Musik im Rollenspiel

Wer gerne spielt nutzt oft auch Musik. Für mich gehört Musik im Rollenspiel einfach dazu.

Wozu brauche ich Musik?

Zwingend erforderlich ist Musik nicht. Aber sie hilft oft eine Stimmung zu erzeugen bzw die vorhandene Stimmung zu verstärken. Wer kennt es nicht aus Filmen, wo die dramatische Musik den Auftritt des Oberschurken ankündigt? Die Liebesszene mit romantischer Musik unterlegt ist? Ein Kampf oder eine Verfolgungsjagd mit schneller und/oder aufpeitschender Musik.

Ähnlich wie einen Film betrachte ich auch Spielszenen. Selbst vorgelesene Texte können mit der richtigen Hintergrundmusik dazu deutlich dazugewinnen. Es erfordert ein bisschen Übung, wenn man das auch noch auf das Musikstück anpassen will. Aber der Effekt ist immer da: die Stimmung des Textes, der Erzählung, wird verstärkt.

Ich habe eine ganze Liste an Songs für verschiedene Szenen oder Stimmungen. Die meisten sind tatsächlich ohne Gesang, wobei es einzelne Stücke gibt, die einfach auch vom Text her sehr gut passen. Dann ist es allerdings meist auch im Spiel ein Musiker, der den Gesang vorträgt, als Hintergrundmusik ist es eher weniger geeignet.

Wenn die Musik wirklich gut zur Szene und/oder zur Stimmung passt dann erzeugt das Zusammenspiel sehr oft fast schon Gänsehaut. Manchmal auch Tränen, wo allein die Beschreibung der Szene vielleicht nicht ausgereicht hätte.

Als Spieler habe ich mit einer Bardin hier und da auch vorhandene Stücke genutzt um Szenen zu untermalen. Ich selber kann nicht gut singen, die Bardin schon, da lag es nahe einfach gute Stücke mit einer Sängerin zu nehmen. Nicht jeden Abend, aber bei besonderen Ereignissen kam das durchaus vor und wurde auch gut angenommen. Einige der Stücke wecken immer noch Erinnerungen an diese Szenen. Das ist für mich ein weiterer Grund, Musik im Spiel zu verwenden.


Musik im Spiel

4 Fragen zum Rollenspiel

Es tauchen immer mal wieder Fragen auf, die manchmal gar nicht so leicht zu beantworten sind. Ich habe hier einmal welche gesammelt, die entweder besonders häufig gefragt werden - oder besonders interessant sind. Eine generelle Einführung findest Du im Artikel "Was ist Rollenspiel eigentlich".

Rollenspiel Würfel

Kann man zu sehr in eine Rolle hinein fallen und am Ende nicht mehr heraus kommen?

Das ist eine weit verbreitete Befürchtung. Tatsächlich habe ich das sogar mal von einer Psychologin gehört. Die besorgte Frage ob es mir nicht schwerfallen würde sich wieder auf die reale Welt zu konzentrieren. Die kurze Antwort war da: nein.

Tatsächlich ist es so: hätte ich damit wirklich ein Problem, sollte ich auch keine intensiven Filme schauen, keine Computer(rollen)spiele spielen und keine guten Bücher lesen. In alles kann ich tief, sehr tief eintauchen. Und ja, es kommt auch vor, dass ich im Nachgang noch eine Weile weiter "träume", so wie ich nach einem Kinobesuch auch noch ein Weilchen im Film sein kann.

Tatsächlich wird das Thema auch in Rollenspielforen öfter diskutiert.

Was kann ich denn machen damit ein Ausstieg gut klappt?

Der Ausstieg aus der Rolle geht in meiner Erfahrung dann am leichtesten, wenn ich im Anschluss noch mit jemandem darüber sprechen kann was im Spiel passiert ist. Man geht sozusagen sanft über die Metaebene aus dem Spiel raus. Ähnlich wie man sich vielleicht nach einem tollen Brettspielabend noch über die besten Züge unterhält.

Alternativ sich bewusst machen dass das Spiel zu Ende ist und sich noch eine Tasse Tee oder Kaffee erlauben um "runterzukommen".

Tee zum Rollenspiel



Gibt es Dinge, die man beachten sollte, wenn man z.B. psychisch nicht ganz stabil ist

Grundsätzlich gilt: suche Dir Deinen Spielleiter und Deine Gruppe weise. Ihr solltet ähnliche Werte haben und es hilft ungemein, wenn der Spielleiter zumindest etwas Fingerspitzengefühl hat was Stimmungen am Tisch angeht.

Ansonsten gehört diese Frage ein bisschen zu der Frage darüber. Natürlich kann man sich auch in den Fantasiewelten verlieren. Das ist dann aber kein Problem des Rollenspiels an sich, sondern der Psyche des Menschen der spielt. Wenn man sich eine Parallelwelt aufbaut, die besser/schöner ist als die reale und sich dann da hinein flüchtet. Ich habe das bisher nur in einem Fall erlebt, dass ich den Eindruck hatte eine Person verkriecht sich eher in einem mächtigen Charakter und dessen Welt. Grundsätzlich ist wie immer das Maß entscheidend.

Wann man aufpassen sollte? Immer.

Dazu kommt, dass im Rollenspiel diverse Dinge geschehen können, die eine Person mit gewisser negativer Vorerfahrung triggern könnten. Für mich gehört deshalb zu jeder Runde eine Vorbesprechung, wo abgeklopft wird, wo für die einzelnen Personen die No Gos sind. Das muss auch nicht vor allen erzählt werden, es gibt auch Wege das nur dem Spielleiter zukommen zu lassen. Ehrlichkeit hilft, es ist keinem geholfen nichts zu sagen und dann in eine blöde Situation zu schliddern. In jedem Fall gilt ein No Go eines Spielers dann für alle. Es gibt ein paar krasse Themen wie z.B. Folter, die ich von meiner Seite aus sowieso generell ausschließen würde. Für mich gewinnt absolut niemand wenn solche Szenen Teil des Spiels sind. Außerdem gibt es bei mir immer die Option bei einer Szene zu sagen "Stop", aus welchen Gründen auch immer. Manchmal will der Spieler dann eben für die Szene raus gehen, manchmal ist es sinnvoller direkt zu fade to black zu springen. 

