Ziel. Sei da, hör zu, steh bei. Tu was gegen Mobbing.

Meine Erfahrung mit Mobbing

Ich habe selber ein wenig Erfahrung mit Mobbing, allerdings weder als Opfer, noch als Täter. Zu Schulzeiten war ich in der komfortablen Lage, zwar zu den Außenseitern zu gehören, jedoch auch vom Rest der Klasse akzeptiert zu werden. Die Schüler, die öfter Attacken ausgesetzt waren von anderen, wurden irgendwie weniger behelligt, wenn ich dabei war. Meistens haben blöde Sprüche einen ebenso blöden Spruch zurück kassiert - und dann war Ruhe. Und bis heute habe ich keine Ahnung, wie der Mechanismus da genau "funktioniert" hat. Eigentlich war ich eher schüchtern, eigentlich habe ich selten was gesagt. Aber wirklich dämliche oder unfaire Sprüche, die haben mich damals schon aufgeregt. Oft war dann mein Mund schneller als der Kopf und da saß er, der Retourspruch, nicht zwingend originell oder bissig, aber genau so, dass danach nichts mehr in der Richtung kam.

Mit meinem heutigen Wissen über Mobbing, hätte damals sicher auch ein Vertrauenslehrer ins Boot geholt werden sollen. Tatsächlich habe ich hinterher erfahren, dass die Erwachsenen es tatsächlich mir überlassen hatten, weil "lief ja". Hm. Ich fand es nicht so geil, als Kind in der Situation zu stehen, dass Erwachsene mich baten, mich doch um xy zu kümmern, weil es dem nicht so gut ginge. Denn es gab auch Situationen, da wollte ich nicht mittendrin stehen. Die Verantwortung auf ein Kind abzuwälzen fand und finde ich unfair.

Was kann ich gegen Mobbing tun?

Meine Bitte: hör' hin, wenn es jemandem nicht gut geht. Es geht nicht darum für wie schlimm Du etwas empfindest. Es geht darum, wie sich der/die Andere fühlt. Das kannst Du gar nicht wissen, also höre erst mal zu.

Wenn Du von Mobbing gegen Kinder erfährst, behalte die Verantwortung dafür bei den Erwachsenen. Bei Mobbing gegen Erwachsene, schau auf den oder die Täter, bevor das Opfer von noch mehr Seiten klein gehalten wird.

Hast Du auch Erfahrung mit Mobbing? Hast Du schon etwas gegen Mobbing unternommen? Schreibe mir gerne in die Kommentare oder per Mail.