Es hilft als Spielleiter auch, seine Spieler zu kennen und mögliche Triggerpunkte, die sich vielleicht gerade eben erst durch das Privatleben des Spieler ergeben haben, zu benennen und zu klären bevor es in solche Szenen geht.

Kann das Spiel auch helfen?

Ein interessanter Nebeneffekt ist, dass eben durch das Erleben im Rollenspiel auch eigene Themen angegangen werden können. Wenn ich einen Charakter habe, der mir etwas ähnlich ist und etwas ähnliche Themen mit sich herum schleppt, dann kann der Charakter Lösungen für sich finden - die vielleicht auch dem Spieler helfen können. Sei es, dass ich feststelle, dass Streits/Konflikte gar nicht so schlimm sind wie ich immer dachte. Oder dass es im Spiel keine richtigen und falschen Entscheidungen gibt, weil das Spiel trotzdem weiter geht.

Was ist das schönste Gefühl daran?

Für mich definitiv alle Szenen, die emotional aufgeladen sind. Konflikte so als allererstes Beispiel. Ich bin eigentlich ein Harmoniebärchen, aber im Rollenspiel finde ich Konflikte großartig, weil ich mich da so richtig austoben kann und das komische Gefühl im Bauch dabei nicht als belastend empfinde. Ich mag es wenn der Charakter sich verliebt, wenn es romantische Szenen gibt. Oder auch sehr traurige, wenn ein lange Jahre gespielter Charakter stirbt. Oder auch die Szenen, wenn sich einer für den anderen in die Bresche wirft und sich in Gefahr begibt um jemand anderen zu retten. Gänsehaut!

On top sind die meisten dieser Geschichten ja auch so aufgebaut, dass man (bzw der eigene Charakter) Spuren in der Spielwelt hinterlässt, also wirklich einen Einfluss hat. Meist geht es um den Kampf gegen einen (übermächtigen) Feind in irgendeiner Form.



Wie divers sind denn die "Mitspieler"

Das Vorurteil mit den Techniknerds ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Zumindest ist in den Kreisen die Rollenspielerdichte etwas höher. Die größte Gruppe machen aber wohl Schüler generell aus, Studenten sowieso (da eben vermehrt die technischen Studiengänge, aber ich habe schon aus jeder Fakultät jemanden am Spieltisch gehabt). Etwas verwunderlich auf den ersten Blick ist es wohl wenn man Anwälte und Richter sieht. Aber die benötigen vermutlich genauso einen kreativen Ausgleich wie die "Techniker".



Wieso mache ich das hier überhaupt?

Rollenspiel

Da rede ich in letzter Zeit so oft von Spiel und Rollenspiel. Aber wieso mache ich das? Was ist mein Grund dahinter?

Ich glaube, dass wir mehr Spiel und damit Freude in unser Leben lassen dürfen. Spielerisch lernen. Das, was die Kinder können und viele von uns verlernt haben.

Das (Rollen)Spiel ist ein Teil von mir und bereitet mir so viel Freude, dass ich sie mit anderen teilen will. Sich in andere Menschen hineinzuversetzen ist sowieso eine Fähigkeit, die viel zu selten genutzt wird.

Weil ich weiß und selber erfahren habe welche erstaunlichen Veränderungen passieren können, wenn man sich ganz und gar auf ein Spiel einlässt. Denn ein bisschen "Ich" ist in jedem Charakter drin.

Durch ein spielerisches Element können viele Dinge ihren Schrecken verlieren. Ich kann mich in sicherer Umgebung ausprobieren, ohne dass meine Aktionen reale Konsequenzen haben. Auch wenn ich nicht der geborene Anführer bin, kann ich diese Rolle ausprobieren, darin lernen und daran wachsen. Ich kann Konflikte austragen und gleichzeitig übe ich es damit.

Und generell liebe ich es einfach, gemeinsam eine Geschichte zu erschaffen und dabei selber nie genau zu wissen, wo es mich hinführen wird. Rollenspiel ist Teamwork! Es ist kreativ. Es ist spannend. Und es kann auch sehr intensiv sein.

Klingt das interessant? Du kannst es ausprobieren.
Am 09.07.21 wird es einen Workshop mit mir geben zum Thema "Im Rollenspiel zur Wunschkundin".

Gastbeitrag: Hintergrundgeschichte

Die Hintergrundgeschichte eines Rollenspielcharakters als Gastbeitrag von Sabine, einer Freundin von mir. Der Text ist auf Englisch, da er ursprünglich für eine englische Seite geschrieben wurde.

Eine Hintergrundgeschichte dient dazu, sich den Charakter besser vorstellen zu können. Sie erklärt wo er her kommt und was er erlebt hat bevor das eigentliche Spiel beginnt und was ihn mit dem Setting verbindet. Nicht selten ist so eine Hintergrundgeschichte alles andere als friedlich. So auch hier.

Mittelalter Markt

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Leto Rath

My sleep is rudely interrupted by the harsh cry of an eagle and when I don’t rise immediately it is urgently punctuated by a painful nip on my shoulder. With a sharp intake of breath I sit up, fighting the impulse to berate Astraios about his manners. I know him well enough that the part of my brain that’s fully awake by now tells me he will have a good reason to wake me like this. I look up at the proud griffon who has his piercing gaze fixed on something in the lowlands. I follow the look and my heart stops for a moment. A dark plume of cloud is rising roughly where I know Sentinel Rush, my home village, to be.

Not bothering with making heads or tails out of it for now I jump up and rush to Astraios’ side. I would have swung onto his back without a saddle, but he pushes me back. We are still a few hours flight away, after all, that is why we camped on this rock ledge at the edge of the mountains and didn’t fly through into the night. He is right of course. I know it, even though my heart wants to be on the wing now, this instant, and not in a few minutes.

Hastily I gather the few things I needed to make camp, stow them away and strap all the gear down onto the griffon’s back. Faster than I would have thought and a lot slower than I would have liked, we are ready to go. With a powerful jump Astraios launches himself from the ledge, heading towards the rising smoke. A thick fog lies over the lowlands, obscuring the forest. Only the tops of a the tallest trees manage to poke through to bask in the early morning sun. Lone sentinels in a sea of white and grey. There is an analogy there. Those stalwart trees are much like the scattered outposts of a once caring and dominating Empire, now abandoned to stand alone against the flood of greed and destruction pushing into our land from the north.

It is hard to decide if the trolls or the barbarians are the worse news. Probably the trolls. At least the barbarians do not try to eat the locals, though ultimately dead is dead. I hope that whichever faction has attacked Sentinel Rush - for I just don’t think it is a simple fire I am seeing - was noticed by the guards that the village should have been posting. If they have been entirely taken by surprise… No, I will not consider that. I have to trust that Old Deadeye’s favour has not abandoned us.

~~~~~

The flight seems to take forever while a second, third and fourth plume of smoke rises from the forest. I can’t be sure, but I think the whole village is burning by now. When I can finally smell the smoke on the air, I urge Astraios to put on as much of a burst of speed as he can. He can likely feel my worry, sharing some of it. For some reason he has really taken to the twins, going so far as to having allowed them on his back in the past. Wings beating frantically, we get closer and closer. My bow is in my hands, arrows ready to take on whatever foes we will meet. The first sounds of fighting reaches us and I breathe a little easier. If there is still fighting going on, that means at least some of the villagers are alive, holed up in the old stone tower that stands at the edge of the village. It also means that it won’t be trolls - as formidable as the tower could be with a few dedicated archers manning it, it would never stand up to the sheer destructive power of the giant creatures.

I guide Astraios a little to the side, making sure the sun is not behind us and no shadow will warn the barbarians that death approaches on brown-golden wings. The bow in my hands starts to glow softly as I send a prayer to Old Deadeye, asking for his favor in the fight to come. We come in low and can finally see the village. Four of the five houses are burning and there are several bodies on the ground. I am too focused on the men and women arrayed around the base of the tower to let anxiety over some of those bodies possibly being my family take a hold of me. Instead I take comfort in the fact that there are also obviously barbarians down and out of the fight.

Only a soft rustling of feathers announces our arrival and it is lost in the shouts on the ground. One, two, three, four arrows are in the air before the first one even finds its mark, but find it it does. All four find a target, albeit the last one only barely. If I didn’t have everyone’s attention then, Astraios snatching up one of the attackers and depositing him unceremoniously into one of the burning buildings as he wings away again certainly does the trick. I can hear relieved shouts from the survivors inside the tower as we come around for another attack.

The rest of the fight passes as if in a blur. A few desperate arrows from the barbarians find their mark in Astraios’ and my flesh, but none of them are enough to stop us. We put a bloody end to their fantasies of conquest and plunder and amidst broken bodies beside the tower I dismount and let Astraios go look for any unlucky survivors while I wait anxiously for the door in tower’s side to open and the ladder to be let down. A look towards the burning houses shows what the smoke already suggested - there is nothing to be saved there. The tanner’s home is the only one still standing - likely due to being a little off from the village proper. I guess it is better than nothing, but staying here seems like an ill advised choice for the survivors.

The door finally opens and the first face I see is that of my beautiful wife Sintas. One of the heavy loads weighing on my mind falls off of me as I smile up at her. Her face is drawn with pain and there is a blood stained bandage on her shoulder. As soon as the ladder has been let down, I scramble up, taking her into my arms, healing the wound as we embrace. The twins join us, much to my relief. I dare hope a little more. Hope that at least for my family this day will have a happy end. "Leto.." she sobs and I tense. There is so much grief in her voice that it smothers the hope that blossomed in my chest. "Gordin, he.. he didn’t get to the tower."

My mind goes blank as I hear the name of our firstborn. It couldn’t be, mustn’t be. I draw back a little, look into her blue eyes that are brimming with tears. "He told us to run," Darius, the older of the twins, chimes in. I have trouble breathing. Dread going back down to look for him. But I have to. I just have to know. From a pouch at my belt I retrieve a couple of healing potions and push them into Sintas’ hands. She will see that those most in need of them will get them. Any other wounds can wait. I make my way back down the ladder, stumbling over one of the dead bodies on the ground when I set off towards our house.

I do not need to search for long. When I come around the edge of the house, I see his body lying broken a few steps away. One look is enough to confirm that any help is coming too late. My old shield is strapped to his arm and an axe lies close to his lifeless fingers. I note with a detached feeling of pride that there is blood on the blade. It doesn’t change the outcome of the uneven fight between a thirteen year old boy and a battle hardened warrior. I fall to my knees beside him, tears streaming freely down my face. No father should outlive his son. I don’t know how long I have knelt there, with his head in my lap when I become aware of Sintas and Astraios having joined me. I don’t even realize how unusual that is until much later. The two of them don’t really like each other.

She reminds me of my duties to the living and I cannot help but admire her strength. We have both lost a son, yet here she is, reminding me that grief does not help the survivors. With great effort I let go of Gordin and it pains me to turn my back on him to make my way over to the other villagers.

~~~~~

Wounds were healed, the dead buried and goodbyes were said to the only home some of the villagers had known for all their lives. I still don’t know how, but I did manage to convince them all that Sentinel Rush was no longer safe. And so they have moved away from there, closer to Valejo. And I have left them, left my family, to answer Mayor Strafgen’s call for aid. My instincts tell me to stay, but my mind understands that the battle we are fighting will not be won in each individual settlement. If the incursions cannot be stopped, then the whole north will be lost. And Astraios and I are more than able to do our part to that end.

Was ist Rollenspiel eigentlich?

Jetzt mal Butter bei die Fische: Was ist Rollenspiel eigentlich?

Jedenfalls kein „Schweinkram“, auch wenn man zugegeben bei Google oder Ebay schon recht „interessante“ Einträge finden kann, wenn man nach diesem Wort sucht. Besser sucht es sich nach „Pen&Paper“, aber das ist auch nur ein Teil des Ganzen. Improvisationstheater, aber ohne die Bühne und die Zuschauer kommt dem recht nahe.

Worum geht es konkret?

Ich schlüpfe in die Rolle einer anderen Person die eine Geschichte erlebt, die ich maßgeblich beeinflussen kann. Durch meine Entscheidungen bzw. die dieser Person. Dabei kann ich Entscheidungen treffen, die ich selber nicht unbedingt treffen würde, die diese Person aber aufgrund ihrer Erfahrungen treffen würde. Deren Erfahrungen können sich von meinen ganz fundamental unterscheiden – oder auch sehr ähnlich sein.

Diese andere Person erlaubt mir, andere Wege einzuschlagen, andere Entscheidungen zu treffen und zu sehen was dabei herauskommt. Ohne dass es Konsequenzen für mich hätte, es betrifft alles rein die Person und deren Umgebung. Dazu ist das Ganze auch noch ein kooperatives Spiel, meistens spielt man mit 3-5 Spieler:Innen mit ihren jeweiligen Charakteren und der Spielleitung, die die Geschichte kennt und die gesamte Umgebung beschreibt und spielt, also alles, was kein Charakter ist.

Was ist Rollenspiel nicht?

  • Nur für Kinder. Nein! Während Kinder meist einen leichteren Zugang dazu haben, dürfen auch Erwachsene Spaß daran haben ihre Fantasie zu nutzen. Wir „Großen“ lesen doch auch Bücher oder schauen Filme, träumen uns vielleicht in die Handlung hinein. Rollenspiel geht da „nur“ einen Schritt weiter, indem man selber zum Protagonisten wird und die Handlung mitbestimmt. Und je nach Setting gibt es durchaus Bereiche wo ich mich rein unter Erwachsenen besser aufgehoben fühle.
  • Rein für Realitätsverweigerer. Nein! Während ich es genieße in andere Welten und Problematiken abzutauchen, weiß ich genau, dass es sich dabei nicht um die Realität handelt. Und diese Trennung zwischen Spiel und Wirklichkeit ist wichtig und richtig.
  • Nur ein Spiel. Nein! Ja, es ist auch ein Spiel. Aber im Spiel lernen wir, also streiche bitte das „nur“. Lernen darf Spaß machen. Dann lernt es sich leicht. Und oftmal auch ohne dass man es sofort merkt.
  • Kann ich nicht. Während es sein kann, dass es Dir nicht gefällt (das ist ok), glaube ich nicht dass man es nicht kann. Vielleicht braucht es einfach andere Anleitung als bisher oder andere Szenen oder Charaktere.

Das Interessante am Rollenspiel ist auch, dass ich sehr tief eintauchen kann und die Geschichte sehr intensiv erleben kann, fast als wäre ich selber mittendrin. Je mehr es mich mitreißt, desto intensiver ist die Erfahrung. Und desto mehr nehme ich selber auch für mich daraus mit.

Ein Beispiel?

Zwei Ritter sind befreundet, haben schon das ein oder andere miteinander erlebt. Jetzt haben sie gerade einen Dieb aufgegriffen, der an einem Marktstand Äpfel geklaut hat. Der eine Ritter meint, der Dieb gehöre sofort dem Büttel übergeben für seine Missetat, der andere argumentiert, der Dieb habe aus Hunger gehandelt und brauche keine Strafe.

Ritter Rollenspiel

Jetzt stelle Dir vor, wie Du als einer dieser Ritter Argumente für Deine Sicht vorbringst (Du darfst Dir aussuchen welche Dir lieber ist), der andere kontert aber mit ebenso „guten“ Argumenten. Ein Streit. Der beliebig ausgehen kann. Die Ritter könnten sich sogar so weit in die Wolle bekommen, dass sie sich mit ihren Schwertern angehen. Oder vorher die Kurve bekommen und sich einigen, schließlich sind sie ja befreundet.

Wie gehe ich damit um?

Ich kann diesen Streit einfach so spielen, von außen, als wäre ich eine Art Puppenspieler.

Oder ich tauche in meinen Charakter ein, der plötzlich feststellt, dass sein Freund eine ganz andere Einstellung zu einem Wert hat, der mir wichtig ist.

Siehst Du da einen Unterschied?

Für mich macht es einen großen Unterschied darin, wie ich an meine Argumentation herangehe, auch wenn die Argumente per se dieselben sein werden. Ich versuche sie dann aber nicht nur vorzubringen, sondern appelliere zugleich an meinen Freund, mich zu verstehen. Und ihn ebenso zu verstehen.

Anders als „in real“ hat der Ausgang des Streits aber keinen echten Einfluss auf meine Mitspieler.

Am Ende mischt da natürlich noch die Spielleitung mit. Denn was mit dem Dieb passiert und wie er sich verhält, kann auch einen Einfluss auf die Charaktere haben. Vielleicht bietet er den Rittern seine Hilfe an falls es keine Strafe gab. Vielleicht entwickelt er eine große Abneigung gegen einen der Ritter (oder beide), wenn er bestraft wurde. Vielleicht auch umgekehrt. Da kann für den ein oder anderen Ritter schon ein Aha-Erlebnis dabei sein.

Meine Personen in den Rollenspielwelten haben üblicherweise Gründe für ihre Handlungen. Je länger man sie kennt, desto deutlicher wird das.

Als Spielleitung spiele ich das, was in einem Buch die Gestalten sind, die neben den Protagonisten existieren. Die, die nur mal einen kurzen Auftritt haben und die, die öfter auftauchen. Man kann diese also wie im realen Leben auch kennenlernen, entweder flüchtig oder besser. Freundschaften schließen oder Feindschaften beginnen.

Wenn Du Rollenspiel im Alltag mal ausprobieren willst, kannst Du Dir meine Mailserie ansehen. Einfach zum kostenlos ausprobieren.

Monatsrückblick Mai 2021

Es wird Zeit, mal wieder einen Monatsrückblick zu machen. Es ist nämlich einiges geschehen in diesem Mai.

Runder Geburtstag

In diesem Jahr durfte ich einen runden Geburtstag feiern. Oder zum zweiten Mal 39 werden. Ich bevorzuge aber tatsächlich die echte Zahl - 40. Eigentlich hatte ich eine große Party geplant mit vielen Gästen, bei gutem Wetter mit kleinem Pavillon am See. Aufgrund Corona durfte das nicht sein, also wurde es eine kleine online Runde mit ein paar guten Freunden. Aber groß feiern werde ich noch, versprochen! Und zwar richtig groß. Mit allen Freunden und Bekannten von überall her. Das muss nur noch etwas warten.

Geburtstag Löwenzahn

Jahrestag des online Mittelaltermarkts

Über den Markt habe ich bereits berichtet, trotzdem gehört er natürlich in den Monatsrückblick. Was aus einer spontanen und auf den ersten Blick ein bisschen verrückten Idee so alles werden kann, wenn nur ein paar Menschen mitziehen. Alleine die Begeisterung der Anderen war es wert, das umzusetzen.

Mittelaltermarkt Rückblick

Großer Kreativ-Boost

Anders kann man das nicht nennen. Zusammen mit der Medienmentorin nur ein paar Abende zusammengesteckt und schon flossen die Ideen nur so. Der Workshop "Mit Rollenspiel zum Wunschkunden" war nur der Anfang! Gerade arbeite ich an einer Mitmach-Geschichte, die ich nach und nach veröffentlichen werde. Ein weiterer Workshop schwebt mir als Konzept im Kopf herum. Ganz nebenbei habe ich Kalligraphie wieder für mich entdeckt und versuche mich - recht dilettantisch - am malen mit Aquarellstiften. Spaß macht es trotzdem. Auf meiner Liste steht auch noch ein Kinderbuch, auch wenn ich da nur sehr langsam vorankommen werde.

Kreativ Geschichte

Wie Mut zur Veränderung und Resilienz zusammenhängen

Ein Gastbeitrag von Stefanie (kindskraft.com)

Traust du dich, dein Leben auf den Kopf zu stellen? Oder hat dich das Leben in den letzten Monaten immer wieder dazu gezwungen? Für uns alle waren die letzten Monate mitunter sehr anstrengend, aufregend und doch auch spannend. Das Schöne: du darfst dein Leben gestalten, wie du es möchtest. Hab Mut, Dinge zu ändern, die sich nicht mehr gut anfühlen. Hier erfährst du, was all das mit Resilienz zu tun hat und wie du gestärkt durch dein Leben gehen kannst.

„Mut steht am Anfang des Handelns. Glück am Ende.“

In den letzten Monaten hat sich dein Leben verändert. Wahrscheinlich sehr unerwartet und vielleicht sind auch jetzt noch Dinge dabei, die du nicht möchtest.

Ja, das war ein Jahr der Veränderungen.

Ja, du wurdest ziemlich geschüttelt und gerüttelt.

Ja, du musstest dich mit vielen neuen Situationen, Gedanken und Sorgen auseinandersetzen.

Das ist eine mega Krise.

Jede von uns hat andere Probleme, die aufgrund dieser chaotischen Zeit aufgekommen sind.

Und weißt du, was das Gute daran ist?

Du darfst glücklich sein. Du darfst dein Leben so gestalten, wie du es möchtest.

Du darfst all deine Sorgen ablegen und dem Leben vertrauen.

Du meinst, das klappt nicht?

Du meinst, die Sorgen gehen deswegen nicht weg?

Ja, das stimmt, die Sorgen verschwinden nicht einfach so. Aber du kannst deine Einstellung gegenüber deinen Sorgen anpassen. Veränderung ist nötig, ohne diese geht es nicht weiter im Leben. Wir stecken oft in unserem Leben fest und halten an Routinen fest, die eigentlich längst alt und überflüssig sind. Oder aufgrund äußerer Einflüsse eben nicht mehr soo gut funktionieren.

Daraus entstehen deine Sorgen.

Dabei ist raus aus der Komfortzone die einzige Möglichkeit, mit einer Krise umzugehen.

Habe Mut!

Habe Mut. Mut ist magisch. Mut ist motivierend. Mut ist ansteckend.

Beobachte mal Kinder. Wenn sie in eine unbekannte oder ungewohnte Situation kommen. Zuerst beobachten sie, dann tasten sie sich wortwörtlich an das Neue heran. Du warst auch so ein Kind.

Ohne diese angeborene Neugier und den Mut hättest du niemals laufen gelernt.

Hättest niemals entdeckt, wie sich der Sand zwischen den Zehen anfühlt.

Ohne Mut wüsstest du nicht, wie schön es am Baum ist, auf den du als Kind hinaufgeklettert bist.

Mit all diesen Erlebnissen hast du als Kind dein Selbstwertgefühl gesteigert, bist daran gewachsen und hast dich weiterentwickelt. Trau dich! Auch als Erwachsene kannst du dich weiterentwickeln, aus Situationen lernen und an Herausforderungen wachsen.

Oft reden wir von „Problemen“. Das ist ein Wort, mit dem man sofort das Gefühl bekommt „ui, das ist schwierig oder gar unmöglich“. Tausche das Wort doch mal gegen „Herausforderung“ und sieh‘ es sportlich. So kannst du viel positiver an das Thema, das vor dir steht, herangehen und bist nicht von vornherein im Widerstand. Damit förderst du deine eigene Resilienz unglaublich.

Was heißt Resilienz eigentlich?

Wofür steht sie?

Resilienz: deine geheime Stärke

Das Wort Resilienz kommt als „resilience“ aus der Werkstoffphysik und dem lateinischen Begriff „resilire“ (=zurückspringen) und bezeichnet die auf Elastizität beruhende Widerstandsfähigkeit eines Materials. Was so viel heißt wie: ein Material wird bearbeitet oder bewegt und springt danach in seinen Ursprungszustand zurück.

In der Psychologie bedeutet es, dass eine Person mit belastenden Situationen oder unerwarteten Lebensumständen gut umgehen kann und Wege findet, sich anzupassen, ohne emotional oder psychisch langfristig darunter zu leiden.

Ohne Resilienz gibt es keine Veränderung. Wieso?

Weil du in deiner Komfortzone stecken bleibst und nicht aus der unangenehmen Situation herauskommst. Oder an Gewohnheiten festhältst, von denen du weißt, du willst sie nicht mehr, aber dir fehlt der Mut, etwas daran zu ändern. Nur wenn du bereit dazu bist, das Alte gehen zu lassen und mutig auf das Neue zugehst, erkennst du, wie wertvoll alles Neue ist.

Wie funktioniert Resilienz denn nun?

Ja, das ist die große Frage. Denn auf Knopfdruck funktionieren leider die wenigsten Dinge. Aber mit ein wenig Übung kannst du dich herantasten und ich verspreche dir, dein Leben wird um vieles leichter, ruhige, entspannter und gelassener sein.

Resilienz kann mit 7 Säulen erklärt werden, die die Teilbereiche von Resilienz beschreiben. Je mehr dieser Säulen ein Mensch in sich trägt und verkörpert, umso besser kann er Krisen bewältigen und sich mutig ins kalte Wasser stürzen.

Säule 1: Optimismus

Du kannst in jeder Situation etwas Gutes finden. Das mag auf den ersten Blick etwas unrealistisch klingen. Ich gebe dir ein paar Beispiele:

Jobverlust: kein Stress mit Hin- und Herfahren, dein Fokus auf das Privatleben ist möglich

Schlechtes Wetter: Zeit für Entspannung, kein Freizeitstress mehr

Kind krank: keine zeitraubenden Termine außerhalb möglich, dein Fokus liegt auf dem Kind, viel kuscheln ist möglich

Säule 2: Akzeptanz

Wenn dir etwas vermeintlich Schlechtes passiert, hast du zwei Möglichkeiten: entweder du akzeptierst es (die bessere Alternative) oder du ärgerst dich permanent darüber (schlechtere Alternative, weil sie unglaublich viel Energie verschlingt). Gerade in Krisenzeiten brauchst du deine ganze Energie. Vergeude diese nicht mit Wut über eine Situation, die du nicht mehr ändern kannst.

Säule 3: Lösungsorientierung

Jedem Menschen passieren Dinge im Leben, die er nicht so toll findet. Lass dich von diesen Dingen nicht aus der Ruhe bringen sondern nutze sie, um voranzukommen. Fragen wie „Wieso passiert mir das?“ bringen dich nicht weiter. Frage dich: „Was kann ich tun, um mich so schnell wie möglich aus dieser Situation zu befreien?“.

Säule 4: Opferrolle verlassen

Fühlst du dich als Opfer der Situation, bist du hilflos und bleibst in diese Hilflosigkeit stecken. Das heißt, du gibst dir selbst das Gefühl, nichts daran ändern zu können. Wie du bereits oben gelesen hast, stimmt das aber nicht. Finde heraus, welchen Anteil du an der Situation hast.

Säule 5: Verantwortung übernehmen

Sobald dir klar ist, du kannst selbst ganz viel dazu beitragen, dass die Situation angenehmer für dich sein kann, indem DU etwas daran änderst, übernimmst du klar Verantwortung über dich und dein Leben. Und allein dieses Gefühl wird dir so viel Kraft verleihen, dass du viel besser vorankommst.

Säule 6: Netzwerke aufbauen

Verbünde dich mit Gleichgesinnten. Du bist nicht allein. Deine Herausforderungen hatten schon viele andere Menschen vor dir und können dich unterstützen. Bitte andere um Unterstützung und du wirst spüren, es wird alles noch leichter.

Säule 7: Zukunft planen

Überlege dir schon prophylaktisch, wie du an gewisse Herausforderungen in deiner Zukunft herangehen könntest. Je eher du dich mit gewissen Eventualitäten auseinandersetzt, umso gefasster wirst du in die Zukunft schauen, weil du keine Angst davor haben musst.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Misserfolge und Probleme gehören zum Leben dazu. Würde immer nur die Sonne scheinen, wüssten wir diese nicht mehr zu schätzen. Es muss auch Regentage geben, um wortwörtlich wachgerüttelt zu werden.

Gerade in der aktuellen Zeit merken wir das ja ganz stark. Momentan freuen wir uns alle, dass langsam Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist.

Und vor allem: dreh dich mal und schau zurück. Schau, wie viel du schon geschafft hast. Hättest du dir im März 2020 gedacht, dass du mal hier stehen wirst und weißt, du hast all diese Monate mit all seinen Herausforderungen gut hinter dich gebracht? Klopf‘ dir mal richtig auf die Schulter. Lach‘ dich im Spiegel an und feiere dich. Du darfst mächtig stolz auf dich sein.

Jede Krise ist eine Chance. Mit jeder Krise wächst du.

Jedes Mal, wenn du die Komfortzone verlässt, wächst du und bist danach viel glücklicher. Du fühlst dich belebt, dankbar und deine Persönlichkeit hat sich einfach unglaublich weiterentwickelt. Ohne einen mutigen Sprung wäre all das nicht möglich.

Daher: habe Mut, dich zu verändern. Auch ohne Krise. Du wirst staunen, was alles in deinem Leben möglich ist und welches Potenzial auf dich wartet.

Und wenn du Hilfe dabei brauchst, meld‘ dich bei mir, ich unterstütze dich.


Zum Gastautor:

Stephanie, Gründerin von www.kindskraft.com, 36 Jahre alt, glücklich verheiratet, Mama von zwei süßen Grundschulbuben, Stiefmama eines ebenso süßen Grundschulbuben. Als Kindergartenpädagogin weiß ich, wie schwierig es sein kann, alle Bedürfnisse auf einen Nenner zu bringen. Ich weiß auch, wie mühsam es ist, das eigene Leben mit Arbeit, Familie und Haushalt zu schaukeln. Da ich knapp 2 Jahre alleinerziehend war, weiß ich auch, wie sehr dich das Leben manchmal beutelt. Damit du ebenso erkennst, wie sehr du deine Welt rockst, zeige ich dir viele Tricks und Ideen für deinen entspannten Mama-Alltag. Dabei unterstütze ich dich mit meinem ganzen Mentaltrainerwissen und meiner Erfahrung als psychologische Beraterin. Ich freu mich auf die Arbeit mit dir. Und falls du alleine arbeiten möchtest, lade dir dein kindSkraft SOS-Paket herunter. So holst du dir im ersten Schritt deine innere Ruhe und Kraft als berufstätige Mama zurück.

Jahrestag meines ersten Projektes

Am 23.5.21 hat mein erstes Projekt, geboren aus einer wilden Idee, Jahrestag.

Zeit zu Feiern!

Mittelalter Markt

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Wie es zu dem Projekt kam

Im März 2020 war schon klar, dass es speziell für die Veranstaltungsbranche harte Zeiten werden würden. Je mehr "offline" die Veranstaltungen waren, desto schwieriger. Es öffneten sich die ersten Facebookgruppen von und für Betroffene. Da ich der Mittelaltermarktszene recht nahe stehe, kam ich der Einladung zu einer der Gruppen nach. Einige machten sich sehr große Sorgen um ihre Zukunft, teilweise wurden schon Spenden gesammelt, da absehbar war, dass der Zustand ohne Märkte sicherlich einige Monate anhalten würde. Sehr viele der Darsteller waren auf die Märkte finanziell angewiesen.

Viele Veranstalter gingen gerade online. Künstler versuchten sich an online Ausstellungen. Rollenspielrunden verlegten sich auf Treffen über Zoom oder andere Medien. Warum sollte etwas, mit Einschränkungen, nicht auch für Mittelaltermärkte möglich sein? Zumindest als Ergänzung zu den "richtigen" Märkten. Ich fragte bei Freunden und Betroffenen ein bisschen herum. Tatsächlich waren unter den Handwerkern und Künstlern der Szene nicht wenige, die dieser Idee sehr offen gegenüber standen. Jetzt stellte sich nur noch die Frage der

Mittelalter Markt Becher

Umsetzung

Meine Freundin Julia brachte mich auf den Gedanken, bei den Menschen von Flohmarkt-online nachzufragen. Die bereits eine Software hatten, um Märkte online stattfinden zu lassen. Eine Anfrage-Email später kam eine Einladung zu einem Planungsgespräch mit dem Leiter des Unternehmes und dem zuständigen Programmierer. Anderthalb Stunden dauerte es, dann hatten wir einen Plan für den allerersten online Mittelaltermarkt.

Meine Aufgabe: Händler, Bands und Künstler auftreiben, die den Markt beschicken wollen. Und natürlich Werbung machen. Tatsächlich habe ich bei diesem ersten Versuch eine Menge Leute persönlich angeschrieben, mit einigen auch telefoniert. Ein paar Absagen kassiert, aber auch sehr viele Zusagen für dieses Experiment bekommen. Mit einigen der Künstler der ersten Stunde habe ich immer noch Kontakt, u.a. Monika von der Band Amarok Avari.

Markttag

So kam es an

Dafür, dass niemand von uns genau wusste, wie groß das Interesse wirklich sein würde und ohne Budget für Werbung, gelang es uns trotzdem über 500 Besucher auf den Markt zu bekommen. Natürlich hatte das System noch ein paar kleinere technische Schwierigkeiten und es gab Rückmeldungen zu weiteren möglichen Verbesserungen, aber der Anfang war gemacht. Der Beschluss nach Abschluss des ersten Marktes war eindeutig: das machen wir wieder.

Seitdem findet in jedem Monat ein Mittelaltermarkt online statt.

Warum ich Perspektivwechsel liebe

Heute schon auf dem Kopf gestanden? Wenn man mich fragt, welche Sache ich an meiner Arbeit am meisten liebe, dann ist das ganz klar der Perspektivwechsel. Und es hat sehr gute Gründe, warum das so ist.

Was ist ein Perspektivwechsel?

Eigentlich ist ein einfacher physischer Schritt zur Seite schon eine Art Wechsel der Perspektive, zumindest Dinge nah an mir dran sehe ich dann aus einem leicht anderen Winkel. Manchmal finde ich dann Dinge, die vorher durch etwas anderes verdeckt waren. "Ach, da ist der Stift, den sich die Kinder gestern ausgeliehen hatten."

Vielleicht hast Du als Kind auch mal beim Turnen kopfüber geschaut und Dich kaputtgelacht, weil plötzlich alle "an der Decke" entlang zu laufen schienen? Oder vom Klettergerüst ganz oben auf alle runtergeschaut, die plötzlich alle viel kleiner wirkten?

Ich kann auch versuchen, mich in mein Gegenüber hineinzuversetzen. Sowohl physisch (was sieht er:sie wohl gerade) als auch psychisch (wie geht es ihm:ihr wohl gerade). Eine interessante Frage finde ich oft "Was würde ich meiner Freundin raten" wäre sie in der Situation, in der ich jetzt bin.

Warum will ich meine Perspektive ändern?

Bei Problemen drehe ich mich oft im Kreis, die Gedanken kreisen auch. Immer wieder erscheint da, warum es nicht geht. Lösungen finden? Schwierig, wenn ich im Hamsterrad meiner Gedanken und Ansichten fest hänge. Im Endeffekt ist das, wie in einem dunklen Tal zu sitzen, rundherum Berggipfel, aber ein Weg raus ist einfach nicht in Sicht.

Wie schön, wenn es möglich ist, den Blick aus der Vogelperspektive auf das Tal zu lenken. Von oben einen Weg zu erkennen und dann unten am Boden diese Richtung einschlagen.

Oft eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, wenn ich ein Problem aus der Sicht einer anderen Person betrachte. Was würde ich dieser Person raten? Könnte ich diesen Rat selber annehmen? Und, ganz interessant: wenn nein, was hindert mich daran?

Es hilft mir persönlich aber auch, andere Menschen besser zu verstehen. Die Frage zu stellen, warum er:sie jetzt so handelt. Das macht oft eine Menge aus und erlaubt mir, anders zu reagieren.

Kann ich das lernen?

Ich bin mir sicher, dass Du das schon kannst, es vielleicht nur gar nicht so merkst. Unter den Schreibtisch gucken, wenn Du etwas suchst? Kennst Du sicher. Dich zu fragen wie xy das lösen würde? Kennst Du vielleicht auch.

Es hilft, ein paar Tage bewusster hinzusehen, bewusst einmal einen Schritt zur Seite oder nach hinten zu machen. Physisch oder in Gedanken.

Was mir dabei am meisten Spaß macht

Als Rollenspieler bin ich ja sowieso ein Freund von verschiedenen Blickwinkeln. Besonders viel Spaß macht mir bei vielen Themen die sogenannte Kopfstandtechnik. Da wird die Fragestellung ins Gegenteil verkehrt. Es ist nahezu hundertprozentig sicher, dass dabei sehr witzige Fragen und entsprechend auch sehr kreative Antworten entstehen. Problemlösung und dabei lachen müssen. Gibt es etwas genialeres?

Veränderung


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Warum ich nicht Peter Pan sein will

Ich hatte mir als Kind einmal vorgenommen, niemals erwachsen zu werden. So wie Peter Pan. Mittlerweile bin ich mir aber sicher, dass ich nicht ganz wie Peter Pan sein will. Und das ist nicht einmal ein Widerspruch zu meinem Kindheitswunsch.

Peter Pan

Picturecredit: fonafona @depositphotos.com

Der Wunsch danach nicht erwachsen zu werden

Ein zentrales Thema bei Peter Pan ist der Wunsch, niemals erwachsen zu werden. Genau das habe ich mir als Kind auch gewünscht: nicht erwachsen werden. Für mich waren Erwachsene immer die, die kaum bis keine Zeit zum Spielen hatten. Die sich immer Sorgen machten. Die immer so viel tun "mussten" und irgendwie immer von Pflichten getrieben waren, die ihnen auch anscheinend keinen Spaß machten. Ich wollte mir Spielen und Spaß haben erhalten. Das ganze "das muss eben sein" anders machen. Und "irgendwie anders" mit Sorgen umgehen. Über das Wie habe ich mir keine Gedanken gemacht, es war halt ein Wunsch.

Was an erwachsen sein cool ist

Was ich als Kind noch nicht verstanden habe war, dass man als Erwachsener die Verantwortung hat und die komplette Entscheidungsgewalt. Und dass das eben nicht nur Stress, Sorgen, Pflichten und wenig Zeit mit sich bringt, sondern auch ein Weg ist, eben das zu reduzieren. Ich kann Entscheidungen treffen. Für oder auch gegen etwas. Ich habe eine Macht, die ich als Kind (meistens) nicht habe. Diese Macht kann ich einsetzen, wie ich das für richtig erachte.

Es ist kein Widerspruch erwachsen und "Kind" zu sein

Denn wie viel Spiel und Spaß ich im Leben habe, ist zum großen Teil meine Entscheidung. Die ich als Erwachsener treffen darf. Ich darf entscheiden wie viel ich "muss" (ehrlich gesagt ist das verdammt wenig) und was ich freiwillig auf mich nehme. Denn sobald ich in meine Verantwortung komme, sehe ich auch, dass viele von den so genannten Pflichten selbst auferlegte und damit bewusste Entscheidungen von mir sind. Damit habe ich auch die Freiheit mich anders zu entscheiden, oder mir klar zu machen, dass etwas für mich wichtig ist. Damit wird es weniger ein Zwang von außen, sondern eine eigene Entscheidung. Das gibt mir auch die Freiheit zu entscheiden, wie viel an Spiel oder Spaß ich im Leben haben will. In meinem Fall: bitte viel! Denn ich habe unglaublich viele Freude beim Spielen. Vermutlich bin ich deshalb auch ein engagierter Rollenspieler.

Hast Du Dir als Kind auch Gedanken über das Erwachsenwerden gemacht? Wenn ja, wie hast Du es damals gesehen? Und wie denkst Du heute darüber?